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Von Pappe bis Hightech: Die besten Virtual-Reality-Brillen im Überblick

Von Pappe bis Hightech  

Das sind die besten Virtual-Reality-Brillen

18.07.2018, 08:06 Uhr | Till Simon Nagel, dpa

Von Pappe bis Hightech: Die besten Virtual-Reality-Brillen im Überblick. Mit Brillen wie dem HTC Vive Pro kann jeder virtuelle Welten entdecken. Das Gerät soll es gegen Aufpreis auch mit einem Funkadapter geben. (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)

Mit Brillen wie dem HTC Vive Pro kann jeder virtuelle Welten entdecken. Das Gerät soll es gegen Aufpreis auch mit einem Funkadapter geben. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

Mittendrin in der Action sein und nicht nur vor dem Bildschirm sitzen – das macht virtuelle Realität möglich. Mittlerweile gibt es viele Geräte, die sich Sachen in Leistung, Preis und Anwendung stark unterscheiden. Ein Überblick.

Eine Reise zu den Niagara-Fällen unternehmen oder Hochgeschwindigkeitsrennen machen – ohne viel Geld auszugeben oder das Haus zu verlassen. Dank Virtual-Reality-Brille (kurz: VR-Brille) und der entsprechenden Software ist das möglich. Doch auf dem Markt finden sich viele sehr unterschiedliche Geräte. Welches soll man kaufen? Ein Überblick.

Cardboard und Co.

Der einfachste Weg zur virtuellen Realität ist ein Smartphone mit Googles Cardboard. Das ist ein Pappschuber mit Linsen, in den das Smartphone eingelegt wird. Google hat eine Anleitung veröffentlicht, mit der jeder den Schuber selbst basteln kann. Alternativ lässt sich eine Cardboard auch für ein paar Euro kaufen, die Preise variieren. Über geeignete Apps lassen sich dann einfache VR-Anwendungen nutzen oder 360-Grad-Videos ansehen. Analyst Brian Blau vom US-Marktforschungsinstitut Gartner sieht die Pappbrille aber skeptisch: zu unbequem, zu einfach. Für den ersten Einblick taugt das günstige System aber allemal. 

Google Cardboard ist die günstigste Variante, Virtuelle Realität zu erleben – aber auch die unbequemste. (Quelle: dpa/tmn/Christin Klose)Google Cardboard ist die günstigste Variante, Virtuelle Realität zu erleben – aber auch die unbequemste. (Quelle: Christin Klose/dpa/tmn)

Gear VR und Google Daydream VR

Diese VR-Modelle sind deutlich ausgefeilter. Beide Brillensysteme von Samsung und Google sind recht bequem zu tragen und kosten zwischen 70 und 90 Euro. Zum Betrieb ist ein aktuelles und schnelles Smartphone nötig. Samsung setzt mindestens ein Galaxy S6 voraus, Google listet mehr als zehn kompatible Geräte der Oberklasse auf. Lenovos Mirage Headset ist ein Daydream-fähiges Gerät für rund 400 Euro, das die VR-Technik bereits eingebaut hat. Samsung und Google bieten eigene App-Shops und Inhalte für die VR-Brillen. Branchenexperte Mark Sievers von der Unternehmensberatung KPMG sieht in dieser Geräteklasse derzeit das größte Potenzial – weil schon viele Nutzer kompatible Smartphones haben.

Alles in einem Oculus Go

Seit Mai 2018 hat VR-Hersteller Oculus mit der Oculus Go ein Komplettgerät im Angebot. Hier steckt die ganze Technik in einer Brille, die ohne Kabel auskommt, sich leicht einrichten und einfach bedienen lässt. Der Vorteil für Kunden: Sie brauchen kein 500 bis 800 Euro teures Smartphone – das Gerät gibt es für rund 220 bis 270 Euro, dazu einen App-Store mit diversen Spielen, Videos, interaktiven Geschichten und mehr. "Wenn Sie in die virtuelle Realität einsteigen wollen, ist Smartphone-VR oder Oculus Go eine gute Lösung", sagt Brian Blau. "Die Software ist gut, das Angebot an Apps und Inhalten ist groß und es ist nicht sehr teuer." Vor allem im Videobereich sieht er großes Potenzial für diese Geräteklasse.

Playstation VR

Diese Lösung taugt nur für Besitzer einer Playstation 4. Die Brille wird über einen Zusatzkasten mit Hardware angeschlossen. Die bunten, VR-kompatiblen "Move Motion Controller" gibt es separat zu kaufen. Mit einem Preis von rund 300 Euro ist PS VR eines der günstigeren Sets im Handel, außerdem ist die Brille recht bequem zu tragen. Etliche Spiele sind bereits verfügbar und weitere in Arbeit.

Windows Mixed Reality

Die VR-Technik von Microsft markiert die Grenze zum Profi-Bereich. Wer sie nutzen will, braucht einen aktuellen Windows-10-PC und eines der Headsets, die diverse Hersteller für 340 bis 600 Euro anbieten. Mixed Reality ermöglicht 360-Grad-Videos, Spiele wie zum Beispiel "Minecraft" in VR am PC – aber auch kreative Anwendungen. Mit Mixed Reality lassen sich etwa auch zusammen mit Microsofts "Paint 3D" dreidimensionale Objekte erschaffen.

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Die Königsklasse

"Wenn Sie Videospieler sind und Geld kein Problem ist, entscheiden Sie sich für PC-VR", sagt Experte Brian Blau und meint die VR-Brillen Oculus Rift und HTC Vive (circa 380 bis 680 Euro). Hier gibt es die beste Leistung und durch ausgefeilte Controller ein Höchstmaß an Interaktivität. Nutzer brauchen zusätzlich einen leistungsstarken PC oder Laptop.

Die VR-Brille Vive Pro von HTC wurde im Januar angekündigt, ist aber noch nicht verfügbar.  (Quelle: dpa/tmn/Andrea Warnecke)Die VR-Brille Vive Pro von HTC wurde im Januar angekündigt, ist aber noch nicht verfügbar. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa/tmn)

Beide Modelle sind mit ihren schweren Kabeln und der dadurch begrenzten Beweglichkeit etwas sperrig. Doch kabellose Lösungen dürften nicht mehr lange auf sich warten lassen. HTCs hat auf der Technik-Messe CES im Januar die noch nicht verfügbare Pro-Version der Vive (880 bis 1.400 Euro) vorgestellt, sie soll es gegen Aufpreis mit Funkadapter geben. Und dort wird laut Mark Sievers auch die Reise hingehen: zu kabellosen und vor allem leichteren Geräten. "Damit haben Sie ein besseres Erlebnis", sagt er.

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