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X-pire: Digitaler Ratzefummel löscht Internet-Fotos

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Digitaler Radiergummi löscht Internet-Fotos

11.01.2011, 16:30 Uhr | dpa, afp, AFP, dpa

X-pire: Digitaler Ratzefummel löscht Internet-Fotos. Radiergummi auf Computertastatur. (Foto: Imago)

Mit dem "Digitalen Radiergummi" können Internetnutzer ihre Fotos mit einem Verfallsdatum versehen. (Foto: Imago)

Schon bald werden private Fotos im Internet wie von Geisterhand verschwinden: Entwickler haben mit der Software X-pire den digitalen Radiergummi vorgestellt, der Bilder mit einem Verfallsdatum versieht und danach unkenntlich macht. Doch der Schutz der Privatsphäre hat gravierende Nachteile: X-pire ist nicht kostenfrei und Experten zufolge bieten solche technischen Lösungen keine Sicherheit.

Internetnutzer können viele ihrer Daten schon bald mit einem Verfallsdatum versehen. Möglich macht dies das Programm X-Pire, das der Saarbrücker Informatiker Michael Backes am Dienstag in Berlin vorstellte. X-pire macht Bilder nach einer bestimmten Zeit mit einer Art "digitalem Radiergummi" unsichtbar. Damit könnten die Nutzer von Facebook und anderen Diensten "ein Stück weit die Möglichkeit erhalten, wieder mehr Selbstkontrolle zu bekommen", sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU), die den Entwickler einlud.

X-pire kostet 10 Euro monatlich

Für den Dienst müssen Verbraucher aber voraussichtlich vergleichsweise tief in die Tasche greifen: Die Verfallssoftware für Fotos und andere Daten werde monatlich wohl rund zehn Euro kosten, sagte Backes dem Tagesspiegel vom Dienstag. Kostenpflichtig wird dabei das Verschlüsseln der Bilder. Eine Flatrate für beliebig viele Verschlüsselungen soll rund zehn Euro pro Monat kosten. Zudem soll es möglich sein, pro Foto zu zahlen - dann kosten dem Entwickler zufolge 20 bis 30 Bilder etwa zehn Euro. Das Zusatzprogramm für den Internet-Browser Firefox werde nach Abschluss der Testphase voraussichtlich in der nächsten Woche fertiggestellt.

Abgelaufene Fotos werden mit X-pire schwarz

Das Programm X-Pire kann bislang Bilder mit einem Verfallsdatum versehen, bald sollen dann auch andere Daten folgen. Dafür verschlüsselt es die Fotos. Wer die Bilder betrachten möchte, benötigt ein kleines kostenloses Zusatzprogramm für seinen Browser. Das fragt den Schlüssel auf einem sicheren Internetserver ab. Ist das Verfallsdatum überschritten, liefert es den nicht - und die Bilder bleiben schwarz.

Kein absoluter Schutz der Privatsphäre möglich

Absoluten Schutz bietet das Programm übrigens nicht: Öffnet jemand ein Bild vor dem Verfallsdatum und stellt es dann unverschlüsselt neu ins Netz, bleibt es für immer sichtbar. Selbst Backes räumte ein, dass die Lösung keinen Schutz gegen Screenshots (Bildschirmfotos) während der Dauer der Sichtbarkeit biete. Ohne eine solche "mutwillige Vervielfältigung" seien die Fotos aber nach Ablauf des Verfallsdatums "nicht mehr sichtbar und werden auch nicht sichtbar gemacht werden können", sagte der Professor an der Universität des Saarlandes.

Erste Kritik an X-pire

Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club (CCC) stellte die Wirksamkeit der Software infrage. "Ich möchte nur ungern eine technische Lösung abnicken, die bei Leuten nicht greift, die es nicht gut meinen." So etwas könne mehr Schaden als Nutzen stiften, wenn sich die Nutzer in einem falschen Gefühl der Sicherheit wögen. Der frühere CCC-Sprecher fügte aber hinzu: "Ich will damit nicht sagen, dass die Lösung gleich für die Tonne ist." Der Internet-Nutzer dürfe sich von solchen Angeboten nicht zu der Auffassung verleiten lassen, das Problem sei technisch gelöst, und sich dann unkritisch im Netz verhalten.

Digitaler Radiergummi ist "kein Allheilmittel"

Etwas positiver fällt die Einschätzung der hauptamtlichen Datenschützer aus. "Das ist natürlich kein Allheilmittel, aber ein Vorschlag in die richtige Richtung", sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Johannes Caspar. Technische Lösungen für den Schutz persönlicher Daten könnten einen Beitrag dafür leisten, dass der Einzelnen die Kontrolle über seine Daten im Internet habe. Nötig seien aber auch rechtliche Vorgaben des Gesetzgebers. Für Schaar gibt es ohnehin drängendere Probleme gibt: Werkzeuge wie der Friendfinder von Facebook gingen "weit über das hinaus, was Geheimdienste in ihren Schubladen haben". Es sei ein Riesenproblem, wenn Millionen von Facebook-Mitgliedern dem Unternehmen ihre E-Mail-Adressbücher offenlegten, um neue Kontakte zu finden. Schaar teilte mit, dass er dazu in etwa einem Jahr eine grundlegende Regelung der Europäischen Kommission erwarte.

Datenschutzvorgaben von US-Unternehmen ignoriert

Mehrere Teilnehmer kritisierten, dass amerikanische Internet-Dienste nicht bereit seien, sich nach den Datenschutzvorgaben in den Ländern der Nutzer zu richten. "Unsere amerikanischen Kollegen denken beim Datenschutz völlig anders als wir", sagte Matthias Ehrlich vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Da könnten doch Anbieter mit datenschutzfreundlichen Regelungen einen Vorteil haben, deutet Aigner an - der Verbraucher müsse nur die Möglichkeit nutzen, sich für einen Anbieter zu entscheiden, der besonders sicher sei, wünscht sich die Ministerin.

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