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Facebook vergrätzt Nutzer mit App-Umstellung

Fragwürdige Praxis  

Facebook vergrätzt Nutzer mit Zwangs-Umstellung

12.08.2014, 12:57 Uhr | t-online.de

Facebook vergrätzt Nutzer mit App-Umstellung. Facebook Messenger-Logo (Quelle: imago images/MIS)

Ohne den Facebook Messenger kommen Chat-Nachrichten nicht auf dem Smartphone an. (Quelle: MIS/imago images)

Innerhalb weniger Tage wurde der Facebook Messenger zur wahrscheinlich meistgehassten App Deutschlands. Zwar steht die Chat-App sowohl in Apples App Store als auch in Google Play an der Spitze der Charts. Die Bewertungen und Kommentare der Nutzer sind jedoch vernichtend. Denn die wenigsten installierten den Facebook Messenger freiwillig.

Ende Juli begann Facebook damit, die Chat-Funktion aus seiner Smartphone-App auszukoppeln. Seitdem müssen alle Facebook-Nutzer, die von unterwegs Nachrichten über das soziale Netzwerk senden oder empfangen wollen, den Facebook Messenger installieren. Die Downloadzahlen stiegen sprunghaft an, die Bewertungen sanken zeitgleich in den Keller.

Nutzer über App-Zwang empört

Im iTunes App Store steht der Messenger zwar auf Platz 1 der deutschen Gratis-Charts, erhielt mit einem von fünf Sternen aber die schlechtmöglichste Bewertung. Für die Messenger-Versionen vor der Umstellung vergaben die iPhone- und iPad-Nutzer zuvor vier Sterne. "Einfach nur schlecht" oder "widerlich" lauten die Kommentare, manch einer vermutet hinter dem Auslagerungszwang sogar die Absicht, WhatsApp bald abzuschalten.

Wenig anders sieht es in Google Play, der App-Plattform für Android-Geräte aus. Zwar lässt eine durchschnittliche Bewertung von 4,1 Sternen zunächst auf zufriedene Nutzer schließen, in der Detailansicht häufen sich aber wütende Kommentare von Nutzern, die sich über die Nötigung beschweren.

"Zwang! Ich verstehe den Sinn hinter der App nicht. Reicht es nicht, dass Facebook WhatsApp als Nachrichtendienst aufgekauft hat? Wozu jetzt der Dreck - nur um die FB-Messages lesen zu können?", fasst es ein Android-Nutzer zusammen. Viele andere Kommentare gehen in die gleiche Richtung.

Facebook Messenger verlangt zahlreiche Berechtigungen

Neben Facebooks fragwürdiger App-Strategie sorgen die umfangreichen Berechtigungen für Unmut, die der Messenger einfordert. Bei der Installation auf Android-Geräten verlangt die App Zugriff auf Benutzerkonten, Kontakte, den Standort, SMS und MMS, Telefonnummern, die Anrufliste, den Speicher, Kamera und Mikrofon, WLAN-Verbindung, Geräte-ID und Anrufinformationen.

Wer die App nutzen möchte, muss direkt allen Berechtigungsanfragen zustimmen. Lediglich Nutzer von Android 4.3 (und älter) und Nutzer gerooteter Geräte können dem Messenger einzelne Berechtigungen entziehen, müssen dann aber auch auf einige Funktionen verzichten.

Auf dem iPhone fragt die App erst nach den Berechtigungen, wenn die entsprechende Funktion erstmalig aktiviert wird – zum Beispiel bei einem Telefonat über den Facebook Messenger.

Facebook will diverse Apps etablieren

Derzeit sind nur die Nutzer der Facebook-App auf iPhones und Android-Smartphones von dem Messenger-Zwang betroffen. Auf Desktop-PCs, über mobile Browser, auf Windows Phones und dem iPad sollen Chat-Nachrichten vorerst wie gewohnt versendet werden können.

Gründer Mark Zuckerberg hatte schon vor einiger Zeit den Plan ausgerufen, einzelne Funktionen stärker in getrennte Anwendungen zu platzieren. Das Unternehmen will sich mit einer ganzen Familie von Apps im Alltag der Nutzer etablieren.

Facebook holte sich jüngst den bisherigen Chef des Bezahldienstes PayPal, David Marcus, als neuen Manager für den Bereich. Der Konzern übernimmt gerade für rund 19 Milliarden Dollar auch den deutlich größeren Kurznachrichtendienst WhatsApp, der eigenständig bleiben soll.

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