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Worauf Sie beim Bildschirm-Kauf achten sollten

Von dpa
Aktualisiert am 08.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Eine Frau arbeitet im Homeoffice: Wer sich einen neuen Monitor zulegen will, steht vor einer riesigen Auswahl.
Eine Frau arbeitet im Homeoffice: Wer sich einen neuen Monitor zulegen will, steht vor einer riesigen Auswahl. (Quelle: Uwe Anspach/dpa-bilder)
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Wer verst├Ąrkt im Homeoffice arbeitet, denkt fr├╝her oder sp├Ąter auch ├╝ber einen zweiten Bildschirm nach. Das Angebot ist riesig, bei Angeboten um 100 Euro sollte man aber genau hinschauen.

Die Werbeversprechen sind gro├č, die Auswahl ist riesig. Und wer nicht wei├č, was sich hinter den vielen technischen Abk├╝rzungen verbirgt, kommt schnell zu dem Schluss, dass es bereits um 100 Euro richtig gute Computerbildschirme gibt.

Experten raten jedoch zur Vorsicht: "Zwar bieten diverse Hersteller Monitore knapp unter der 100-Euro-Schallmauer an, allerdings sind hier deutliche Abstriche bei Ausstattung, Anschl├╝ssen und Ergonomie zu machen", sagt Andreas Roth vom Displayportal "Prad.de". Zudem sei zu diesem Preis die Auswahl mit Diagonalen von 23 Zoll, was die Homeoffice-Mindestgr├Â├če sein sollte, dann doch eher ├╝berschaubar.

Lieber 50 Euro mehr ausgeben

"Wer bereit ist 150 Euro zu investieren, erh├Ąlt aber bereits einen soliden Monitor mit einer Bilddiagonale von 24 Zoll, mit guten ergonomischen Eigenschaften und guter technischer Ausstattung f├╝r den Office-Einsatz", sagt Roth.

Bei Preisen um 100 Euro kann man nur eine Standardausstattung erwarten: "Diese einfachen Office-Monitore verf├╝gen meistens ├╝ber ein Full-HD-Display im Seitenverh├Ąltnis 16:9, verbaut sind dann in der Regel TN-Panels", erkl├Ąrt Matthias Wellendorf vom Technikportal "Inside-digital.de". Das Panel ist das Herzst├╝ck des Monitors. Es besteht aus Millionen leuchtender Pixel, die das Bild erzeugen.

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TN steht dabei f├╝r Twisted Nematic und beschreibt die Anordnung der Fl├╝ssigkristalle im Bildschirm. "TN-Panels sind vergleichsweise einfach und lassen sich kosteng├╝nstig produzieren, sie zeichnen sich zudem durch schnelle Reaktionszeiten aus und ben├Âtigen wenig Strom", so Wellendorf. Fast alle Einsteigermonitore h├Ątten daher TN-Panels.

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Eingeschr├Ąnkter Blickwinkel

Der Nachteil von TN-Panels ist aber unter anderem ihr eingeschr├Ąnkter Blickwinkel. "Wer schr├Ąg von unten auf eine Bildfl├Ąche blickt, kann ein TN-Panel sofort durch fehlende Kontraste und eine verf├Ąlschte Farbwiedergabe ausmachen", wei├č Andreas Roth. Ein deutlich besseres Bild w├╝rden hier Monitore mit einem IPS-Panel liefern.

Bei dieser In-Plane-Swiching (IPS) genannten Technologie sind die Kristalle parallel ├╝bereinander angeordnet, was f├╝r bessere Farben und eine gr├Â├čere Blickwinkelunabh├Ąngigkeit sorgt. "Das IPS-Panel ist daher f├╝r den Office-Bereich eine gute Wahl", meint Roth.

Eine dritte Technologie am Markt sind Panels mit einer Technologie namens Vertical Alignment (VA), die mitunter als Kompromiss zwischen TN- und IPS-Bildschirmen gelten. "VA-Panels weisen die besten Kontrastwerte auf, liefern somit das satteste Schwarz und haben auch eine relativ hohe Blickwinkelstabilit├Ąt, auch wenn diese nicht an die der IPS-Paneltechnologie heranreicht", sagt Roth.

Der Grund hierf├╝r ist die vertikale Anordnung der Kristalle. Gleichzeitig sind VA-Panels aber etwas teurer in der Herstellung, haben einen h├Âheren Stromverbrauch und rangieren bei den Reaktionsgeschwindigkeiten hinter TN- und IPS-Paneln.

Pixeldichte pr├╝fen

Wer tendenziell einen gro├čen Monitor bevorzugt, sollte die Pixeldichte im Auge behalten. "Ein gro├čes Display mit niedriger Aufl├Âsung liefert nat├╝rlich ein qualitativ schlechteres Bild als ein kleines Display bei gleicher Aufl├Âsung", sagt Matthias Wellendorf. Eine gute Zwischenl├Âsung sei aber etwa ein 27-Zoll-Bildschirm mit IPS-Technologie und 2.560 mal 1.440 Pixeln. "Statt zwei Bildschirmen w├Ąre auch ein Display im Widescreen-Format eine Alternative ÔÇô die jedoch deutlich teurer sind", so Wellendorf.

Achten sollten K├Ąuferinnen und K├Ąufer darauf, dass der Monitor ├╝ber alle ben├Âtigten Anschl├╝sse verf├╝gt. "Auch in der unteren Preisklasse sollten Monitore mit einem digitalen HDMI-Eingang ausgestattet sein, besser noch mit einem zus├Ątzlichen Display-Port", empfiehlt Roth. Entscheidend sei aber letztlich, welche Ausg├Ąnge die Grafikkarte des Rechners bereitstellt. "Ein analoger VGA-Anschluss d├╝rfte aber heute nur noch f├╝r Nutzer interessant sein, die einen uralten PC oder ein altes Notebook nutzen."

USB-Hub und Lautsprecher?

Sinnvoll kann auch ein integrierter USB-Hub sein, sagt Wolfgang Pauler vom Fachmagazin "Chip". "Den findet man durchaus auch bei g├╝nstigen Monitoren." USB-C hingegen sei in der Preisklasse der Einsteiger-Bildschirme kaum zu finden.

Nicht blenden lassen sollte man sich hingegen von Extras wie eingebauten Lautsprechern. "Die sind oft von so schlechter Qualit├Ąt, dass jede externe Soundl├Âsung besser ist", meint Wellendorf. Entscheiden sollte prim├Ąr auf Basis der Panel-Technologie.

Info-Kasten: Ergonomie nicht vergessen

Bei der Wahl des richtigen Standorts spielt Licht eine wesentliche Rolle. "Ideal ist, wenn andere Lichtquellen wie Lampen oder Fenster nicht direkt auf das Display scheinen, denn das erschwert die Lesbarkeit und damit das Arbeiten", sagt Matthias Wellendorf vom Technikportal "Inside-digital.de".

Zudem sollte auf die richtige Sitzh├Âhe geachtet werden. "Ideal ist, wenn die Blickrichtung leicht nach unten geht und der Abstand zwischen Augen und Bildschirm mindestens 50 cm betr├Ągt", r├Ąt Wellendorf.

Wichtig f├╝r die richtige Ausrichtung ist daher ein verstellbarer Standfu├č, sagt Wolfgang Pauler vom Fachmagazin "Chip". "F├╝r einen h├Âhenverstellbaren und eventuell drehbaren Standfu├č bezahlt man oft rund 20 Euro mehr."

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