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Leistungsschutzrecht: Google News zeigt weiter Inhalte der VG Media an

Leistungsschutzrecht  

Google News behält Inhalte der VG Media

24.10.2014, 08:40 Uhr | rtr , AFP

Der Streit zwischen Google und deutschen Verlagen scheint vorerst beigelegt zu sein. Mehrere Verlage haben vorläufig eingelenkt und dem Suchmaschinenbetreiber eine ab Donnerstag gültige, widerrufliche "Gratiseinwilligung" erteilt, so dass Google die Artikel-Ausschnitte weiterhin unentgeltlich anzeigen in Suchergebnissen darf. Dies teilte die Interessenvertretung der Verlage, die VG Media, in Berlin mit.

Die meisten der in der VG Media organisierten Unternehmen hätten sich gezwungen gesehen, diesen Schritt "gegen ihren Willen" zu gehen. Grund dafür sei die "Marktmacht Googles von mehr als 90 Prozent".

Leistungsschutzrecht sorgt für Zoff mit Google

Der Suchmaschinenriese hatte angekündigt, ab Donnerstag würden Veröffentlichungen bestimmter deutscher Medien nicht mehr mit Textausschnitten und kleinen Bildern, sondern nur noch mit Überschrift und Link in den Suchergebnissen angezeigt. Hintergrund ist das umstrittene Leistungsschutzrecht. Es sieht vor, dass Verlage von Suchmaschinenbetreibern und Nachrichtensammelseiten Geld fordern dürfen, wenn diese Textfragmente oder Texte aus Produkten der jeweiligen Verlagshäuser anzeigen. Unklar ist aber unter anderem, ab welcher Textlänge Vergütungsansprüche bestehen.

Die in der VG Media organisierten Verlage, darunter Axel Springer, Dumont, Burda und Funke, haben sich bereits mehrfach beim Bundeskartellamt über Google beschwert. Auch gegen die angekündigte knappere Artikel-Darstellung wandten sich die Verlage an die Behörde. Sie sehen darin eine "Schlechterstellung" ihrer Medienerzeugnisse.

Google lehnt Forderung der VG Media ab

Google wiederum beantragte, das Bundeskartellamt solle formal mitteilen, dass es in Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht nicht gegen den Suchmaschinenbetreiber ermittelt. Die VG Media forderte Google nach eigenen Angaben auf, bis zur Klärung des Streits durch die Wettbewerbshüter auf die verknappte Artikel-Darstellung zu verzichten. Dies habe der Suchmaschinenriese abgelehnt.

Axel Springer rüstet sich für nächste Runde

Derweil rüstet sich der Axel-Springer-Verlag für die nächste Runde und sammelt Munition für die Auseinandersetzung vor dem Kartellamt. Anders als seine Verbündeten gewährt das Berliner Medienhaus dem Suchmaschinenbetreiber nicht für alle seine Pressetitel eine Gratislizenz für kurze Nachrichtentexte, wie eine Springer-Sprecherin am Donnerstag sagte.

Während Google beispielsweise kurze Texte aus der "Bild"-Zeitung auch künftig kostenlos auf seiner Internetseite übernehmen darf, beharrt Springer bei Nachrichten aus der "Welt", der "Auto Bild", der "Sport Bild" und der "Computer Bild" auf einem Vergütungsanspruch. "Wir wollen damit nicht nur ein Zeichen setzen, dass wir unsere Position nicht aufgeben, auch wenn wir unter Druck gesetzt werden", so die Sprecherin. Der Konzern nehme bewusst Umsatzeinbußen in Kauf, wenn Google die Suchergebnisanzeige bei diesen Titeln wie angekündigt auf Überschriften beschränke. Viele Verlage befürchten, dass bei dieser stark verkürzten Anzeige weniger Leser auf ihre meist werbefinanzierten Internetseiten gelenkt werden.

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