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Datenschützer kritisieren Facebooks Pläne massiv

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Datenschützer kritisieren Facebooks Pläne massiv

26.09.2011, 14:50 Uhr | Andreas Lerg

Datenschützer kritisieren Facebooks Pläne massiv. Facebook-Neuerungen schwächen Datenschutz.  (Quelle: imago images)

Facebook-Neuerungen schwächen Datenschutz. (Quelle: imago images)

Facebook kündigt die umfassendsten Änderungen seit seiner Gründung und erfindet sich damit komplett neu. Genau diese Ankündigung rufen jetzt die Datenschützer auf den Plan. Sie kritisieren massive Defizite beim Datenschutz und die durch die zahlreichen neuen Funktionen wachsende Datensammelwut des sozialen Netzwerks.

"Über dieses wichtige Projekt wurde mir nichts gesagt, was nicht in Ordnung ist", moniert Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) in einem Interview im Deutschlandradio Kultur. Sie hatte bei einem USA-Besuch auch mit den Betreibern von Facebook über Datenschutz gesprochen und kritisiert, dass das Unternehmen nicht über seine kürzlich veröffentlichten Änderungen mit ihr diskutiert habe. Sie will das Thema Datenschutz mit Facebook weiter besprechen.

Erhebliche Mängel beim Datenschutz von Facebook

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar betrachtet die von Facebook angekündigte Timeline, die als eine Art Lebenstagebuch dienen soll, sehr sketpisch. Caspar sieht erhebliche Defizite beim Datenschutz und befürchtet, der Nutzer werde zum "gläsernen Bürger", wie die Welt berichtet. Er gesteht dem sozialen Netzwerk zwar einen "kommunikativen Mehrwert" zu, doch der Nutzer verliere noch mehr die Kontrolle über die eigenen Daten. Er müsse mit seinen Daten für die kostenlose Nutzung von Facebook bezahlen.

Fehlende Rechtssicherheit für Facebook-Nutzer

Auch Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert meldet sich zu Wort und erklärte gegenüber dem Focus, dass er Bedenken bezüglich der Rechtssicherheit für deutsche Facebook-Nutzer hat. Er kritisiert vor allem, dass die Verarbeitung alle Daten in den USA und damit außerhalb europäischer Datenschutzregelungen erfolgt. Facebook hat zwar in Irland eine europäische Niederlassung, doch ob die wirklich hilft, hiesige Datenschutzbelangen zu erfüllen, sei nicht bekannt. Weichert im Focus: "Bislang bleibt uns nichts übrig, als uns auf die Ankündigungen von Facebook zu verlassen."

Man verliert sein Leben an Facebook

Facebook bemühte sich, auf der Entwicklerkonferenz f8 zu versichern, dass Nutzer die volle Kontrolle darüber behalten, was wer in ihrem Netzwerk über sie erfährt. Aber selbst Online-Experten und Verfechter eines digital-vernetzten Lebens äußern sich kritisch. Beispielsweise der amerikanische Journalismus-Professor und Blogger Jeff Jarvis, der kritisiert, dass Facebook die Hürden, sich von der Plattform abzumelden, erhöhe. Jarvis wörtlich: "Man verliert sein Leben."

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