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Redtube-Abmahner Thomas Urmann verliert Zulassung

Redtube-Abmahner  

Porno-Anwalt Urmann wegen Betruges verurteilt

01.09.2014, 14:33 Uhr | t-online.de

Redtube-Abmahner Thomas Urmann verliert Zulassung. Internetnutzer vor Redtube-Internetseite (Quelle: imago images/Rüdiger Wölk)

Redtube-Abmahnanwalt Thomas Urmann wurde verurteilt. (Quelle: Rüdiger Wölk/imago images)

Rechtsanwalt Thomas Urmann, der mit Massenabmahnungen von Nutzern des Pornofilm-Portals Redtube Schlagzeilen machte, ist vom Augsburger Schöffengericht unter anderem wegen Betruges verurteilt worden. Wie die "Mittelbayerische Zeitung" (MZ) berichtet, wird Urmann damit auch seine Zulassung als Anwalt verlieren.  Das Urteil gegen ihn erging jedoch nicht aufgrund der Redtube-Abmahnungen.

Der aus Regensburg stammende Anwalt wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Gericht gestand die Bewährung zu, weil Urmann geständig gewesen sei und sich schuldeinsichtig und reumütig gezeigt habe.

Zusätzlich zur Bewährung wurde Urmann zur Zahlung von 80.000 Euro und zur Ableistung von 80 Sozialstunden verurteilt. Auf das Strafmaß hatten sich Richter, Staatsanwalt und Verteidigung am Montag laut "MZ" geeinigt. In dem Moment, in dem das Urteil rechtskräftig wird, erlischt zudem Urmanns Zulassung als Anwalt.

Urmann wegen Wurstfabrik verurteilt

Die Verurteilung Urmanns steht allerdings nicht im Zusammenhang mit der Redtube-Abmahnwelle. Als Geschäftsführer einer Wurstwarenfabrik in Gundelfingen (Kreis Dillingen) hat er sich der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht, berichtet die "MZ". Trotz Zahlungsunfähigkeit habe er Aufträge an Lieferanten vergeben. Zudem habe er Sozialversicherungsbeiträge für einen Teil der Angestellten nicht gezahlt. Der Schaden belaufe sich auf mehr als 390.000 Euro.

Urmann hatte im Jahr 2008 die schon damals insolvente Firma übernommen und sich als deren Retter feiern lassen, wie die Tageszeitung "MZ" schreibt. Doch die Rettung misslang und die Firma war nach zwei Jahren am Ende.

Durch Porno-Abmahnungen bekannt

Im Jahr 2013 wurde Urmann in den Medien bekannt, weil er im Auftrag von The Archive AG Zehntausende Abmahnungen an vermeintliche Nutzer des Pornovideo-Portals "Redtube" verschickt hatte. Viele der Betroffenen konnten sich erfolgreich zur Wehr setzen, da die Abmahnungen juristisch nicht korrekt waren. Zudem wurden bei den Abmahnungen Ungereimtheiten bei den veranschlagten Kosten festgestellt. Im März hatte ein Gericht die Abmahnungen schließlich für unrechtmäßig erklärt. Urmann legte sein Mandat nieder.

Urmann wollte Porno-Pranger einführen

Urmanns Kanzlei U+C sorgte bereits 2012 mit einem sogenannten "Porno-Pranger" für Aufregung. Die Kanzlei plante die Namen von abgemahnten Porno-Nutzer im Internet zu veröffentlichen, wenn sie die Zahlung der geforderten Abmahngebühren verweigerten. Ein Gericht schob diesem Ansinnen einen Riegel vor.

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