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Tech-Riesen trotzen der Corona-Krise mit Milliardengewinnen

Von dpa
Aktualisiert am 31.07.2020Lesedauer: 3 Min.
Hat gut lachen: Amazon-Chef Jeff Bezos.
Hat gut lachen: Amazon-Chef Jeff Bezos. Sein Konzern ist ganz klar einer der Gewinner der Krise. (Quelle: Andrej Sokolow/dpa./dpa)
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San Francisco (dpa) - Das GeschĂ€ft der großen Tech-Konzerne beweist enorme Widerstandskraft in der Corona-Krise. Amazon profitierte im vergangenen Quartal massiv vom Shopping-Boom im Internet, Apple ĂŒberraschte mit einem Plus im iPhone-GeschĂ€ft.

Bei Online-Werbung lĂ€uft es zwar weniger rosig: Google verzeichnete erstmals einen UmsatzrĂŒckgang und Facebook wuchs deutlich langsamer als gewohnt. Doch alle vier Branchenriesen erzielten weiterhin Milliardengewinne und ĂŒbertrafen die Markterwartungen.

Dabei hebt sich Amazon ganz klar als Gewinner der Krise von den anderen Tech-Schwergewichten ab. Im zweiten Quartal schoss der Umsatz im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 88,9 Milliarden US-Dollar (75,1 Mrd Euro) hoch, wie der weltgrĂ¶ĂŸte Online-HĂ€ndler nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn war mit 5,2 Milliarden Dollar in etwa doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor - und das, obwohl Amazon in dem Quartal vier Milliarden Dollar fĂŒr Corona-Maßnahmen wie SchutzausrĂŒstung, Reinigung und Mitarbeiter-PrĂ€mien ausgab.

Neben dem Online-Handel blieb auch die Cloud-Plattform AWS ein lukratives GeschĂ€ft fĂŒr Amazon - unter anderem, weil die vermehrte Heimarbeit die Nachfrage steigen lĂ€sst. Die Amazon-Aktie legte im vorbörslichen Handel am Freitag um mehr als fĂŒnf Prozent zu.

Bei Apple stieg der iPhone-Umsatz im Jahresvergleich um 1,7 Prozent auf 26,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich mit Erlösen von 21 Milliarden Dollar gerechnet. Apple gelang es nach Berechnungen der Analysefirma IDC auch, den iPhone-Absatz um gut 11 Prozent zu steigern - wĂ€hrend der Smartphone-Markt insgesamt um 16 Prozent absackte, das war der bisher heftigste Brancheneinbruch. Apple half unter anderem die Neuauflage des gĂŒnstigeren Modells iPhone SE.

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Apples Konzernumsatz wuchs im vergangenen Quartal um 11 Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar - das war ein Bestwert fĂŒr das Juni-Quartal. Der Gewinn legte um 12 Prozent auf 11,25 Milliarden Dollar zu. Zugleich kĂŒndigte Apple an, dass die neuen iPhone-Modelle in diesem Jahr nicht wie gewohnt im September, sondern "einige Wochen spĂ€ter" in den Handel kommen werden. DarĂŒber war bereits seit dem FrĂŒhjahr angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Fertigungskette spekuliert worden. Die Apple-Aktie legte am Freitag vorbörslich um rund sechs Prozent zu.

Facebooks GeschĂ€ft wĂ€chst unterdessen inmitten der Corona-Krise und eines Boykotts von Werbekunden aus Protest gegen Hassrede auf der Plattform deutlich langsamer als zuvor. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz um 11 Prozent auf 18,8 Milliarden Dollar. In den ersten Juli-Wochen gab es ein Ă€hnliches Wachstum. Vor der Krise waren in Facebooks GeschĂ€ft Wachstumsraten ĂŒber 20 Prozent an der Tagesordnung. Die Aktie gewann vorbörslich rund sechs Prozent.

Facebook verdient sein Geld fast ausschließlich mit Werbung - und die Corona-Krise traf vor allem viele kleine Unternehmen hart, die dadurch weniger Anzeigen schalten. Im Juli folgten zudem mehr als 1000 Werbekunden - darunter Schwergewichte wie Coca-Cola und der KonsumgĂŒterriese Unilever - dem Boykottaufruf von BĂŒrgerrechtsgruppen und stoppten zeitweise Anzeigen beim weltgrĂ¶ĂŸten Online-Netzwerk.

Zugleich steigen die Nutzerzahlen bei Facebook weiter schnell. Im vergangenen Quartal kamen erneut 100 Millionen monatlich aktive Nutzer hinzu - inzwischen sind es insgesamt 2,6 Milliarden. Auf mindestens ein Facebook-Produkt - zum Konzern gehören unter anderem auch die Fotoplattform Instagram und der Chatdienst WhatsApp - griffen 3,14 Milliarden Nutzer zu. Das war ein Zuwachs von 150 Millionen binnen drei Monaten. Allerdings warnte Facebook, dass sich das Wachstum der Nutzerzahlen vermutlich abschwÀcht, wenn die AusgehbeschrÀnkungen in verschiedenen Weltregionen gelockert werden.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet wurde unterdessen von höheren Kosten und sinkenden Werbeeinnahmen belastet. Der Gewinn brach im Jahresvergleich von 9,95 Milliarden auf 6,96 Milliarden Dollar ein. Alphabets Geldmaschine - das AnzeigengeschĂ€ft von Google - erlitt in der Krise einen DĂ€mpfer. Zum ersten Mal in der 22-jĂ€hrigen Geschichte des Unternehmens gingen die Erlöse zurĂŒck - und zwar um 8 Prozent auf 29,9 Milliarden Dollar. Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat betonte allerdings, das AnzeigengeschĂ€ft sei zum Ende des Quartals wieder auf Erholungskurs gewesen. Die Alphabet-Aktie legte am Freitag vorbörslich nur um vergleichsweise magere 0,62 Prozent zu.

Die vier Technologie-Giganten legten ihre Zahlen einen Tag nach einer Anhörung im US-ReprÀsentantenhaus vor, bei der Abgeordnete den Unternehmen einen Missbrauch von Marktdominanz vorwarfen und schÀrfere Regulierung in Aussicht stellten.

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