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Stiftung Warentest kritisiert Datenschutz bei Facebook und MySpace

Stiftung Warentest  

Gravierende Mängel im Datenschutz bei Facebook & Co.

25.03.2010, 12:03 Uhr | Andreas Lerg mit Material der dpa und AP

Stiftung Warentest kritisiert Datenschutz bei Facebook und MySpace. Stiftung Warentest kritisiert Facebook, MySpace & Co. (Bild: dpa)

Facebook wird zum Eldorado der Online-Betrüger. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Stiftung Warentest hat bei sozialen Netzwerken teilweise gravierende Mängel beim Schutz der Nutzerdaten festgestellt. Vor allem die in den USA beheimateten Anbieter Facebook und MySpace schnitten schlecht ab. Sie gingen nach Meinung der Tester sehr willkürlich mit Nutzerdaten um. Insgesamt fielen acht von zehn in der Aprilausgabe der Zeitschrift test getesteten sozialen Netzwerken mit "deutlichen" oder "erheblichen" Schwachstellen auf. Viele Netzwerkseiten werden in der Aprilausgabe der Zeitung test nur mit "ausreichend" oder "mangelhaft" bewertet.

Alle zehn getesteten sozialen Netze seien beim Datenschutz lückenhaft und bei acht von zehn Portalen fand die Stiftung "deutliche" oder "erhebliche" Mängel. Gerade Facebook und MySpace schränkten einerseits die Rechte ihrer Nutzer sehr stark ein, räumten sich im Gegenzug aber selbst umfangreiche Nutzungsrechte für die Daten ihrer Nutzer ein, ohne darüber ausreichend aufzuklären. Vor allem störten sich die Tester an der Weitergabe privater Informationen an Dritte. So könnten externe Unternehmen Zugriff auf diese Informationen erlangen. "Das ist willkürlich und intransparent", kritisierte der Bereichsleiter Untersuchungen, Holger Brackemann. Aber auch auf der Plattform selbst ist dem Test zu Folge schlecht um die Sicherheit der Nutzerdaten bestellt.

Persönliche Daten anfangs ungeschützt

Hubertus Primus, Bereichsleiter Publikation von Stiftung Warentest, mahnte die Internetnutzer zu Vorsicht beim Einstellen von Daten in sozialen Netzwerken: "Jeder Verbraucher ist sein eigener Datenschützer". Wer persönlichen Daten bei Facebook vor Unbekannten schützen wolle, müsse erst umständlich entsprechende Einstellungen suchen und ändern. Denn im Dezember 2009 habe Facebook die Standard-Einstellungen bei Facebook so geändert, dass viele Profildaten wie Name, Nutzerfoto und Mitgliedschaft in Gruppen für jeden Nutzer einsehbar seien. Wer sich neu registriert, muss diese Voreinstellungen erst ändern und so Facebook zu etwas mehr Diskretion zwingen.

Nutzerkonten leicht zu knacken

Doch auch das kann zuweilen nicht ausreichen, wie die Tester herausgefunden haben. So sei es Dritten schon mit einfachen Mitteln möglich, binnen weniger Tage jedes beliebige Nutzerkonto zu übernehmen. So erlangten die Tester den Zugriff auf eigentlich vertrauliche Nutzerdaten. Für die Studie habe die Stiftung dabei erstmals mit Erlaubnis Hacker eingesetzt. Da die Netzwerke Facebook und Myspace sowie die beruflichen Netze LinkedIn und Xing diesen offiziellen Hacker-Test verweigerten, kassierten sie eine Abwertung wegen fehlender Transparenz.

Verlust aller Eigentumsrechte

Die Stiftung Warentest kritisierte unter anderem auch den Umgang mit Eigentums- und Schutzrechten. So tritt jeder, der eigene Texte und Bilder bei Facebook online stellt, damit automatisch sein geistiges Eigentum am eigenen Werk an den Betreiber der Seite ab. Bei MySpace hat die Stiftung in den Nutzungsbedingungen 20 nach deutschem Recht unwirksame Klauseln gefunden, mit denen sich das Portal "auf geradezu unverschämte Art" der Nutzerdaten bedienen dürfe.

Auch deutsche Netzwerke schlecht

Als positive Beispiele nennt die Stiftung die Portale studiVZ und schülerVZ, die dem Nutzer ermöglichen, Einfluss auf die Verwendung persönlicher Informationen zu nehmen und die Daten kaum an Dritte weitergeben. Auch wenn es für diesen Teilaspekt ein "sehr gut" gab, bewertete die Stiftung in der Aprilausgabe der Zeitschrift test schülerVZ und studiVZ aber auch die Lokalisten insgesamt nur mit der Note "ausreichend". Die Netzwerke Jappy, wer-kennt-wen.de und Stayfriends fielen mit der Note "mangelhaft" durch.

Login via Handy ohne verschlüsselte Übertragung

Eine weitere Sicherheitslücke entdeckten die Tester auch bei den mobilen Zugängen zu den Diensten. Hubertus Primus stellte fest: "Wo das Einloggen in die Netzwerke mit dem Handy möglich war, fiel auf, dass Nutzername und Passwort unverschlüsselt übertragen wurden."

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