Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet >

Patent-Troll Eola verliert Klage gegen Apple, Google, Amazon und Co.

Größter Albtraum für das Internet nach Jahren vorbei

23.07.2013, 19:53 Uhr | t-online.de

Patent-Troll Eola verliert Klage gegen Apple, Google, Amazon und Co.. Tim Berners-Lee (Quelle: dpa)

Tim Berners-Lee, einer der "Väter des Internet", warnte als Zeuge im Patent-Prozess vor den Folgen für das WWW. (Quelle: dpa)

Apple, Google, Amazon, Yahoo, eBay und Adobe, aber letztendlich auch alle Internetnutzer können aufatmen: Einer der größten Albträume für das Internet ist vorbei. Dem Treiben eines US-amerikanischen Biologen wurde per Gericht ein Ende gesetzt. Seit Jahren hatte er Lizenzgebühren von Webseiten eingeklagt, die Videos zeigen, Bilder rotieren lassen oder Suchvorschläge einblenden – und damit Millionen verdient. Nun verlor er seine Patente, unter anderem weil der anerkannte "Vater des World Wide Web" dem Biologen dazwischen funkte.

Ginge es nach dem US-Biologen Michael Doyle, schuldeten ihm die Betreiber fast jeder modernen Internetseite Lizenzgebühren. Denn sobald im World Wide Web ohne Doyles Erlaubnis ein Video gezeigt, ein Online-Shop mit rotierenden Produktbildern wirbt oder eine Suchmaschine Suchvorschläge einblendet, würde eines seiner Patente verletzt.

Die "erste interaktive" Web-Anwendung

Die Grundlage für Doyles Ansprüche bildet eine Entwicklung aus dem Jahr 1993. Als Angestellter der University of California entwickelte der Biologe zusammen mit zwei Kollegen eine Software, die es Ärzten ermöglichte, Bilder von Embryonen über das Internet anzuschauen.

Doyle bezeichnete das später als "erste interaktive" Anwendung für das WWW. Im Jahr 1994 halfen ihm die Anwälte der Universität, das Patent anzumelden, das ihm und der Universität 1999 schließlich zugesprochen wurde. Ein weiteres Patent zu einer ähnlichen Web-Anwendung erhielt Doyle 2009.

Microsoft musste 100 Millionen US-Dollar zahlen

Der Biologe gründete das Unternehmen Eolas, das laut dem US-Technikmagazin Ars Technica niemals ein markttaugliches Produkt hergestellt hat. Eolas konzentrierte sich seit 1999 ausschließlich auf Patentklagen – ein sogenannter Patent-Troll. Ziel der Klagen waren vor allem große Firmen der Internet- und Hightech-Industrie, die saftigen Schadenersatz zahlen sollten.

In einem Prozess gegen Microsoft landete Doyle einen großen Coup. Der Internet Explorer verletze eines von Doyles Patenten, urteilte ein Gericht in Chicago 2003 und verhängte eine Strafe von 521 Millionen US-Dollar. Im Laufe des Berufungsverfahrens konnte Microsoft eine außergerichtliche Einigung erzielen und soll schätzungsweise über 100 Millionen Dollar gezahlt haben, berichtete das US-Magazin Wired.

Klage gegen 20 Firmen sollte 600 Millionen US-Dollar bringen

Nach der Erteilung des zweiten "interaktiven Web-Patents" im Jahr 2009 startete Eolas eine Klagewelle gegen 20 Groß-Konzerne. Darunter Adobe, Amazon, Apple, eBay, Google und Yahoo aber auch die US-Videothekenkette Blockbuster, Playboy Enterprises und weitere. Mit der Klage beanspruchte Eolas über 600 Millionen US-Dollar, fast 457 Millionen Euro.

Tim Berners-Lee warnte vor den Gefahren für das Internet

Diesmal aber ging der Prozess anders aus als gewünscht. Das Gericht in Tyler im Bundesstaat Texas erklärte im Februar 2012 die geltend gemachten Patente für ungültig. Während des Prozesses wurde auch Tim Berners-Lee, der "Vater" des World Wide Web und Erfinder der Internet-Sprache HTML, als Zeuge gehört. Er warnte davor, dass ein Fortbestand der Patente eine massive Bedrohung des Internet in seiner heutigen Form bedeute.

Neben Berners-Lee wurden auch andere Internet-Pioniere vor Gericht angehört. Die Summe dieser Aussagen sollen wesentlich zur Entscheidung des texanischen Gerichtes beigetragen haben. Das Urteil wurde nun vom Berufungsgericht in Washington bestätigt und damit bleiben die Patente ungültig. Einer der teuersten und wohl bedrohlichsten Patent-Kriege des Internetzeitalters ist damit zu Ende. Für weitere Patentklagen fehlt Eolas die Grundlage.

Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie ein Fan von t-online.de Digital.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Sparen Sie 35% auf Sofas, Betten, Gartenmöbel u.m.*
jetzt zur Power Shopping Week bei XXXLutz
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe