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IS-Miliz steht auf Telegram: Messenger-Hersteller zieht Reißleine

WhatsApp verschmäht  

IS-Terroristen nutzen Messenger-App aus Berlin

19.11.2015, 18:41 Uhr | dpa, Reuters, t-online.de

IS-Miliz steht auf Telegram: Messenger-Hersteller zieht Reißleine. zwei Männer tauschen via Chat-App Telegram Kurznachrichten aus. (Quelle: Reuters)

IS setzt auf Chat-App aus Berlin. (Quelle: Reuters)

Wie viele Smartphone-Nutzer halten auch Terrormilizen wie der Islamische Staat (IS) über Messenger Kontakt. Sie nutzen jedoch nicht WhatsApp, sondern die aus Berlin stammende App "Telegram" für ihre Propaganda. Nun haben die Hersteller reagiert.

Telegram ging nach eigenen Angaben bereits gegen die Chats des IS vor und blockierte 78 Gruppengespräche in zwölf Sprachen, die von Anhängern betrieben wurden. Bei IS-Anhängern ist die App unter anderem deshalb so beliebt, weil über sogenannte Channels ähnlich wie bei Twitter oder Facebook viele Abonnenten gleichzeitig erreicht werden. Zudem bietet sie eine besonders starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für die Kommunikation und bietet einen Selbstzerstörungsmodus für Nachrichten. Auf Wunsch verschwinden Nachrichten vom Smartphone, nachdem sie verschickt oder gelesen wurden.

Einige der gesperrten Chats tauchten allerdings bereits kurze Zeit später etwas abgeändert wieder in dem Netzwerk auf. In Zukunft solle es einfacher werden, solche Inhalte zu melden, erklärte ein Firmensprecher. Nach den Terroranschlägen von Paris war der Dienst aus Berlin unter anderem von der US-Internet-Analysefirma Flashpoint als ein wichtiges Kommunikationsmittel der Terroristen bezeichnet worden.

Wie verständigt sich der IS?

Über mögliche IS-Kommunikationswege wird seit Tagen diskutiert. Die  Äußerung des belgischen Innenministers Jan Jambon, der kurz vor den Anschlägen in Paris beklagte, eine Kommunikation über die Spielekonsole Playstation 4 sei für Behörden schwierig zu entschlüsseln, wurde fälschlicherweise auf die aktuellen Ermittlungen übertragen. Konkrete Hinweise darauf, dass die Attentäter von Paris sich mit der PS4 abgestimmt haben könnten, gibt es nicht.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer hält die Theorie, dass Terroristen auch über Netzwerke der Spielekonsolen kommunizieren, unterdessen grundsätzlich für plausibel. Dieser Austausch könne nur schwer von Sicherheitsbehörden und der Online-Community kontrolliert werden, sagte Pfeiffer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Terroristen könnten sich etwa in online-basierten Spielen mit mehreren Teilnehmern besprechen.

Tausende Twitter-Accounts 

Auch kursieren Berichte über angebliche erste Erfolge des Hacker-Netzwerks Anonymous in einem "Cyber-Krieg" gegen den IS. Der Twitter-Account @opparisofficial behauptete, mehrere Tausend Twitter-Accounts von IS-Sympathisanten aus dem Verkehr gezogen zu haben – verifizieren ließ sich das jedoch nicht. Um einen Twitter-Account zu schließen, müsste entweder das Passwort des Nutzers geknackt werden oder der Account bei Twitter als schädlich gemeldet und dann von dem Unternehmen gesperrt werden.

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