Sie sind hier: Home > Digital > Elektronik > Fotografie > Reportagen >

"Tagebau": Alltag mit der Braunkohle

Mensch und Umwelt  

Alltag im Braunkohlerevier - surreal wie im Film

08.01.2014, 15:12 Uhr

"Tagebau": Alltag mit der Braunkohle. Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Nordrhein-Westfalen. (Quelle: Sebastian Mölleken)

Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Nordrhein-Westfalen. (Quelle: Sebastian Mölleken)

Als Sebastian Mölleken zum ersten Mal im rheinischen Braunkohlerevier für sein Fotoprojekt "Tagbau" recherchierte, war er überwältigt: Ganze Dörfer müssen den riesigen Baggern weichen, die bis ins Jahr 2045 etwa 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle abbauen sollen.

Die Ausmaße der Abbaugebiete Garzweiler I und II sind gigantisch: Gemeinsam haben sie eine Fläche von 110 Quadratkilometern. "Alles scheint irreal, fast surreal, wie in einem Film. Die Empfindung für Zeit und Größe verschiebt sich, hier herrschen andere Dimensionen", beschreibt der Fotograf seine Eindrücke.

Mensch und seine Umgebung als Symbiose

Im Mittelpunkt von Möllekens Fotografien steht stets die Frage, wie Menschen unter besonderen Bedingungen leben. Dabei sind der Mensch und seine Umgebung für den Fotografen unzertrennlich: "Die Landschaft prägt den Menschen, der in ihr lebt – gleichzeitig prägt der Mensch die Landschaft." Deshalb stehen seine Porträts fast immer neben Landschaftsaufnahmen.

Bagger fressen sich durch die Landschaft

Im rheinischen Braunkohlerevier lief der Fotograf durch verlassene Ortschaften am Rande des Tagebaus und stand vor den gewaltigen Baggern, die sich durch die Landschaft fressen. Doch er fotografierte auch Neubaugebiete, in die die Anwohner umgesiedelt wurden.

Beide Seiten der Umsiedelung

"Nur die alte, für den Tagebau geopferte Welt zu zeigen, das wäre mir zu profan gewesen. Und es wäre auch schlicht weg falsch", sagt Mölleken. "Es werden Orte abgerissen – es werden aber auch neue, moderne Orte erschaffen." Er sprach mit Menschen, für die ihre Umsiedelung ein schlimmes Ereignis war. Andere freuten sich über ihre neue Heimat. "Es gibt beide Seiten und das spiegelt sich auch in meinen Bildern", resümiert der Fotograf.

"Tagebau" ausgezeichnet

Im Oktober 2013 wurde Sebastian Mölleken für die Foto-Serie "Tagebau" mit dem "Felix-Schoeller Award für Landschafts- und Naturfotografie" ausgezeichnet. Der Fotograf, Jahrgang 1979, wuchs in Oberhausen auf, und arbeitet für renommierte Kunden aus der Werbung und Wirtschaft. Das Buch zur Serie ist über die Website www.moelleken-fotografie.de des Fotografen erhältlich. Dort gibt es auch weitere Informationen über Leben und Werk des Fotokünstlers.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deKlingel
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Elektronik > Fotografie > Reportagen

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: