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Preissturz beim Galaxy S9: Es lohnt sich, mit dem Smartphone-Kauf zu warten

Preisverfall beim Galaxy S9  

Warum es sich lohnt, mit dem Smartphone-Kauf zu warten

Von Ali Vahid Roodsari

29.05.2018, 16:06 Uhr
Preissturz beim Galaxy S9: Es lohnt sich, mit dem Smartphone-Kauf zu warten. Smartphones: Der Preis von Top-Geräten fällt schon innerhalb weniger Wochen.  (Quelle: dpa/Bildagentur-online/Tetra Im)

Smartphones: Der Preis von Top-Geräten fällt schon innerhalb weniger Wochen. (Quelle: Bildagentur-online/Tetra Im/dpa)

Oberklasse-Smartphones kosten zum Marktstart bis zu tausend Euro – eine Menge Geld. Für Sparfüchse lohnt es sich, ein paar Monate zu warten. Denn dann kosten viele Geräte deutlich weniger.

"Preisverfall für das Samsung Galaxy S9". Die Fachpresse überschlug sich am Montag und Dienstag mit solchen Meldungen. So titelte die "PC Welt": "Neuer Tiefpreis für Samsung Galaxy S9/S9+". Und "Chip" schrieb "So heftig ist der Preisverfall des Galaxy S9". "ZDNet" erwähnte in der Überschrift zusätzlich einen Preisverfall beim Apple iPhone.

Tatsächlich kosten Samsungs Flaggschiffe seit Kurzem weniger. Lag der Preis das Galaxy S9 zum Marktstart im Februar 2018 noch bei 840 Euro, gibt es das Smartphone beim günstigsten Anbieter derzeit für 540 Euro. Das zeigt die Preisentwicklung bei dem Vergleichsportal "idealo.de".

 Samsung Galaxy S9 64GB midnight black: Preisentwicklung laut "Idealo"  (Quelle: Idealo) Samsung Galaxy S9 64GB midnight black: Preisentwicklung laut "Idealo" (Quelle: Idealo)

Das sind rund 300 Euro weniger. Auch beim S9+ verhält es sich preislich ähnlich: Laut Idealo kostete das Gerät im Februar noch 949 Euro. Heute sind es etwa 678 Euro.

Samsung Galaxy S9+: Der Preis des Flaggschiffs fiel in den letzten Monaten stark.  (Quelle: Idealo)Samsung Galaxy S9+: Der Preis des Flaggschiffs fiel in den letzten Monaten stark. (Quelle: Idealo)

Knapp ein Drittel weniger zahlen in nur drei Monaten. Die Vergleiche zeigen: Warten lohnt sich. Doch wie kann ein Smartphone schon kurz nach Veröffentlichung so viel weniger kosten. Und ist das bei Geräten von anderen Anbietern auch so?

Top-Smartphones verlieren schnell an Wert

Auch bei dem Vorgängermodell Galaxy S8 läuft es ähnlich. Innerhalb weniger Monate wurde das S8 bis zu 300 Euro billiger. Heute kostet es etwa 440 Euro. Das zeigen die Preisentwicklungen vom Vergleichsportal "guenstiger.de".

Die Top-Geräte anderer Hersteller teilten ein ähnliches Schicksal. Hier geht der Preisverfall sogar noch schneller: Das LG G6 kostete nach Veröffentlichung im Mai 2017 749 Euro, im Oktober 2017 war es nur noch rund 400 Euro. Das Huawei P20 kostete beim Marktstart im März 2018 649 Euro und liegt laut Idealo jetzt schon bei etwa 519 Euro.

Weniger drastisch ist der Preisverfall bei Apples iPhones. Das zeigt eine Untersuchung des Kreditgebers "smava" und "Idealo" von 2016. Dabei wurden Apple- mit Samsung-Geräten verglichen. Das Ergebnis: Apple-Geräte sind nach einem halben Jahr Monaten etwa 143 Euro billiger, Samsung-Produkte 222 Euro.

Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass das iPhone X in der 64-Gigabye-Variante derzeit um die 900 Euro kostet. Die unverbindliche Preisempfehlung war beim Start im November 2017 1.149 Euro – also knapp 250 Euro mehr. Wenn man bedenkt, dass das iPhone seit November auf dem Markt ist, ist der Preisverfall im Vergleich zu Samsung-Geräten moderater.

Warum der Wertverfall?

Für einen Preisverfall gibt es verschiedene Gründe, sagt Blasius Kawalkowski, stellvertretender Chefredakteur beim Fachportal "Inside-Handy": "Samsung bringt beispielsweise regelmäßig neue Modelle auf den Markt", sagt Kawalkowski. "Alte Versionen werden darum günstiger."

Zudem gibt es für Samsung mehr Konkurrenz auf dem Markt als früher. Beispielsweise aus China. So sei das Huawei P20 technisch mit Samsung-Geräten gleichzusetzen. Samsung müsse darum den Preis anpassen, wenn es seine Marktstellung nicht verlieren will.

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Schon zum Start technisch unterlegen

Andere Hersteller müssen Preise aus anderen Gründen senken: "LG kommt nicht über die Masse", sagt Kawalkowski. "Wenn es seine Smartphones loswerden will, muss es die Geräte günstiger machen." Zudem war beispielsweise das LG 6 Gerät bereits beim Verkaufsstart der Konkurrenz technisch unterlegen.

Das Phänomen, dass Apple-Geräte langsamer im Preis fallen, kennt Kawalkowski: "Apples Geräte sind immer gehypt. Apple kann darum den Preis bestimmen, weil Kunden dafür zahlen."

Der Smartphone-Markt gilt als gesättigt, die Konzerne verkaufen weltweit weniger Geräte als noch vor einigen Jahren. Das berichtete das Marktforschungsinstitut im Februar 2018. 2017 wurden demnach 408 Millionen Geräte verkauft, 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Tipps zum Smartphone-Kauf

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass alle Top-Geräte mit der Zeit einen Preisverfall erleben – manche mehr, andere weniger. Wer beim Smartphone-Kauf sparen will, sollte laut Kawalkowski folgende Regeln beachten:

1. Nicht das Smartphone am Tag des Markstarts kaufen. Bereits innerhalb der ersten Wochen wird der Preis für Geräte sinken.

2. Nicht immer Top-Geräte kaufen. Die technischen Unterschiede zwischen einem Galaxy S8 und einem Galaxy S9 sind beispielsweise nur gering.

3. Achten Sie auch auf unbekanntere Hersteller. Das OnePlus 6 von OnePlus kostete beim Markstart beispielsweise deutlich weniger als das Galaxy S9. Technisch ist es aber durchaus vergleichbar. Klicken Sie hier, um einen ausführlichen Bericht zum OnePlus zu lesen.

4. Kaufen Sie ein Mittelklasse-Modell. Diese Geräte kosten zwischen 200 und 400 Euro. Die aktuelle Generation kann dabei alles, was der Normal-Nutzer braucht. Lediglich in einigen Bereichen, wie beispielsweise der Kamera, müssen Käufer sich hier mit weniger Leistung zufrieden geben.

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