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Kim Dotcom tritt zurück: Keine Zeit mehr für Mega

Überraschende Entscheidung  

Kim Dotcom gibt Mega-Posten auf

05.09.2013, 17:45 Uhr | t-online.de , dpa-AFX

Kim Dotcom tritt zurück: Keine Zeit mehr für Mega. Kim Schmitz legt seinen Posten bei Mega nieder. (Quelle: dpa/David Rowland)

Kim Schmitz legt seinen Posten bei Mega nieder. (Quelle: David Rowland/dpa)

Der umstrittene Internetunternehmer Kim Dotcom hat seinen Posten als Geschäftsführer des Online-Speicherdienstes Mega niedergelegt. Diese überraschende Mitteilung verbreitete der schwergewichtige Deutsche am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Erst im Januar hatte Dotcom seinen Dienst Mega der Öffentlichkeit präsentiert, schon zieht er sich zurück. Er wolle sich künftig stärker mit den ihm vorgeworfenen Urheberrechtsverletzungen beschäftigen, schrieb der in Kiel als Kim Schmitz geborene Unternehmer auf dem Online-Netzwerk Twitter. Zudem wolle er sich um die Gründung einer neuen Partei in Neuseeland kümmern und mehr Zeit für andere Projekte haben.

Kim Dotcom gründet eigene Partei

Zu diesen Projekten gehört seit kurzem die Gründung einer eigenen Partei, wie Dotcom vor wenigen Tagen bekannt gab. Das politische Engagement befindet sich noch in den Kinderschuhen, denn dem Internetmillionär fehlen derzeit genügend Unterstützer. Einige Ziele sind aber bereits formuliert.

So möchte Kim Dotcom die technische Infrastruktur Neuseelands verbessern. Wie er der Internetseite TorrentFreak erklärte, könne er zwar selbst nicht ins neuseeländische Parlament gewählt werden, er hoffe aber, genug kompetente Partner für eine erfolgreiche politische Arbeit zu finden. Im November 2014 soll die Partei schließlich das erste Mal zur Wahl stehen.

Kritiker dagegen sehen das plötzliche politische Engagement von Kim Schmitz nicht nur in der wachsenden Beliebtheit des Deutschen in Neuseeland begründet. Vielmehr könnte dies ein Versuch sein, einer Auslieferung an die USA und somit einem Prozess in Amerika zu entgehen.

Die Ermittlungen laufen noch immer

Die US-Behörden werfen Dotcom vor, über Megaupload Urheberrechtsverletzungen im Wert von einer halben Milliarde US-Dollar begangen zu haben. Der Onlinespeicherdienst wurde Anfang 2012 auf Drängen der US-Justiz stillgelegt. Megaupload gehörte bis dahin zu den meistbesuchten Seiten im Web und soll nach eigenen Angaben vier Prozent des gesamten Internetverkehrs ausgemacht haben.

Sowohl das FBI als auch neuseeländische Behörden leisteten sich bei der Stilllegung von Megaupload zahlreiche Ermittlungspannen. So wurde das Verfahren, dass über die Auslieferung des Wahl-Neuseeländers entscheiden soll, mehrfach verschoben. Die nächste Anhörung soll frühestens im November stattfinden.

Ein Nachfolger für Megaupload

Kim Dotcom blieb unterdessen nicht untätig und brachte am 19. Januar 2013 den Megaupload-Nachfolger Mega an den Start – genau ein Jahr nach der Megaupload-Razzia. Dieser bietet Nutzern kostenlos 50 Gigabyte Online-Speicherplatz an. Hochgeladene Dateien werden dort direkt verschlüsselt, sodass nur der jeweilige Nutzer oder von diesem ausgewählte Dritte die Daten mithilfe eines Sicherheitsschlüssels einsehen können.

So wollen die Betreiber von Mega verhindern, wieder in die Urheberrechtsfalle zu tappen. Das Konzept scheint bisher erfolgreich, denn schon kurz nach der öffentlichen Vorstellung von Mega konnte der Dienst mehr als eine Million Nutzer aufweisen.

Wachsende Popularität

Außerdem startete Kim Dotcom eine Kampagne für mehr Datensicherheit im Internet, in der er vor allem die US-Regierung angreift. Auch diese Unternehmung des Deutschen erfuhr viel Aufmerksamkeit – das Musikvideo "Mr President" weißt alleine auf Youtube knapp 1,7 Millionen Klicks auf.

Mit diesem Erfolg als Grundlage, veröffentlichte Kim Dotcom bisher drei weitere Musikstücke und arbeitet sogar an einem vollwertigem Album. Außerdem denkt er über eine eigene Musikplattform im Internet nach, bisheriger Name "Megabox". Ob dies ebenfalls ein Grund für seinen Rücktritt bei Mega ist, ist bisher nicht bekannt.

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