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Kalender "Deutschland Grenzenlos" von Jürgen Ritter

Ein Land wächst zusammen  

Kalender "Deutschland Grenzenlos"

02.10.2013, 10:24 Uhr

Kalender "Deutschland Grenzenlos" von Jürgen Ritter. Kalenderblatt September: Berlin, Charlottenstraße / Ecke Zimmerstraße, 1982 und 2012 (Quelle: Jürgen Ritter)

Kalenderblatt September: Berlin, Charlottenstraße / Ecke Zimmerstraße, 1982 und 2012 (Quelle: Jürgen Ritter)

Die innerdeutsche Grenze hat mehr als vier Jahrzehnte lang Landschaften, Orte und Familien getrennt. Über knapp 1400 Kilometer zog sich ein Sperrgürtel von der Ostsee bis nach Bayern zur Grenze der damaligen Tschechoslowakei. Eine Zone, die von 1961 bis 1985 teilweise vermint war und in der bis 1989 Schusswaffen gegen Flüchtlinge aus der DDR eingesetzt wurden.

Jürgen Ritter arbeitet seit 1980 als Fotograf und hat - zunächst von Westdeutschland aus - die innerdeutsche Grenze fotografiert. Zu Fuß wanderte er fast zwei Jahre lang die Grenze entlang. Ritter hielt während seiner Touren zur Sicherheit mit seiner Frau per Funkgerät Kontakt. Auf bestimmten Abschnitten wurde er vom deutschen Zoll begleitet. Die Zollbeamten kannten sich auf ihren Grenzabschnitten bestens aus und versorgten Ritter mit vielen Hintergrundinformationen. Vonseiten der DDR wurde Ritter misstrauisch beäugt. In seiner Akte der Staatssicherheitsbehörde wurde er verdächtigt, Anschläge auf die Grenze zu planen und den Bundesgrenzschutz zu schulen.

Aber auch der Westen tat sich mit den Fotos schwer. Ab 1986 konnte er im Westen kaum noch Ausstellungsorte finden, denn fast immer lautete die Absage sinngemäß: "Tolle Sache, die Sie da machen, Herr Ritter, aber es tut uns leid: Wir bemühen uns gerade um eine Partnerschaft mit einer DDR-Stadt - da können wir solche Bilder nicht zeigen."

Nach dem Mauerfall fotografierte Ritter weiter

Am 9. November 1989 fiel die Mauer, trotzdem war für Jürgen Ritter sein Projekt nicht beendet. 20 Jahre später hält er die Veränderungen aus fast derselben Perspektive fotografisch fest. Seine Bilder von damals und heute zeigen, wie die traurige Realität aussah und wie kostbar die heutige Freiheit ist. Fast 40.000 Bilder umfasst Ritters Archiv. Online schreibt er: "Diese Webseite ist den Hunderten von Toten und Verletzten des SED/DDR-Grenzregimes gewidmet, sowie allen anderen, die wegen dieser Grenze quer durch Deutschland in Haft kamen oder ihre Heimat zwangsweise verlassen mussten."

Eine Auswahl dieser Bildpaare ist in dem Bildband "Die Grenze – Ein deutsches Bauwerk" zu sehen. Wie schon 2013 erscheint auch für das kommende Jahr ein Kalender mit bislang unveröffentlichten Bildpaaren. Der Kalender kann über www.grenzbilder.de bestellt werden.

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