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Facebook wegen fieser Nacktbilder auf 123 Millionen US-Dollar verklag

Schutz der Privatsphäre  

Facebook wegen fieser Nacktbilder auf 123 Millionen US-Dollar verklagt

01.08.2014, 12:20 Uhr | t-online.de

Facebook wegen fieser Nacktbilder auf 123 Millionen US-Dollar verklag. Facebook-Logo (Quelle: imago images/MiS)

Facebook wegen Rache-Porno auf 123 Millionen verklagt (Quelle: MiS/imago images)

Eine Frau aus Texas hat Facebook und einen ehemaligen Freund auf Schadenersatz verklagt. Sie verlangt 123 Millionen US-Dollar (knapp 92 Millionen Euro), weil Facebook zwei Monate gebraucht hatte, um ein Profil unter ihrem Namen zu löschen, auf dem gefälschte Nacktbilder der Frau zu sehen waren.

Im Dezember hatte der beschuldigte Freund ein Facebook-Profil mit dem Namen der Klägerin angelegt. Darin veröffentlichte er mehrere Fotos, in denen er das Gesicht der Frau mit einem Bildbearbeitungsprogramm auf fremde nackte Frauenkörper montiert hatte. Die Betroffene hatte das falsche Profil bereits im Dezember bei Facebook gemeldet und die sofortige Löschung verlangt. Das ist aber erst im Februar geschehen. Die Klägerin wirft Facebook vor, die "Rache-Pornos" viel zu spät entfernt zu haben.

Ihr Anwalt erklärte: "Diese gefälschten Fotos stellen unsere Mandantin fälschlich und böswillig in einem abwertenden und falschen Licht dar. Sie wird als grobe und aggressiv-sexuelle Person dargestellt, die sie definitiv nicht ist."

10 Cent pro Facebook-Nutzer

Die ungewöhnlich hohe Summe von 123 Millionen US-Dollar, ergebe sich aus den 1,23 Milliarden Facebook-Nutzern, die die Bilder hätten sehen können, erklärte der Anwalt der Frau. Pro Nutzer veranschlagten er und seine Mandantin einen Schadenersatz von 10 Cent – insgesamt also 123 Millionen Dollar.

Dabei ginge es allerdings weniger ums Geld, sondern viel mehr darum, "die Schwächen und Fehler der irreführenden beworbenen Privatsphäre-Schutzfunktionen" von Facebook bloßzustellen.

Haben Facebooks Sittenwächter nicht aufgepasst?

Für Facebook ist es recht ungewöhnlich, Nacktbilder über einen derart langen Zeitraum zu übersehen. Auf dem sozialen Netzwerk werden Fotos und Grafiken mithilfe einer Software automatisch nach zu viel nackter Haut gescannt und üblicherweise sehr schnell gelöscht. Dies führte in der Vergangenheit bereits zu einer Menge Ärger, weil Facebook sogar die Bilder stillender Mütter löschte.

Facebook wird nicht zahlen müssen

Die Klägerin dürfte gewisse Chancen haben, gegen ihren ehemaligen Freund Ansprüche durchzusetzen. Im März dieses Jahres hatte eine Texanerin erfolgreich ihren ehemaligen Lebensgefährten wegen Rache-Pornos auf Schadenersatz verklagt. Er hatte Bilder und Videos hochgeladen, auf denen die Frau beim Geschlechtsverkehr zu sehen war. Das Gericht sprach ihr 500.000 US-Dollar (knapp 374.000 Euro) zu.

Aber Facebook muss kaum fürchten, dass Schadenersatz fällig wird. Zum einen fallen die dargestellten Fotomontagen nicht unter die Kategorie der "Rache-Pornos", weil diese die echte Person auf Bildern oder Videos vor allem bei sexuellen Handlungen zeigen.

Zum anderen regelt ein US-Gesetz namens "Communication Decency Act", dass die Anbieter von Online-Diensten nicht für die Inhalte ihrer Nutzer haften müssen. In der Haftung steht also der Nutzer, der illegale Inhalte online stellt.

Rache-Pornos juristisch schwer greifbar

Ähnlich gelagerte Fälle wurden von Gerichten aber auch schon abgewiesen, wie das US-Online-Magazin The Verge schreibt. Das Thema Rache-Pornos stelle demnach eine juristische Grauzone dar und sei schwer in Gesetze zu fassen.

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