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Diese GerÀte schrieben Geschichte

13.10.2011Lesedauer: 3 Min.
Hifi-Anlage Braun Atelier: Kultobjekt von einem Deutschen designt.
Hifi-Anlage Braun Atelier: Kultobjekt von einem Deutschen designt. (Quelle: /Hersteller-bilder)
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Kamera und Videorekorder, Fernseher und Stereoanlage: Als GebrauchsgegenstĂ€nde entwickelt, verschwinden diese GerĂ€te nach einiger Zeit hinter verbesserten Nachfolgemodellen – das gilt besonders im Digital-Zeitalter. Aber so manches StĂŒck Technik ist mehr als nur ein schnell vergĂ€nglicher Alltagsartikel. Einige Exemplare sind so gut gelungen, dass sie noch immer begehrt und benutzt werden. Viele von ihnen erzielen gebraucht noch hohe Preise. Wir zeigen die legendĂ€ren GerĂ€te der Technikgeschichte.

Wer in der heutigen Zeit seine analogen Tapedecks, Plattenspieler oder Fotokameras auf dem Gebrauchtmarkt verĂ€ußern will, stĂ¶ĂŸt in vielen FĂ€llen auf wenig Resonanz. So manche teure Anschaffung von frĂŒher ist mittlerweile fast nichts mehr wert, viele gut erhaltene GerĂ€te wechseln fĂŒr ein paar lumpige Euro den Besitzer.

Das gilt aber nicht ausnahmslos: Besitzer eines Technik-Meisterwerks brauchen sich um dessen Wert weniger Sorgen machen. So werden beispielsweise Nakamichi-Tapedecks immer noch fĂŒr vierstellige Euro-BetrĂ€ge gehandelt, Tonbandmaschinen von Revox erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Braun-Design war Vorbild fĂŒr Apple

Auch ganze Stereoanlagen sind begehrt, etwa die Braun Atelier aus den Achtzigerjahren. Das Design der Braun-GerĂ€te stammt vom Wiesbadener Dieter Rams; seine Leitlinien fĂŒr gutes Design haben ganze Designer-Generationen maßgeblich beeinflusst.

Die Kreationen des Apple-Designers Jonathan Ive basieren maßgeblich auf Rams' Ideen. Ive hatte dem Braun-Designer einmal in einem Brief geschrieben, ein großer Bewunderer seiner Arbeiten zu sein. Die Braun Atelier steht als Beispiel fĂŒr gelungenes Industriedesign auch im Museum of Modern Art in New York.

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Technik-Meilensteine: Gut fĂŒr Ruhm, schlecht fĂŒrs GeschĂ€ft

Viele der Technik-Meilensteine brachten den jeweiligen Herstellern zwar Ruhm und Ehre, aber leider manchmal mit bösen Folgeerscheinungen: Die Produkte waren so gut, dass ihre Benutzer mit ihnen auf Dauer zufrieden waren und kein Interesse hatten, Nachfolgemodelle zu kaufen.

Nicht nur von Braun gibt es keine Stereoanlagen mehr. Vor allem deutsche Produzenten verschwanden im Laufe der Zeit von der BildflÀche. Nordmende, Saba, Uher, Telefunken, Dual oder Wega fristen bestenfalls ihr Dasein als Handelsmarke; heutige Produkte mit diesen Namen haben mit Ingenieurskunst nichts mehr gemein.

Stattdessen schmĂŒckt der namhafte Schriftzug von einst billig produzierte Massenware, die in großen VerbrauchermĂ€rkten zwischen Waschpulver und Kartoffelchips auf KĂ€ufer wartet. Andere Hersteller haben sich total gewandelt. So produziert das norwegische Unternehmen Tandberg, einst Vorreiter bei Bandmaschinen, jetzt Systeme fĂŒr Videokonferenzen. Letztendlich wurde es aber auch aufgekauft und gehört seit 2010 zu Cisco.

Japanische Hersteller waren flexibler

Überlebt haben einige der japanischen Hersteller: Sony, Hitachi, Panasonic, Nikon oder Canon waren schon in den Siebzigern die große Konkurrenz der deutschen Firmen, erwiesen sich als wandlungsfĂ€higer und können sich auch heute noch auf dem Markt behaupten. Einige hat es dennoch erwischt: Akai, ehemaliger Hersteller hochwertiger Tonbandmaschinen sowie Kassettendecks, musste im Jahr 2000 Konkurs anmelden. Aiwa, einst respektabler Walkman-Konkurrent fĂŒr Sony, gibt es seit 2002 nicht mehr.

Einige Unternehmen haben ĂŒberlebt

Einige Hersteller sind bei ihren Wurzeln geblieben und haben trotzdem ĂŒberlebt: Metz produziert nach wie vor Fernseher und BlitzgerĂ€te, Leica baut auch heute noch Kameras. Loewe, einstmals Loewe Opta, hat sich auf FernsehgerĂ€te konzentriert.

Auch der dĂ€nische Hersteller Bang & Olufsen hat durchgehalten. Diese Hersteller bedienen allerdings nur eine kleine Marktnische und bauen GerĂ€te der teuren Oberklasse. Trotzdem werden die meisten nicht so lange halten wie ihre VorgĂ€nger. Auch wenn qualitativ hochwertige Flachbildfernseher, Digitalkameras oder CD-Player noch in 20 oder 30 Jahren funktionieren wĂŒrden, dĂŒrften viele – da technisch ĂŒberholt – deutlich frĂŒher im SondermĂŒll-Container gelandet sein.

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