Google hatte mit Google Wave Großes vor und wollte damit sogar E-Mails überflüssig machen. Doch die Akzeptanz blieb deutlich hinter den Erwartungen des Suchmaschinengiganten zurück. Konsequenz: Google stellt Wave spätestens zum Jahresende ein.
Mehr zu Google
Als Google seinen neuen Dienst Google Wave auf der Google I/O Entwicklerkonferenz 2009 vorstellte, versprach der Suchmaschinengigant eine neue revolutionäre Art der Kommunikation. Die Grundidee war die Verbindung von E-Mail mit Chats, Instant Messaging, gemeinsam bearbeitbaren Dokumenten, Fotoalben und anderen Funktionen. Anfangs wurden nur wenige Einladungen zum Test vergeben, was das Interesse anheizte und dadurch eine Welle der Begeisterung für den neuen Dienst auslöste. Jeder wollte Google Wave testen.
Nutzerzahlen und Interesse zu gering
Dem anfänglichen Hype folgte schnell die Ernüchterung, denn kaum jemand wollte Googles neuen Kommunikationsdienst nutzen. Im Firmenblog meldete Google am Mittwoch: "Wave ist von den Nutzern nicht so angenommen worden, wie wir das gern gesehen hätten." Der Dienst war vielen Nutzern zu komplex und unübersichtlich. Da die Teilnehmer in einer sogenannten Wave ihren Status und die Nachrichten immer wieder ändern und anpassen konnten, ähnelte das Ganze sehr schnell einer mehrfach verzweigten Diskussion in einem Forum. Auch konnte Google den Dienst nicht als Alternative zu E-Mails etablieren und die Bereitschaft der Nutzer, einen zusätzlichen Kommunikationskanal neben E-Mails zu nutzen, fehlte.
- Google Desktop u.a.: Google wirft weitere Gratisdienste raus
Google zieht Ende des Jahres den Stecker
Aufgrund dieser negativen Entwicklung kündigte Google am Mittwoch an, den Dienst nicht mehr weiter zu entwickeln und einzustellen. Google will den Nutzern Werkzeuge zur Verfügung stellen, mit denen sie ihre Daten aus Google Wave "befreien" können. Deshalb bleibt Google Wave noch bis Ende des Jahres online. Google-Vizepräsident Urs Hölzle kommentierte im Firmenblog: "Wave hat uns viel gelehrt und wird sind stolz darauf, wie das Team die Grenzen der Informatik erweitert hat. Wir sind gespannt darauf, was es als Nächstes entwickeln wird."

