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Dürfen Eltern an das Facebook-Konto ihrer toten Tochter?

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Mysteriöser Teenager-Tod  

Eltern wollen Daten ihrer toten Tochter von Facebook

20.06.2018, 10:36 Uhr | Carsten Hauptmeier, AFP

Dürfen Eltern an das Facebook-Konto ihrer toten Tochter?. Facebook: Dürfen Eltern Zugang zum Facebook-Konto ihres verstorbenen Kindes verlangen?  (Quelle: dpa/Fabian Sommer)

Facebook: Dürfen Eltern Zugang zum Facebook-Konto ihres verstorbenen Kindes verlangen? (Quelle: Fabian Sommer/dpa)

Wer sein Erbe regelt, sollte unbedingt auch an den digitalen Nachlass denken. Wie schwierig der Umgang mit Daten nach dem Tod sein kann, zeigt ein Verfahren vor dem Bundesgerichtshof (BGH). 

Das Gericht prüft am Donnerstag, ob Eltern auf die Daten des Facebook-Kontos ihrer verstorbenen Tochter zugreifen können. Ein Überblick über den Fall und die wichtigsten Fragen zum digitalen Nachlass:

Worüber verhandelt der Bundesgerichtshof?

Klägerin ist die Mutter einer 15-Jährigen, die im Jahr 2012 unter ungeklärten Umständen tödlich verunglückte. Sie verlangt einen vollständigen Zugriff auf das Facebook-Konto ihrer verstorbenen Tochter. Sie will so unter anderem erfahren, ob das Mädchen vor seinem Tod Suizidabsichten hatte. Doch das Onlinenetzwerk erlaubt den gewünschten Zugang nicht.

Das Facebook-Konto befindet sich im sogenannten Gedenkzustand. Bei einem solchen Konto können unter anderem keine persönlichen Nachrichten gelesen werden. Dies gilt auch für einen sogenannten Nachlasskontakt.

Der Bundesgerichtshof prüft nun, ob in einem solchen Fall weiter das Fernmeldegeheimnis gilt. In erster Instanz entschied das Landgericht Berlin, den Eltern einen vollständigen Zugang zu gewähren. Das Kammergericht Berlin wies die Klage der Mutter dagegen im Berufungsverfahren ab. Nun muss der BGH im Revisionsverfahren in letzter Instanz entscheiden.

Welche Möglichkeiten bestehen grundsätzlich bei Onlinenetzwerken?

Facebook bietet seinen Nutzern an, einen Nachlasskontakt zu bestimmen. Dieser hat im Todesfall auch die Möglichkeit, das Profil zu löschen. Alternativ kann das Profil in den Gedenkzustand versetzt werden, über den vor dem BGH verhandelt wird.

Google bietet einen Kontoinaktivitätsmanager an. Darüber kann festgelegt werden, wer Zugriff auf Daten hat und ob ein Konto gelöscht werden soll. Der Nutzer legt einen Zeitraum und einen Kontakt fest, der benachrichtigt werden soll, wenn er länger nicht mehr angemeldet war.

Wieso ist der digitale Nachlass so wichtig?

Die meisten Menschen hinterlassen heutzutage zahllose Daten. Das reicht von E-Mail-Konten bis zu den auf dem Computer gespeicherten Daten. Laufende Verträge gehen zudem im Todesfall in der Regel auf die Erben über. Verträge, Abonnements und kostenpflichtige Mitgliedschaften müssen also gekündigt werden.

Was raten Verbraucherschützer?

Wichtig ist, dass Erben überhaupt einen Überblick haben. Dabei hilft eine Liste mit allen Konten und dazugehörigen Benutzernamen und Passwörtern. Eine solche Auflistung sollte selbstverständlich sicher hinterlegt sein. Eine Möglichkeit ist ein verschlüsselter USB-Stick, der in einem Tresor oder einem Bankschließfach liegt.

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Ratsam ist zudem, eine Vertrauensperson für den digitalen Nachlass zu bestimmen. In einer Vollmacht sollte möglichst genau geregelt sein, was gelöscht und wie mit anderen Daten umgegangen werden soll. Eine Vollmacht muss handschriftlich mit Datum verfasst sowie unterschrieben sein. Zudem muss festgehalten werden, dass sie "über den Tod hinaus" gilt.

Gibt es gesetzliche Regelungen zum digitalen Nachlass? 

Rechtlich ist in diesem Bereich vieles ungeklärt, wenn es zu einem Streitfall kommt, obwohl Anwälte und Politiker in den vergangenen Jahren immer wieder klare Regeln forderten. Ein wegweisendes Urteil könnte nun am Donnerstag der Bundesgerichtshof fällen.

Hinweis: Falls Sie viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

Verwendete Quellen:
  • AFP

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