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kino.to: Programmierer muss fast vier Jahre ins Gefängnis

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kino.to  

Lange Haft für kino.to-Programmier

11.04.2012, 15:28 Uhr | Andreas Lerg mit Material von dpa, dpa

kino.to: Programmierer muss fast vier Jahre ins Gefängnis. Urteil gegen kino.to-Programmierer. (Quelle: dpa)

Drei Jahre und zehn Monate Haft für den Programmierer von kino.to. (Quelle: dpa)

Das Landgericht Leipzig hat den Chef-Programmierer des illegalen Filmportals kino.to zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Das Gericht befand ihn am Mittwoch der massenhaften Verletzung des Urheberrechts schuldig. Das ist die bislang härteste Strafe für einen Beteiligten von kino.to.

Der 29-jährige Hamburger hatte zu Beginn des Prozesses eingeräumt, das er die Infrastruktur hinter der illegalen Streamingseite kino.to von Beginn an programmiert hat. Seine Begründung, er meinte sich in einer Grauzone bewegt zu haben und sei sich der Strafbarkeit seiner Taten nicht bewusst gewesen, ließen die Richter jedoch nicht gelten. Sie legten sein Geständnis aber strafmildernd aus – die Generalstaatsanwaltschaft hatte vier Jahre und zwei Monate Gefängnis gefordert. Die Verteidigung hatte für ein "angemessenes Strafmaß" plädiert. Eventuell müssen sogar die Nutzer von kino.to mit juristischen Konsequenzen rechnen.

Bereits mehrere Urteile gefällt

Das Urteil ist bereits rechtskräftig, denn Verteidigung und Anklage sowie Nebenklage verzichteten noch im Gerichtssaal darauf, Rechtsmittel einzulegen. Im März war bereits ein 47-jähriger zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte als "Server-Beschaffer" der Gruppe fungiert. Die weiteren bisherigen Urteile:

2. Dezember: Ein 33 Jahre alter Web-Designer bekam zweieinhalb Jahre Haft. Er hatte nach seiner Festnahme ein umfassendes Geständnis abgelegt. Mit Online-Werbung soll er 190.000 Euro umgesetzt haben.
7. Dezember: Drei Jahre Haft bekam der 27-jährige Administrator, der 23.000 Raubkopien von Filmen auf interne Server gestellt hatte. Auch er hatte ein Geständnis abgelegt.
15. Dezember: Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen wurde zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er hatte gestanden, gegen Bezahlung tausende Raubkopien bei Filehostern eingestellt zu haben.

Links zu über 100.000 Raubkopien auf kino.to

Im Sommer 2011 gelang der Generalstaatsanwaltschaft Dresden ein schwerer Schlag gegen das Filmpiratenportal kino.to. Die Seite wurde damals abgeschaltet und der Betreiber sowie Mitarbeiter festgenommen. In Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden durchsuchten Beamte bei gezielten Razzien zahlreichen Wohn- und Geschäftsräume.

Auch der 29-Jährige Programmierer sitzt seit vergangenem Jahr in U-Haft. Über die vom Angeklagten programmierte Seite waren 135 000 raubkopierte Filme, Serien und Dokumentationen zu erreichen, die bei sogenannten Filehostern lagerten. Die Gruppe um den mutmaßlichen Gründer und Chef, den 38-jährigen Dirk B., soll laut Staatsanwaltschaft auch hinter den Internetseiten movie2k.to und neu.to stecken und zudem diverse weitere Filehoster betrieben haben. Auf Konten in Spanien wurden rund 2,5 Millionen Euro sichergestellt.

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