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GEZ: Neuer Beitragsservice gewinnt Schnüffel-Oscar

GEZ: Neuer Beitragsservice von ARD und ZDF gewinnt Schnüffel-Oscar

15.04.2013, 15:24 Uhr | t-online, dpa

GEZ: Neuer Beitragsservice gewinnt Schnüffel-Oscar . GEZ Logo (Quelle: imago images/M. Zettler)

Der GEZ-Nachfolger sammele mehr Daten als je zuvor, kritisieren Datenschützer.. (Quelle: M. Zettler/imago images)

Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio, der 2013 die GEZ abgelöst hat, ist mit dem Negativ-Preis "BigBrotherAward" bedacht worden. Der Datenschutzverein digitalcourage verlieh den Preis für "Datenkraken" am Freitag in Bielefeld. Auch Google, Apple, Deutsche Post und Polizei haben bei der Preisverleihung einen der Schnüffel-Oscars erhalten.

Digitalcourage verleiht den BigBrotherAward jedes Jahr in den Kategorien Politik, Arbeitswelt, Globales Datensammeln, Wirtschaft sowie "Behörden und Verwaltung". Der Verein (früher Foebud) will damit die Verletzung der Privatsphäre anprangern.

Ein noch größerer Datenkrake als die GEZ

Für den Betragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio, Nachfolger der Gebühreneinzugszentrale (GEZ), wurden die Ministerpräsidenten der 16 Bundeslänger in der Kategorie "Politik" mit dem BigBrotherAward bedacht.

Die Ministerpräsidenten hätten die Chance verpasst, eindeutige, personenunabhängige Regelungen zu entwickeln, so die Jury. In der mehrjährigen Übergangsphase verarbeite der neue Beitragsservice sogar viel mehr Daten als zuvor die GEZ.

Jury befürwortet Rundunkfinanzierung durch die Bürger

In der Laudatio wies Jury-Mitglied Frank Rosengart vom Chaos Computer Club ausdrücklich darauf hin, dass die Jury einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk befürworte, der von allen Bürgern gemeinsam finanziert wird, egal, ob sie diese Sender einschalten oder nicht.

Leider habe die Politik jedoch die Chance verpasst, mit der Haushaltsabgabe eine neue, wirklich datensparsame Methode der Erhebung der Rundfunkbeiträge einzuführen.

Daten sammeln für die Werbung

Für "globales Datensammeln" wird der Suchmaschinengigant Google mit dem Negativpreis bedacht. Unter dem Deckmantel einer Suchmaschine mit Gratis-Diensten wie Google Maps, Docs und YouTube sammle der Werbekonzern Google Unmengen von Echtzeit-Daten über alles und jeden.

Mit den Daten würden Menschen in Kategorien eingeteilt, um den Werbeprofit zu erhöhen. Der Konzern sollte zerschlagen und der Such-Index unter internationale Kontrolle gestellt werden, so die Jury.

Deutsche Post am Pranger

Die Deutsche Post Adress GmbH und Co KG nutze Nachsendeanträge, um ihren Adressenbestand zu aktualisieren und gewinnbringend zu verkaufen. Wer keinen Nachsendeantrag stelle, dürfe sich aber nicht sicher fühlen. Gegen Bezahlung würden auch diese neuen Adressen recherchiert, etwa in anderen Postdiensten oder in Melderegistern.

Der BigBrotherAward für Behörden

Der BigBrotherAward in der Kategorie "Behörden" geht an die Bundespolizei für diskriminierende und rassistische Identitätsfestellungen. Sie soll wiederholt Menschen wegen ihres Aussehens, also etwa dunkler Hautfarbe, gezielt aus einer Menschenmenge herausgegriffen und kontrolliert haben.

Apple wehrt sich gegen BigBrotherAward

Den deutschen Läden des Elektronikherstellers Apple wirft der Verein vor, die Mitarbeiter in weiten Teilen der Geschäfte mit Kameras zu überwachen. Ein Apple-Sprecher nannte die Anschuldigungen "schlichtweg falsch". Wie bei vielen anderen Einzelhändlern auch seien die Kameras in den Filialen angebracht, um Apple beim Schutz der Kunden und Mitarbeiter zu unterstützen.

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