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Schüler wegen unbedachter Nachricht auf Facebook verurteilt

Schüler wegen unbedachter Nachricht auf Facebook verurteilt

09.05.2012, 12:31 Uhr | Andreas Lerg / mu

Schüler wegen unbedachter Nachricht auf Facebook verurteilt. Schüler wegen unbedachter Nachricht auf Facebook verurteilt. (Quelle: imago images)

Schüler wegen unbedachter Nachricht auf Facebook verurteilt. (Quelle: imago images)

Eine unbedachte Äußerung auf Facebook hat einem Achtklässler eine Strafe wegen Störung des öffentlichen Friedens eingebracht. Er war zuvor von Mitschülern provoziert worden und hatte seine Lehrer wegen Mobbings um Hilfe gebeten. Als er sich bei Facebook über seine Mitschüler aufregte, wählte er nach Ansicht des Aachener Richters die falschen Worte.

Der Achtklässler war mehrfach von Schulkameraden gemobbt worden. Als diese ihn zusätzlich durch nicht ernst gemeinte Freundschaftsanfragen auf Facebook provozierten, schrieb er im November 2011 dort den folgenschweren Satz: "Leute die ich so gar nicht leiden kann, haben fb (Facebook), wenn die mir fa (Freundschaftsanfragen) schicken, lauf ich Amok." Mehrere Schüler waren darüber so beunruhigt, dass sie den Schulleiter informierten, der die Polizei einschaltete. Der Gymnasiast wurde befragt und anschließend zur Polizeiwache gebracht.

Ankündigung einer Straftat

Im Prozess wertete das Amtsgericht Aachen seine Aussage auf Facebook als Androhung einer Straftat und sah darin eine Störung des öffentlichen Friedens. Der Richter stellte in der Urteilsbegründung fest, dass der Schüler in der Tat auf Facebook eine Reihe von Freundschaftsanfragen erhalten hatte, die ausschließlich den Zweck hatten, ihn zu provozieren. Seine Ankündigung, dass er Amok laufen werde, hätte von Gleichaltrigen als ernst gemeinte Drohung aufgefasst werden können. Obwohl der Angeklagte zum Tatzeitpunkt Jugendlicher war, sei er zweifelsfrei in der Lage gewesen, das Unrecht seiner Straftat zu erkennen. Deshalb verurteilte ihn das Gericht zu 20 Stunden Sozialdienst (AZ: 556 Ds-1 Js 11/12-48/12).

"Ich lauf Amok" als Jugendslang

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Anwalt des Schülers hat Berufung eingelegt. In einer Stellungnahme zum Urteil schrieb der Anwalt, dass schon der Besuch eines Schulhofes oder eine einfache Google-Suche zeige, dass der Ausspruch "ich lauf Amok" gängiger Jugendslang sei. Zwar möge die Verwendung des Ausdrucks nicht sehr klug gewesen sein, aber gerade Achtklässlern müssten unbedachte Äußerungen in der Öffentlichkeit erlaubt sein. Sonst müsse man befürchten, dass bestimmte "geflügelte Worte" gar nicht mehr ausgesprochen werden dürften.

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