Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet >

Redtube-Abmahnungen: Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen möglicher Täuschung

Porno-Abmahnungen  

Staatsanwaltschaft nimmt offiziell Ermittlungen im Fall Redtube auf

20.12.2013, 07:00 Uhr | dpa

Redtube-Abmahnungen: Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen möglicher Täuschung. Die Staatsanwaltschaft Köln hat Ermittlungen gegen Unbekannt wegen falscher eidesstattliche Versicherungen aufgenommen. (Quelle: imago images/Ralph Peters)

Die Staatsanwaltschaft Köln hat Ermittlungen gegen Unbekannt wegen falscher eidesstattliche Versicherungen aufgenommen. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Anfang Dezember hat die größte Abmahnwelle seit langem tausende Internetnutzer verunsichert, denen der illegale Konsum von Sexfilmchen auf einem Streaming-Portal namens Redtube vorgeworfen wird. Die dubiose Vorgehensweise der beteiligten Firmen und Anwälte beschäftigt seit heute die Staatsanwaltschaft Köln, die untersucht, ob das Landgericht Köln getäuscht worden sein könnte.

Das Ermittlungsverfahren richte sich gegen Unbekannt, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Donnerstag in Köln. Es gehe darum, ob jemand gegenüber dem Landgericht Köln falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben habe, um an Nutzerdaten heranzukommen.

Im Fall der Redtube-Abmahnungen hatte das Unternehmen itGuards im Auftrag des Rechteinhabers The Archive AG dem Landgericht Köln tausende IP-Adressen übergeben und über den Berliner Anwalt Daniel Sebastian beantragt, die Adressen der zugehörigen Nutzer ermitteln zu dürfen. Die Anträge stellten Redtube allerdings nicht eindeutig als Streaming-Portal dar, sondern erweckten den Eindruck, dass es sich um eine Tauschbörse handeln würde.

Kölner Landgericht könnte getäuscht worden sein

Der Vorgang des Video-Streamings ist dagegen rechtlich nicht geklärt. Bisher waren nur Tauschbörsennutzer von Abmahnungen betroffen, da hier jeder Nutzer, der illegale Inhalte herunterlädt diese dadurch gleichzeitig zur Verfügung stellt, was einen Verstoß gegen das Urheberrecht darstellt. Bei Streaming-Portalen dagegen landet ein Video nur kurzzeitig im Speicher des Rechners, wird aber nicht weiter verteilt.

Da das Kölner Landgericht von Tauschbörsennutzern ausging, gab es vielen der Anträge statt.

Redtube-Abmahnanwälte stehen nicht im Fokus

Bremer stellte auf Anfrage klar, dass sich die Ermittlungen nicht gegen die Regensburger Kanzlei U+C richteten, die die Abmahnungen verschickt habe. Dies habe die Staatsanwaltschaft auch nie behauptet. In dem Kölner Ermittlungsverfahren geht es nicht um die Frage, ob die Nutzer des Streaming betrogen worden sind. Die Staatsanwaltschaft untersucht lediglich die Versicherungen gegenüber dem Landgericht.

Weitere Internetnutzer könnten Post erhalten

Von der Abmahnungswelle sind in Deutschland mehrere zehntausend Internetnutzer betroffen. Sie waren belangt worden, weil sie angeblich urheberrechtlich geschützte Sexfilme auf der Seite Redtube.com abgerufen hatten, andere ähnliche Internetseiten könnten künftig folgen. Die Regensburger Anwaltskanzlei forderte sie auf, 250 Euro zu bezahlen und schriftlich zu versichern, das Vergehen nicht noch einmal zu begehen.

Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von t-online.de Digital.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet

shopping-portal