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Ein Inselparadies versinkt im Meer

Kiribati  

Ein Inselparadies versinkt im Meer

07.10.2013, 10:39 Uhr

Ein Inselparadies versinkt im Meer. Im Süden von Tawara, im Ort Tangintebu, bedeckt die Flut schon jetzt Pflanzen und Büsche fast vollständig. (Quelle: Reuters/David Gray)

Im Süden von Tawara, im Ort Tangintebu, bedeckt die Flut schon jetzt Pflanzen und Büsche fast vollständig. (Quelle: David Gray/Reuters)

Ein Inselparadies, von dem man eigentlich nur träumen kann: Sonne und Strand im Überfluss, Kokospalmen wiegen sich im Wind, die Wassertemperatur beträgt rund 28 Grad Celsius. Aber der Untergang von Kiribati ist nur eine Frage der Zeit. Klimawandel, Überbevölkerung und Umweltverschmutzung werden diesem Südsee-Idyll bald ein Ende bereiten.

Die Republik Kiribati liegt im zentralen Pazifik etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Australien und Hawaii. Die drei Inselgruppen bestehen aus insgesamt 33 Atollen, die sich im tiefblauen Ozean wie eine Perlenkette aneinanderreihen und sich nur wenige Meter über dem Meeresspiegel befinden. Der Bericht internationaler Klimawissenschaftler besagt, dass der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um bis zu einen Meter steigen könnte. Dann würde der Großteil von Kiribati einfach verschwinden. Schon jetzt durchbrechen extrem hohe Fluten regelmäßig die Deiche. Sie zerstören Ernten und Häuser und verschmutzen das Trinkwasser.

Deshalb sah ein Bewohner aus Kiribati auch keine andere Möglichkeit, als seine Heimat zu verlassen. Die Familie lebt jetzt auf einem Bauernhof in Neuseeland. Ob sie mit ihrem Antrag auf Anerkennung als Klimaflüchtlinge Recht bekommen ist unwahrscheinlich. Zweimal wurde der Antrag bereits abgelehnt. Dennoch könnte der Fall Anlass geben, die Definition von Flüchtlingen zu überarbeiten. Denn auf die Familie aus Kiribati werden in Zukunft Tausende Inselbewohner folgen, wenn ihr Land vom Meer verschluckt wird.

Umsiedlung auf die Fidschi-Inseln?

Auch der Präsident von Kiribati, Anote Tong, betonte Ende September vor den Vereinten Nationen, dass der steigende Meeresspiegel sein Volk bedrohe. Beim Kampf gegen den Klimawandel sieht der Präsident des verlorenen Paradieses dringend Nachholbedarf, denn "wir sind desaströs vom Kurs abgekommen". Für ihn ist der Untergang seines Inselstaats ein unaufhaltsames Schicksal und nur noch eine Frage der Zeit. Er glaubt, dass sein Regierungsbezirk in spätestens 60 Jahren wegen Überflutung und Kontaminierung des Trinkwassers nicht mehr bewohnbar sein wird. Deshalb hat er für sein Volk 2400 Hektar Land auf den Fidschi-Inseln gekauft. Außerdem ist seine Regierung dabei, die beruflichen Fähigkeiten seiner Bürger auszubauen, damit sie "die Möglichkeit haben, in Würde auszuwandern."

Weitere Inselstaaten sind bedroht

Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnte bereits im Jahr 2009, dass voraussichtlich rund acht Millionen Ureinwohner der Pazifischen Inseln bis zum Jahr 2050 ihre Heimat verlieren werden. Neben Kiribati sind im Pazifik auch die Inselstaaten Tuvalu, Nauru, Vanuatu, Tokelau, Fidschi sowie die Salomonen und die Carteret-Inseln vom Untergang bedroht. Auch die Malediven im Indischen Ozean und die Bahamas in der Karibik könnten schon in wenigen Jahren im Meer versinken.

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