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Medion Saugroboter: Eher Haustier als Haushaltshilfe

MEINUNGGerätetest  

Saugroboter von Aldi: Eher Haustier als Haushaltshilfe

12.10.2018, 13:08 Uhr
Medion Saugroboter MD 18500 im t-online.de-Test
Die Schwächen des Saugroboters von Aldi

Den Medion Saugroboter MD 18500 gibt's derzeit beim Discounter Aldi. Doch überzeugt das Gerät unsere Redakteurin nur als "Haustier-Ersatz".

Die Schwächen des Saugroboters von Aldi


Eine Maschine, die eine der lästigsten Arbeiten im Haushalt übernimmt, ist mein Traum. Doch kann mir der Medion Saugroboter MD 18500, der gerade bei Aldi Nord erhältlich ist, die Last des Staubsaugens abnehmen?

Ich muss gestehen, ich war voreingenommen. Natürlich ist die Vorstellung, dass ein kleiner Roboter die ungeliebte Arbeit des Staubsaugens übernimmt, wunderbar. Aber das wirklich Nervige beim Staubsaugen sind doch die kleinen Winkel, Fußleisten und Teppiche, die es von Staub und Krümeln zu befreien gilt. Kann der Medion mir diese Arbeit abnehmen? Spoiler: Nein, aber man kann das Gerät trotzdem lieb gewinnen.

Einschalten: Kein Problem!

Voller Spannung packe ich das Gerät aus. Einen Namen habe ich mir schon ausgedacht – mein Kollege erwähnte, dass Besitzer von Staubsaugerrobotern dazu neigen, ebenjenen Namen zu geben. Der Medion soll auf den Namen "Staubsi" hören. Der Name passt zu seiner handlichen Größe und dem dezenten Weiß.

Die Produktbeschreibung des Medion Saugroboter MD 18500 verspricht:
- Vollautomatische Reinigung
- Bis zu 90 Minuten Laufzeit
- geeignet für Parkett, Fliesen, Laminat und kurzflorige Teppiche
- eine Timer-Funktion
- großer Schmutzbehälter
- automatische Rückkehr zur Ladestation 

In der Verpackung befinden sich neben dem Roboter noch eine Fernbedienung, eine Ladestation und kleine Bürsten, von denen ich mich zunächst frage, ob sie vielleicht ein neuartiges Beautywerkzeug sind. Jedenfalls wirken diese dünnen Plastikborsten nicht, als wären sie für den jahrelangen Gebrauch gemacht.


Ersatzbürste: Auf der Verpackung ist die Rede von leistungsstarken Bürsten, der erste optische Eindruck lässt nicht auf Langlebigkeit schließen. (Quelle: Annemarie Munimus)Ersatzbürste: Auf der Verpackung ist die Rede von leistungsstarken Bürsten, der erste optische Eindruck lässt nicht auf Langlebigkeit schließen. (Quelle: Annemarie Munimus)

Die Bedienungsanleitung überfliege ich nur. Wer liest die schon gerne? Mir fällt außerdem ein schwarzes Ding auf. Ich identifiziere es als Lichtschranke, die den Medion von bestimmten Ecken fern halten soll.

Ich setze das Gerät auf die Ladestation, da ich annehme, dass das eine gute Idee ist. Nach kurzer Zeit werde ich jedoch ungeduldig und lasse den Bodenstaubsauger seine erste kleine Runde drehen. Dazu drücke ich einfach auf den größten Knopf der Fernbedienung.

Es funktioniert – "Staubsi" setzt sich in Bewegung. Natürlich habe ich die meisten Hindernisse vorher aus dem Weg geräumt. Allerdings scheint der Roboter ein sicheres Gespür für die Dinge zu haben, die nicht vor ihm in Sicherheit gebracht wurden – so der kleine Wohnzimmertisch. Den habe ich zwar extra in eine Ecke des Raumes gerückt, trotzdem steuert der Medion direkt auf ihn zu und verheddert sich sofort zwischen Tischbeinen, Heizkörper und Regal. Eine Weile schaue ich dem Treiben zu. Vor: bum; leichte Rechtsdrehung: bum; etwas zurückgesetzt: bum; wieder ein Stück vor: bum; leicht nach rechts gedreht: bum; und so weiter. Das geht mehrere Minuten so. Ich bekomme Mitleid mit dem Gerät und setze es an eine freie Stelle. Aus "Staubsi" wird "Bumsi", der Name erscheint mir nun treffender.

Braves Hündchen!

Da ich dem Gerät nicht traue und kurz den Raum verlassen muss, drücke ich erneut den großen Knopf auf der Fernbedienung und der Staubsauger verstummt. Doch was ist das? Als ich in der Küche stehe, höre ich plötzlich ein Geräusch. Ich eile wieder ins Wohnzimmer und sehe, wie "Bumsi" sich selbst wieder auf die Ladestation zubewegt und andockt. Diese Funktion beeindruckt mich. Wohnt dem Medion vielleicht doch eine hoch entwickelte Intelligenz inne?

"Bumsi" und die Teppiche

Der Boden meiner Wohnung ist mit Parkett und Fliesen ausgelegt, an einigen Stellen liegen Teppiche. Wie sich herausstellt, hat der Medion ein gespaltenes Verhältnis zu Teppichen. Den ersten Kontakt meistert er mit Bravour. Entzückt sehe ich mit an, wie "Bumsi" sogar einen kleinen Popcornkrümel mit seinen Fegeärmchen erwischt und aufsaugt. Doch die Freude währt nicht lange, denn das Gerät bewegt sich schnurstracks – nach geschätzten 40 Quadratzentimetern – wieder runter vom Teppich. Hey, was soll das?! Der Teppich muss doch besonders ordentlich gesaugt werden!

Auch mit meinem Flurteppich und meinen flachen Badematten kommt der Medion nicht zurecht. Manchmal schafft er es, auf sie hinaufzurollen, aber schon wenige Sekunden später erwischt er eine Ecke des Stoffs, hebt diese mit den eigenen Borsten an und verwickelt sich im Stoff. Die Geräusche, die er dabei macht, klingen leicht panisch.

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Die Lichtschranke und die Zimmerpflanze

Die Wurzeln meiner Monstera-Pflanze ragen bis auf den Boden und ich möchte erreichen, dass "Bumsi" einen Bogen um diese macht. Da fällt mir das schwarze Dings ein – die Lichtschranke. Ich stelle den Schalter auf "ON" und platziere die schwarze Plastikbox einige Zentimeter vor der Pflanze. Weil ich mich jetzt sicher fühle, verlasse ich wieder kurz das Zimmer. Ein Fehler, denn als ich wiederkomme, ertappe ich "Bumsi" dabei, wie er unsanft mit den Pflanzenwurzeln aneinander gerät. Ich hebe ihn auf und setze ihn unter den Esstisch, wo Krümel auf ihn warten, die er immerhin aufsaugt.

Ist er gründlich oder desorientiert?

Nach welchem System der Medion seinen Weg auswählt, erschließt sich mir nicht. Laut Verpackung verfügt er über "diverse Sensoren", die scheinen jedoch wirklich nur bei Berührung zu reagieren.

Es wirkt jedoch, als würde der Medion von Hindernissen angezogen. Als "Bumsi" wiederholt auf meine nackten Füße zusteuert, beschließe ich, ihm diesmal nicht auszuweichen. Ein schmerzhafter Fehler, denn er setzt mehrmals zurück, um dann wieder auf meinen Fuß zuzusteuern, bis er es schafft, mir tatsächlich über die Zehen zu fahren. Aua!

Nach einigen Momenten frage ich mich, ob der Medion so häufig im Kreis fährt, weil er gründlich Reine machen will, oder weil er desorientiert ist. Vielleicht wird er von den Hindernissen auch irritiert, oder reicht der Akku nicht? Ein großflächiges Absaugen des Fußbodens konnte ich nicht beobachten. Einzig mein schmales Badezimmer konnte er durch eine Art Zickzack-Technik relativ haar- und fusselfrei bekommen – allerdings nachdem ich die Badezimmerteppiche entfernt habe. Und das ist sehr unpraktisch, schließlich sammeln Haare sich darauf besonders gut. Die Teppiche muss ich also gesondert mit dem normalen Staubsauger absaugen, oder ordentlich ausklopfen. Keine Erleichterung!

Fazit zum Aldi-Saugroboter

Der Medion hat etwas Liebenswürdiges, blinkt er mich doch mit seinen blauen Äuglein an und winkt mir beständig mit seinen beiden Borstenhändchen zu. Eine nützliche Haushaltshilfe stellt er für mich kaum da. Er scheitert an kleinen Nischen und Teppichen. Zudem ist er nicht dafür ausgelegt, den Staub, der sich auf Fußleisten sammelt, zu entfernen. 

Schmutzbehälter des Medion: Das Ergebnis der Saugfahrt durch meine Wohnung. (Quelle: Annemarie Munimus)Schmutzbehälter des Medion: Das Ergebnis der Saugfahrt durch meine Wohnung. (Quelle: Annemarie Munimus)

Er ist zwar leiser als mein normaler Staubsauger, aber dafür benötigt er gefühlte Ewigkeiten, um den Boden abzusaugen. Das Entleeren des Staubbehälters verläuft jedoch reibungslos, wenn man sich traut, kräftig am Plastikgriff zu ziehen.

Wer kaum Möbel, keine Teppiche und keinen besonders ausgeprägten Sinn für Sauberkeit hat, für den kann das Gerät ein relativ günstiger Einstieg in das Feld der Saugrobotik sein.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche


 

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