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Alte USB-Sticks sollen Kim Jong Un sabotieren

Digitale Guerilla in Nordkorea  

Alte USB-Sticks sollen Kim Jong Un sabotieren

12.02.2016, 15:19 Uhr | t-online.de

Alte USB-Sticks sollen Kim Jong Un sabotieren. Aktivisten wollen Kim Jong-uns Unterdrückungs-Regime per USB-Stick unterwandern. (Quelle: dpa)

Aktivisten wollen Kim Jong-uns Unterdrückungs-Regime per USB-Stick unterwandern. (Quelle: dpa)

Die Initiative "Flashdrives for Freedom" will mit USB-Sticks die Staatsmacht in Nordkorea unterwandern. Die Speichersticks versorgen die abgeschottete Bevölkerung mit westlichen Medieninhalten. Wikipedia, Arnold Schwarzenegger und Leonardo DiCaprio sollen dem politischen Wandel Auftrieb geben.

Verschiedene politische Organisationen schmuggeln seit Längerem USB-Sticks nach Nordkorea. Doch bisher müssen sie Sticks kaufen, was deren Anzahl begrenzt. Der Spendenaufruf der Initiative "Flashdrives for Freedom" soll das ändern. Gesammelt werden alte USB-Sticks, die tausendfach in Schubladen von Büros und Privathaushalten herumliegen.

Auf den Sticks ist Alltägliches zu finden

Das Rohmaterial wird zunächst an das "North Korean Strategy Center" (NKSC) in Südkorea geschickt, berichtet das US-Magazin "Wired". Die NGO bespielt die Speichersticks zum Beispiel mit einer koreanischen Version der Wikipedia. Auch scheinbar harmlose Fernsehserien gehören zu den gewünschten Inhalten. "Wenn Nordkoreaner Serien wie 'Desperate Housewives' anschauen, lernen Sie, dass Amerikaner keine kriegslüsternen Imperialisten sind", sagte Kang Chol-hwan, Gründer des NKSC, dem US-Magazin "Wired" bereits im letzten Jahr. Deshalb gehe es bei den Inhalten weniger um politische Botschaften.  

Die Menschen in Nordkorea sollen eher Dinge des alltäglichen Lebens auf den Speichersticks finden. Dazu gehören Fernsehserien aus Südkorea und dem Westen, Spielfilme, E-Books, Musik und weiteres Material. Zu den beliebtesten Inhalten gehören Filme mit Schauspielern wie Arnold Schwarzenegger, Leonardo DiCaprio und Sylvester Stallone. Derzeit schmuggelt das NKSC nach eigenen Angaben 3000 bis 5000 USB-Sticks pro Jahr ins Land.

Wissen ist Macht

Dazu erklärt Alex Gladenstein von der Human Rights Foundation der BBC: "Außer Essen und Wasser ist es Wissen, was die von anderen Ländern abgeschotteten Nordkoreaner vor allem wollen. Wir glauben wirklich, dass Bildung eine Lösung für Nordkorea ist."

Sogar der Satirefilm "The Interview", der das nordkoreanische Regime und dessen Führer Kim Jong-un durch den Kakao zieht, hat per USB-Stick den Weg ins Land gefunden. Vor den USB-Sticks wurden DVDs eingeschleust. Doch die Flashspeicher sind viel kleiner und beim Schmuggeln aber auch bei Hausdurchsuchungen besser zu verstecken oder zu vernichten. Wer in Nordkorea mit Filmen oder Medieninhalten aus dem Ausland erwischt wird, wird mit langen Haftstrafen oder Arbeitslager bestraft.

Wie werden die Inhalte genutzt?

Neben dem Internet verweigert der Staat der Masse der Bürger den Zugang zu Computern. Allerdings sind tragbare Videokonsolen sehr verbreitet. Diese "Notels" – ein Kunstwort aus "Notebook" und "Television" – können Medieninhalte von USB-Sticks, SD-Karten und auch DVDs abspielen. Zudem sind sie mit deutlich unter 50 Euro bezahlbar. 

Wie kommen die USB-Sticks ins Land?

Um die Datenträger ins Land zu bringen, bedienen sich die Organisationen teils skurriler Methoden und lassen Ballons mit der subversiven Fracht über die Grenze schweben. Andere verstecken die Speichersticks in chinesischen Lkw, die Versorgungsgüter nach Nordkorea bringen.

Eine weitere Methode sind Touristenboote, auf denen die Schmuggler die Fracht mitten auf dem nordkoreanisch-chinesischen Grenzfluss "Tumen" an Fischerboote übergeben. Die Sticks werden auch zusammen mit anderem Schmuggelgut wie Süßigkeiten oder Zigaretten in alte Autoreifen geklebt, die dann nachts an das nordkoreanische Ufer geworfen werden.

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