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Google kauft Nest Labs: Schnüffelt der Internetriese bald im Wohnumfeld?

Haussteuerung  

Google kommt zu uns nach Hause

15.01.2014, 11:22 Uhr | t-online.de, dpa

Google kauft Nest Labs: Schnüffelt der Internetriese bald im Wohnumfeld?. Thermostat von Nest (Quelle: Hersteller)

Die Thermostate und Rauchmelder von Nest sind mit dem Internet verbunden und liefern so Daten aus dem Wohnumfeld. (Quelle: Hersteller)

Google hat die zweitgrößte Übernahme in seiner Geschichte in trockenen Tüchern. Für 3,2 Milliarden US-Dollar kaufte der Konzern ein Unternehmen, das vernetzte Thermostate und Rauchmelder herstellt. Bei Datenschützern dürften deshalb bereits die Alarmsirenen schrillen, denn mit der Übernahme versucht sich der Suchmaschinen-Riese in Millionen Haushalten einzunisten.

Umgerechnet 2,34 Milliarden Euro ließ sich Google die Übernahme von Nest Labs kosten. Die US-Handelsbehörde muss dem Deal zwar noch ihr OK geben, aber das gilt als reine Formsache.

Nest solle weiterhin von Mitgründer Tony Fadell geführt werden – einem der "Väter" des Apple iPods. Vor einigen Wochen kündigte Fadell eine beschleunigte Expansion nach Europa an. Auch der zweite Mitgründer, Matt Rogers, stand einst auf der Gehaltsliste von Apple und war dort für die Entwicklung der iPod-Software zuständig.

Geräte sind mit dem Internet verbunden

Die Geräte von Nest zeichnen sich dadurch aus, dass sie schick, teuer und intelligenter sind als traditionelle Produkte dieses Segments. So erfassen etwa die Thermostate das Heizverhalten sowie die An- und Abwesenheit der Bewohner und passen die Temperatur ihren Gewohnheiten an. Der Nutzer kann die Heizung zudem aus der Ferne mit dem Smartphone über die Internetanbindung steuern.

Auch die von Nest angebotenen Rauchmelder sind mit dem Internet verbunden und können einen abwesenden Hausbesitzer via Smartphone über einen Rauchalarm informieren. Qualmt es nur ein bisschen in der Küche, kündigt der Rauchmelder zunächst mit einem gemäßigten Voralarm an, dass Rauch festgestellt wurde. Der Nutzer kann den Rauchmelder dann über eine Winkgeste abschalten. Vor Kohlenmonoxid warnt der Rauchmelder sogar per Sprachansage.

Google hätte Zugang zu häusliche Daten

"Wir sehen, wenn Leuten ihr Toast verbrennt oder Kohlenstoffmonoxid austritt", erklärte Fadell Anfang Dezember auf der Konferenz LeWeb in Paris. Daten werden also reichlich generiert, gesammelt und auch ausgewertet.

Über gespeicherte Heizprofile ließe sich so ermitteln, wann Bewohner zu Hause sind und wann nicht. Mithilfe der GPS-Ortung eines Smartphones und der Nest-App, wissen die Hersteller auch, wenn sich ein Kunde seinem Heim nähert, um dann automatisch die Heizung aus dem Sparmodus aufzuwecken oder das Licht einzuschalten.

Wer nutzt die Daten?

Google biete als Mutterkonzern die Möglichkeit, schnell die nötige Infrastruktur auszubauen, sagte Fadell nach der Ankündigung dem Technologieblog Recode.

Kurz nach Bekanntwerden der Übernahme erklärte Nest zur Frage, ob das Unternehmen Daten mit Google teilen werde, in einem Blogeintrag: "Unsere Datenschutzrichtlinien beschränken die Nutzung der Kundendaten auf die Verbesserung der Produkte und Dienstleistungen von Nest. Wir nehmen die Privatsphäre immer sehr ernst und daran wird sich nichts ändern."

Hacker-Team schützt die Daten

Nest sei bewusst, dass Menschen Informationen aus ihrem Haushalt als eine sehr private Angelegenheit sähen, hatte Fadell in Paris gesagt. Die Firma habe deshalb ein eigenes "Hacker-Team", um nach eventuellen Schwachstellen zu suchen und Missbrauch abzuwenden.

Behörden könnten unter Umständen Zugang zu den Informationen bekommen, aber nur in Einzelfällen. "Wenn jemand an Daten aus einem Haushalt heran will, muss er zu mir oder meinem Mitgründer kommen und das gut begründen." Damit schloss Fadell die Herausgabe von Daten nicht grundsätzlich aus.

Googles zweiter Vorstoß im Bereich Haustechnik

Die Akquise von Nest ist nicht der erste Vorstoß von Google in den Bereich der Haustechnik. Der 2009 vorgestellte Google PowerMeter sollte als intelligenter Stromzähler den Stromverbrauch in Echtzeit messen und so Energie sparen helfen. Das ging einigen zu weit. Google-Chef Larry Page zog dem PowerMeter nach nur wenigen Monaten im Amt 2011 den Stecker.

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