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Medienwächter wollen TV-Listen auf Settop-Boxen regulieren

Chancengleichheit auf der Glotze  

Medienwächter wollen TV-Listen regulieren

Von Andreas Lerg

23.12.2014, 17:36 Uhr
Medienwächter wollen TV-Listen auf Settop-Boxen regulieren. Chancengleichheit auf der TV-Fernbedienung. (Quelle: imago images/Westend61)

Chancengleichheit auf der TV-Fernbedienung. (Quelle: Westend61/imago images)

Die voreingestellte Reihenfolge der TV-Sender sollte auf Fernsehern und Settop-Boxen staatlich reguliert werden. Das fordert Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK). So hätten auch kleinere Fernsehsender eine Chance.

Kaum ein Fernsehnutzer ändert laut der LFK Baden-Württemberg die voreingestellte Reihenfolge seiner Settop-Box oder des Fernsehers, wenn er damit digitales Antennen- oder Satelliten-Fernsehen schaut. Der elektronische Programmführer (EPG) werde lediglich als eine Art digitale Fernsehzeitung genutzt.

Langheinrich bemängelt: "Damit sind automatisch die Sender auf den vorderen Programmplätzen in der Pole-Position. Anbieter im hinteren Listen-Bereich haben geringe Chancen, gefunden zu werden.“ Dies soll durch die von ihm vorgeschlagene Regulierung durch die Landesmedienanstalten geändert werden.

"Kanalplätze nach Scheckbuch vergeben"

Langheinrich konkretisiert: „Nach wie vor dürfen Hersteller von TV-Geräten in Deutschland die Reihenfolge der Sender bestimmen. Die Gefahr ist groß, dass Kanalplätze nach Scheckbuch vergeben werden. Neue Sender oder regionale Informationsangebote drohen im digitalen Nirwana unterzugehen." Hier sei die Medienpolitik gefordert, um gleiche Zugangsbedingungen für alle Sender zu schaffen.

Die Belegung der Senderreihenfolge wird bereits auf "Sende-Ebene" reguliert. Regionale Kabelbetreiber etwa müssen ihre Senderlisten bei der jeweiligen Landesmedienanstalt einreichen. Diese prüft dann, ob die Programmbelegung für den Endkunden nachvollziehbar ist. Bestenfalls sind die Sender thematisch angeordnet, zum Beispiel: Regionales, Nachrichten und Action. Diese Regelung soll auf Endgeräte ausgedehnt werden.

Keine feste Senderliste

Was die Regulierung nicht beabsichtigt, ist die Vorgabe einer festen Senderliste, die vom Nutzer nachträglich nicht verändert werden könnte. Die Regulierung soll demnach nur verhindern, dass zahlungskräftige Fernsehanstalten ihre Platzierung auf den Endgeräten beeinflussen können.

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