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Nach Hurrikan "Irma": So erkennen Sie Fake-Bilder

Fake-Bilder erkennen  

Wenn der Hai auf der Straße schwimmt

11.09.2017, 22:30 Uhr | dpa-AFX

Nach Hurrikan "Irma": So erkennen Sie Fake-Bilder. Ein Fake (Quelle: imago)

Das Bild stammt tatsächlich von Kuba nach dem Orkan Irma (2017) – der Hai ist allerdings nur "billig" fotomontiert. (Quelle: imago)

Während Millionen Menschen in Florida vor Hurrikan "Irma" in Deckung gehen, versuchen einige Leute im Internet, mit Horrornachrichten und schlechten Scherzen Aufmerksamkeit zu erlangen. Wie so oft wird eine Katastrophe von jeder Menge Falschmeldungen begleitet.

Als wäre die Zerstörungskraft von "Irma" in den Tagen zuvor in der Karibik nicht schon schlimm genug gewesen, versuchten Nutzer auf Twitter, Instagram, YouTube oder Facebook das Wüten der Naturgewalten auf die Spitze zu treiben. So wurde ein Video millionenfach geteilt, auf dem zu sehen ist, wie ein gewaltiger Sturm einen Bus zum Umstürzen bringt. Allerdings handelte es sich dabei nicht um einen Live-Bericht zu "Irma", sondern um Aufnahmen von einem Zyklon in Indien aus dem Vorjahr. Es handelt sich um eine Fälschung, ein "Fake". Ein dummer Scherz, genauso wie der Facebook-Aufruf sich zu versammeln, um gemeinsam auf den Tornado mit Pistolen und Gewehren zu feuern.

Als Fake-Klassiker gilt mittlerweile der Hai, der offensichtlich aus einem fahrenden Auto auf dem Highway fotografiert wurde. Kann ein Sturm wirklich solche Auswirkungen haben? Natürlich handelt es sich auch hier nur um eine Fotomontage. Die Beliebtheit auf Twitter und Co. bleibt davon unbeeinflusst:

Längst wird in den sozialen Netzwerken jede Naturkatastrophe oder jeder Terroranschlag von sogenannten Fake News, also Fälschungen und Manipulationen, begleitet. Häufig werden dabei alte Aufnahmen aus dem Internet kopiert und als aktuelle Fotos oder Videos eines Tatortes ausgegeben.

Keine harmlosen Scherze, sondern Gefahr für Menschen

Auch die Sicherheitsbehörden in Deutschland sind alarmiert. Oftmals kursieren die Fakes zunächst in geschlossenen Messengerdiensten wie WhatsApp. Hinzu kommen noch irrtümliche Wahrnehmungen von Bedrohungslagen, die ebenfalls rasend schnell Verbreitung finden.

Im schlimmsten Fall kann dies zu Panik in der Bevölkerung führen, so wie beim Amoklauf in München im Juli 2016. Damals erhielt die Münchner Polizei nach eigenen Angaben Hinweise auf 71 sogenannte Phantom-Tatorte weit verteilt über das ganze Stadtgebiet. Die Polizei führt dies auf die Masse an Irrtümern oder gezielten Desinformationen zurück, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurden.

Gesunder Menschenverstand und eigene Recherche

Dabei hilft oft schon der gesunde Menschenverstand, um als Nutzer nicht auf Fakes hereinzufallen. Wer genau hinschaut, erkennt schnell auf Fotos und Videos, dass die Menschen, Autos oder Pflanzen gar nicht zu dem angeblichen Ort passen. Mit wenigen Klicks kann man zudem im Internet prüfen, ob ein Foto in Wahrheit nicht schon viel älter ist - mit der sogenannten Foto-Rückwärtssuche beispielsweise von Google oder Tineye. Speichern Sie einfach ein Bild aus dem Internet auf Ihrem PC und ziehen Sie es anschließend in das Suchfeld einer der Seiten. So können Sie sehen, wo dieses Bild bereits verwendet wurde und finden auch schnell raus, ob es echt ist.

Mithilfe dieser Technik lässt sich aktuell leicht entlarven, dass Fotos von einem angeblichen Mega-Verkehrsstau in Florida in Wahrheit von einer Flucht vor einem Hurricane in Texas stammen. Auch der Klassiker unter den Fake-Fotos, der angeblich aus einem Auto heraus fotografierte Hai auf einem überschwemmten Highway, findet bei Hurrikan "Irma" wieder Verbreitung - und verliert mit der Foto-Rückwärtssuche schnell seinen Schrecken.

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