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Skyrmionen: Deutsche Forscher speichern erstmals auf Magnet-Wirbeln

Nano-Festplatten  

Speichern auf Magnet-Wirbeln

09.08.2013, 13:15 Uhr | dpa

Skyrmionen: Deutsche Forscher speichern erstmals auf Magnet-Wirbeln. Magnetische Wirbel (Skyrmionen) (Quelle: dpa)

Forscher nutzen erstmals winzige neue Datenspeicher. (Quelle: dpa)

Hamburger Forschern ist ein entscheidender Schritt auf der Suche nach zukünftigen Datenspeichern gelungen. Erstmals haben es die Physiker geschafft, winzig kleine magnetische Wirbel oder Knoten, sogenannte Skyrmionen, als Datenträger zu nutzen. In einem Versuch konnten die Experimentalphysiker diese Nanoknoten mit einer Information beschreiben und diese anschließend wieder löschen.

Die Datenberge wachsen unaufhörlich, die Speichermedien werden immer kleiner. Doch langsam wird es eng. Ein Ausweg könnten sogenannte Skyrmionen sein, die Hamburger Physiker erstmals genutzt haben. Die Arbeit beschreiben die Forscher der Universität Hamburg in der US-amerikanischen Fachzeitschrift Science. Die Technik könne einen Ausweg aus einer technologischen Sackgasse weisen.

"Der Knoten im Taschentuch"

Skyrmionen bestehen aus nur wenigen Atomen und bilden winzige magnetische Wirbel oder Nanoknoten. Über das vor rund 80 Jahren erstmals entdeckte Phänomen wird schon seit Jahren intensiv geforscht. Wie die Forscher berichten, wurden in Hamburg nun erstmals gezielt vier Skyrmionen auf einem Probenausschnitt erzeugt und wieder aufgelöst.

Damit gelang es den Physikern, die allen Daten zugrundeliegenden Einheiten 0 und 1 zu erzeugen. "Die Idee vom sprichwörtlichen Knoten im Taschentuch, um sich etwas zu merken, haben wir auf die Speichertechnologie übertragen", erklärt Niklas Romming, Doktorand an der Uni Hamburg.

Für ihr Experiment nutzten die Forscher einen nur zwei Atomlagen dicken Film aus Palladium und Eisen auf einen Iridium-Kristall. Mit Hilfe eines Rastertunnel-Mikroskops konnten sie die nur wenige Nanometer großen Skyrmionen beobachten. Mit einem kleinen elektrischen Strom aus einer Mikrospritze wurden die Wirbel anschließend manipuliert.

Der Weg aus der Speichersackgasse

Computer werden immer kleiner, auch die Datenträger müssen auf immer kleinerem Raum arbeiten und stoßen langsam an ihre physikalischen Grenzen. Dabei finden immer stärkere Wechselwirkungen statt, was auch zu Datenverlust führen kann. Demgegenüber könnten Skyrmionen als Speichereinheit nicht nur Platz-, sondern auch den Energiebedarf deutlich senken.

Wann die neue Technik tatsächlich in Computern, Tablets und Smartphones stecken wird, ist noch offen. Das Experiment habe aber die Machbarkeit der neuen Technik bewiesen, betonen die Forscher, darunter auch Professor Roland Wiesendanger, André Kubetzka und Kirsten von Bergmann. Damit sei eine wichtige Hürde für die technische Umsetzung genommen worden.

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