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TV-Quiz: Supercomputer "Watson" von IBM tritt in Jeopardy an

IBM Supercomputer  

Supercomputer "Watson" sticht Jeopardy-Ass aus

15.02.2011, 08:55 Uhr | Andreas Lerg

TV-Quiz: Supercomputer "Watson" von IBM tritt in Jeopardy an. IBM Watson: Supercomputer tritt in Jeopardy gegen Brad Rutter und Ken Jennings an und siegt. (Foto: AP)

IBM Watson: Supercomputer tritt in Jeopardy gegen Brad Rutter und Ken Jennings an. (Foto: AP) (Quelle: AP/dpa)

IBM hat den Supercomputer Watson nur für einen Zweck gebaut: Er soll gegen die besten menschlichen Kandidaten in der beliebten US-Gameshow Jeopardy bestehen. Einer der beiden Jeopardy-Champions unterlag dem Superhirn mit seinen 2880 Prozessorkernen und der geballten künstlichen Intelligenz deutlich. Der zweite Kandidat behauptete sich immerhin mit einem Unentschieden. Zwei weitere Runden gegen Watson werden noch gespielt.

"Wie lautet die Frage?". Das ist das Grundprinzip von Jeopardy. Der Quizmaster gibt Antworten vor, und die Kandidaten sollen die dazugehörige Frage erraten. Damit der IBM-Supercomputer Watson gegen menschliche Kandidaten bestehen kann, haben Ingenieure vier Jahre Entwicklungszeit investiert. Doch Brad Rutter, den Jeopardy-Kandidaten, der mit 2,4 Millionen Euro die höchste Gewinnsumme aller Zeiten einstrich, konnte Watson in der ersten Runde nicht besiegen. Beide liegen mit einer erspielten Summe von 5000 Dollar gleich auf. Ken Jennings, der mit 74 Siegen in Folge ebenfalls einen Jeopardy-Rekord aufstellte, liegt mit 2000 Dollar Gewinnsumme auf dem dritten Platz. In den Proben allerdings besiegte Watson die Test-Kandidaten, wie dieses YouTube-Video zeigt.

Watson kann nur rechnen

Watson, benannt nach IBM-Gründer Thomas J. Watson, soll die beste "Frage-Antwort-Maschine" sein. Die Entwickler legten den Fokus dabei auf das Verstehen menschlicher Sprache. Watson soll menschliche Ausdrücke, Formulierungen und Redewendungen richtig verstehen und verarbeiten. Das Problem dabei: Watson kann nur rechnen. Wo ein Mensch beispielsweise aufgrund seiner Erfahrung Ironie verstehen, Reime oder Wortspiele einfach interpretieren kann, muss Watson sich der Bedeutung des Gehörten über zahlreiche Algorithmen nähern und dann die passende Lösung finden. Watson kann den Sinn einer Aufgabe nicht verstehen, sondern nur die wahrscheinlichste Lösung errechnen.

Watson wurde mit Wissen gefüttert

Dazu haben die 25 IBM-Entwickler den Supercomputer vier Jahre lang mit Wissen gefüttert. Die Texte unzähliger Lexika und Wörterbücher, ganze Dekaden von Zeitungsausgaben beispielsweise der New York Times und Inhalte der Wikipedia wurden gespeichert. Sobald Watson eine Aufgabe erhält, zerlegt er diese in Teilaspekte die dann mit Hilfe des gespeicherten Wissens analysiert werden. Dann erstellt der Supercomputer eine Vielzahl möglicher Antwort-Hypothesen. Zum Schluss versucht Watson mit einer Wahrscheinlichkeitsanalyse die Antwort zu ermitteln, die am ehesten zutrifft. IBM nennt die dafür entwickelte Software Deep Q&A, also- tiefreichendes Frage- und Antwortsystem.

Watson füllt zwei Schränke

Damit Watson diese Aufgabe in Sekundenbruchteilen bewältigen kann, füllt seine Hardware zwei Kühltruhen-große Rechnerschränke. Insgesamt 2880 Prozessoren bewältigen unglaubliche 80 Billionen Rechenschritte pro Sekunde. Doch diese geballte Rechenpower ist dennoch der menschlichen Intuition und Assoziationsfähigkeit unterlegen, wie das Ergebnis der ersten Runde Jeopardy zeigt. Dass die Quizshow als Prüfstein für die künstliche Intelligenz gewählt wurde, erklärt IBM-Entwickler David Ferrucci damit, dass die Maschine bewusst mit Aufgaben konfrontiert werden sollte, die nicht für die Bearbeitung durch Computer speziell aufbereitet wird. Bei Google muss der Nutzer seine Frage so anpassen, dass Google etwas brauchbares finden kann. Watson hingegen soll sich an den Menschen anpassen.

Was kommt nach dem Spiel?

Natürlich steckt IBM nicht Millionen Forschungsgelder in ein System wie Watson, nur damit der in einer TV-Quizshow antreten kann. Das System soll ganz pragmatisch zum Einsatz kommen. Immer dort, wo Menschen sehr schnell auf umfangreiches Wissen zugreifen müssen, kann Watson helfen. Beispielsweise in der Medizin. Durch Forschung wächst das Wissen über den menschlichen Körper, Therapien und Behandlungsmethoden ständig an. Ein Arzt kann all dieses Wissen unmöglich im Kopf haben und bei akuten Diagnosen fehlt die Zeit, Bücher zu wälzen. Hier könnte Watson auf konkrete Fragen und Beschreibungen eines Arztes das richtige Wissen zur Verfügung stellen, um schnell auch komplexe Diagnosen erstellen und die richtige Behandlungsstrategie entwickeln zu können.

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