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Facebook: Soziales Netzwerk beanstandet Bild von nackter Puppe

Facebook zensiert Puppen-Brüste

05.07.2010, 14:23 Uhr | Sascha Plischke, t-online.de

Facebook: Soziales Netzwerk beanstandet Bild von nackter Puppe. Zu obszön für Facebook: Puppe "Ophelia" und ein Schmuckstück (Foto: Victoria Buckley).

Zu obszön für Facebook: Puppe "Ophelia" und ein Schmuckstück (Foto: Victoria Buckley).

Weil sie ihre Produkte mit Fotos neben einer nackten Puppe auf ihrer Facebook-Seite beworben hatte, droht einer australischen Goldschmiedin die Verbannung aus dem sozialen Netzwerk. Die Puppe ist das Werk einer kanadischen Künstlerin, deren Arbeiten unter Kennern als besonders geschmackvolles Beispiel für Aktdarstellungen gelten. Für Facebook sind die blanken Brüste der Porzellanfigur jedoch offensichtlich zu freizügig. Schon in der Vergangenheit hatte das Soziale Netzwerk mit absurden Entscheidungen für Aufregung gesorgt, als es Bilder stillender Mütter für unanständig erklärte.

Eine Puppe sitzt neben einem Schmuckstück, sie schaut ein wenig abwesend von der Kamera weg. Kenner werden in der Puppe ein schönes Stück Kunsthandwerk sehen, für einen Laien sieht die Porzellanfigur eher aus wie eine besonders hübsche Barbie-Puppe. Bis auf die Brustwarzen. Denn die Puppe ist nackt, und sie ist anatomisch korrekt gestaltet. Und für die Verantwortlichen bei Facebook genügen schon diese beiden kleinen, unscheinbaren Ausbuchtungen im Porzellan, um die Frau zu verurteilen, die für die Bilder der zerbrechlich wirkenden Puppe in den Tiefen des sozialen Netzwerks verantwortlich ist.

Facebook zensiert Puppenbilder

Victoria Buckley ist eine Goldschmiedin aus Sydney, und die Puppe auf den beanstandeten Bildern hat sie immer wieder für ihre kunstvollen Schmuckstücke inspiriert, wie sie sagt. Diese Schmuckstücke sind so beliebt, dass Buckley eine eigene Fan-Seite auf Facebook für die Freunde ihrer Arbeit eingerichtet hat. Dort zeigt sie ihren Schmuck, daneben ihre Inspiration, die Puppe, die sie auf den Namen "Ophelia" getauft hat. Jetzt musste sie alle Bilder löschen, um nicht von Facebook gesperrt zu werden. Inzwischen hat sie die Fotos wieder veröffentlicht, allerdings mit zensierenden Balken über Augen und Brüsten der Puppe. Es ist ihre Art, gegen Facebook zu protestieren. Für sie ist das Ganze nur ein Ausdruck amerikanischer Prüderie.

Goldschmiedin sieht sich zensiert

"In Wirklichkeit reden wir hier doch bloß über Brustwarzen an einer Puppe", sagte die Goldschmiedin der australischen Tageszeitung Sydney Morning Herald. "Ich habe A3-Poster von ihr in meinem Schaufenster an der Strandarkade, die dort seit Monaten hängen, und ich habe noch nicht einen negativen Kommentar gehört." Auch die Puppe selbst steht in diesem Schaufenster, als das Kunstwerk das die Puppe Buckleys Meinung nach ist und als das auch Facebook die Puppe sehen sollte. "Jemand hat dort auch eine Fan-Gruppe für Michelangelo gegründet, und dort gibt es Bilder von der Statue des David. Warum ist das okay, und dies nicht?" Bei Michelangelos David ist immerhin das Gemächt des biblischen Helden zu sehen.

Absurde Entscheidungen im Namen des Jugendschutzes

Tatsächlich verfolgt Facebook eine gerade Linie wenn es darum geht, Bilder von Brüsten zu verbannen, um das Soziale Netzwerk familienfreundlich zu halten. Dieses Ziel wird jedoch immer wieder konterkariert von zuweilen absurden Entscheidungen. So geriet Facebook 2007 in die Schlagzeilen, als reihenweise Fotos stillender Mütter beanstandet wurden. Mehrere tausend Mitglieder hatten damals gegen die Entscheidung protestiert; ihr Kind zu stillen sei für eine Mutter ja schließlich kaum obszön. Ähnliche Proteststürme löste im Juni 2009 die Entscheidung aus, die Bilder einer Krebspatientin zu beanstanden, die die Operationsnarbe nach ihrer Brustkrebsoperation zeigten. Facebook nahm die Entscheidung später zurück, man habe einen "Fehler" begangen.

Protest-Gruppe soll "Ophelia" retten

Buckley organisiert nun ihrerseits einen kleinen Protest. In einer eigens gegründeten Facebook-Gruppe mit dem Namen "Rettet Ophelia" bittet die Goldschmiedin um die Unterstützung ihrer Fans. "Ich habe eine stattliche Summe in diese Werbekampagne für meinen Schmucke investiert und ich bin durchaus abhängig von Facebook um meine Message zu verbreiten", so Buckley. Nun hofft sie auf die vielen tausend Menschen, die sich bereits in Kommentaren für die Bilder der Puppe ausgesprochen hätten. Ihr bleibt nur zu hoffen, dass sich genügend Mitglieder für ihre Sache aussprechen und so Facebook zum Einlenken zu bringen. "Ich habe bereits eine neue Kampagne mit einer anderen Puppe geplant und weiß nun nicht, was ich tun soll," so Buckley. Wenn Facebook stur bleibt, wird die dieser Puppe wohl etwas anziehen müssen – sicher ist sicher.

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