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Redtube-Abmahner Urmann + Collegen legt sein Mandat nieder

Redtube-Abmahnungen  

Abmahner Urmann + Collegen legt überraschend Mandat im Redtube-Fall nieder

16.05.2014, 13:50 Uhr | t-online.de

Redtube-Abmahner Urmann + Collegen legt sein Mandat nieder. Die Kanzlei Urmann + Collegen hat überraschend ihr Mandat im Fall der Redtube-Abmahnungen niedergelegt. (Quelle: imago images/Screenshot/Rüdiger Wölk)

Die Kanzlei Urmann + Collegen hat überraschend ihr Mandat im Fall der Redtube-Abmahnungen niedergelegt. (Quelle: Screenshot/Rüdiger Wölk/imago images)

Nachdem es längere Zeit ruhig um die Redtube-Abmahnwelle war, hat die umstrittene Kanzlei Urmann + Collegen überraschend ihr Mandat niedergelegt. Somit vertritt sie die vermeintlichen Rechteinhaber der abgemahnten Sexvideos nicht mehr. Das hat Rechtsanwalt Thomas Feil berichtet, der für einen Mandanten gegen Urmann + Collegen vor Gericht gezogen war.

Durch die Klage von Feil und seinem Mandaten sollte geklärt werden, ob The Archive AG tatsächlich die Rechte an den abgemahnten Porno-Clips inne hat. Aufgrund derer hatte Urmann + Collegen zehntausende Internetnutzer im Dezember abgemahnt. Ohne die Verwertungsrechte wären die Abmahnungen jedoch nicht rechtmäßig.

Urmann + Collegen bleibt Nachweise schuldig

Wie Feil in einem Artikel auf der Anwalts-Internetseite anwalt24.de berichtet, hätte die Kanzlei Urmann + Collegen eine umfangreiche Erwiderung gegen die Klage verfasst. Diese sei jedoch oberflächlich gewesen und hätte keinerlei Nachweise erbracht, dass The Archive AG tatsächlich die Rechteinhaberin an den Video sei. Auch sei Urmann + Collegen in seinem Schreiben nicht darauf eingegangen, wie die Ermittlungen der Abmahnopfer abgelaufen sei und somit auch nicht darauf, auf welcher Grundlage die Abmahnungen zustande gekommen seien.

The Archive AG steht ohne Rechtsbeistand da

Feil trug deshalb dem Gericht weiterhin Zweifel vor, dass The Archive AG die Abmahnungen rechtmäßig hatte verschicken lassen. Aufgrund dessen wäre die Kanzlei Urmann + Collegen verpflichtet gewesen, im Einzelnen nachzuweisen, dass die Abmahnungen ordnungsgemäß waren und verschickt werden durften.

Diese Arbeit wollte sich Urmann + Collegen womöglich ersparen. Die Kanzlei teilte dem Gericht am 30. April in einem Schreiben mit, das Mandat niedergelegt zu haben und somit The Archive AG nicht mehr zu vertreten.

Feil sieht darin einen geschickten Schachzug der gegnerischen Rechtsanwälte, da sie sich damit aus der Schusslinie ziehen. Von The Archive AG dürfte dagegen keinerlei Aktivität mehr in diesem Gerichtsverfahren zu erwarten sein, vermutet Feil.

Schicksal der beteiligten Firmen ungewiss

Ob es die Firma The Archive AG unterdessen überhaupt noch gibt, ist nicht geklärt. Ende Dezember nahmen einige der Hintermänner ihren Hut und setzten einen gänzlich unbekannten Mann aus dem westafrikanischen Staat Benin als Direktor ein. Gleichzeitig wurde der Firmensitz verlegt und die Internetseite abgeschaltet. Eine Telefonnummer hat The Archive AG seitdem auch nicht mehr. Das gleiche Schicksal ereilte die Firma itGuards, die die IP-Adressen der abgemahnten Internetnutzer ermittelt haben soll.

The Archive AG hatte im Dezember 2013 über die Regensburger Kanzlei Urmann + Collegen zehntausende Internetnutzer abmahnen lassen. Diese sollen sich, so lautete der Vorwurf, auf der Internetseite Redtube urheberrechtlich geschützte Pornofilme angeschaut haben. Das Kölner Landgericht hatte einem Antrag der Anwälte statt gegeben, auf Grundlage der IP-Adressen die abgemahnten Internetnutzer ermitteln zu dürfen.

Noch im Dezember ruderten die Richter des Landgerichts zurück, und teilten mit, den Vorgang des Auskunftsersuchens erneut prüfen zu wollen. Offenbar waren sie in die Irre geführt worden, denn in den Anträgen waren die Video-Streams als illegale Download-Angebote dargestellt worden – die Nutzung von Streaming-Angeboten wäre laut Kölner Richtern und dem Justizministerium rechtlich unbedenklich.

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