Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Internet >

Seltsames Suchergebnis: Google schlägt "Deutschland über alles" als Nationalhymne vor

Seltsames Suchergebnis  

Google schlägt "Deutschland über alles" als Hymne vor

Von Lars Wienand

02.02.2019, 09:24 Uhr
Seltsames Suchergebnis: Google schlägt "Deutschland über alles" als Nationalhymne vor. Seltsames Suchergebnis: Bei der Suche nach der Nationalhmyne hat Google immer wieder die die verpönte erste Strophe des "Lieds der Deutschen" angezeigt. (Quelle: Screenshot: Google)

Seltsames Suchergebnis: Bei der Suche nach der Nationalhmyne hat Google immer wieder die die verpönte erste Strophe des "Lieds der Deutschen" angezeigt. (Quelle: Screenshot: Google)

Wer nach “Einigkeit und Recht und Freiheit” suchte, bekam “Deutschland, Deutschland über alles” angezeigt. Google reagiert auf das seltsame Ergebnis – doch Fragen bleiben offen.

Irritierendes Suchergebnis bei Google: Die Suchmaschine hat manchen Nutzern den Text der ersten Strophe des “Lieds der Deutschen” eingeblendet, als sie nach der Nationalhymne suchten. In der ersten Strophe heißt es “Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt”.

Diese Passage wird offiziell seit Ende des Nationalsozialismus nicht mehr gesungen. Nationalhymne ist lediglich die dritte Strophe “Einigkeit und Recht und Freiheit”, die im Dritten Reich nicht gesungen wurde. Doch die Suche nach “Nationalhymne” und nach “Einigkeit und Recht und Freiheit” brachte bei manchen Nutzern prominent die verpönte erste Strophe in die Übersicht der Suchergebnis. Aufgefallen war das dem Münchener Spieleentwickler und  Podcaster Marcel-André Casasola Merkle, Twittername @zeitweise.

Verboten ist die Textpassage nicht, auch das Singen der ersten Strophe ist keine Straftat. Allerdings gilt es als Zeichen nationalistischer Gesinnung, diese Zeilen zu singen. Sogar die AfD hatte ihre Nachwuchsorganisation "Junge Alternative" für das Anstimmen der ersten Strophe gerügt.

Systematik ist nicht erkennbar

Nachdem t-online.de Google mit dem Suchergebnis konfrontierte, konnte ein Mitarbeiter das zunächst nicht nachvollziehen: Ihm wurde das fragwürdige Suchergebnis nicht angezeigt. Bei Googles Deutschland-Sprecherin Lena Heuermann dagegen stand dann auch "Deutschland, Deutschland über alles".

Eine Systematik ist nicht erkennbar: Die Redaktion von t-online.de hat die Suche an verschiedenen Rechnern mit verschiedenen Browsern und auch im Inkognito-Modus probiert, bei dem Suchergebnisse nicht auf Nutzer und deren vorheriges Surfverhalten zugeschnitten sein sollen. Das lieferte aber keine Erklärung. Und Google äußerte sich auch nicht dazu, wie es dazu gekommen ist.

Musikrichtung "Alternative/Indie"

Das Suchergebnis tauchte allerdings 24 Stunden nach der Anfrage nicht mehr auf. Sprecherin Heuermann wollte nicht einmal kommentieren, dass die Suchmaschine die historisch belastete Variante vorgeschlagen hat. Offenbar hat der Suchalgorithmus bei den Suchen eine Verknüpfung zum dreistrophigen “Lied der Deutschen” hergestellt und als Vorschau die erste Strophe gezeigt.

Kurios: Google gab als Musikrichtung "Alternative/Indie" an. Die Google-Sprecherin teilte lediglich mit: "Unser Anspruch ist es, dass Google Suche die genauesten, aktuellsten und relevantesten Informationen liefert." Auf Fehler dabei ist Google aber offenbar eingestellt – und setzt dann auf die Mithilfe der Nutzer. "Sie können mithilfe der Feedback-Funktion unter dem 'Knowledge Graph' oder 'Featured Snippet' direkt mit uns in Kontakt treten und uns über mögliche Änderungen und Aktualisierungen, die vorgenommen werden müssen, in Kenntnis setzen."

"Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien"

Der "Knowledge Graph" ist die Infobox rechts neben den Suchergebnissen, dort wird meist auf Wikipedia zurückgegriffen. Der "Featured Snippet" ist ein Ausschnitt oberhalb der eigentlichen Suchergebnisse. Die "Deutschland über alles"-Passage war in beiden Elementen aufgetaucht, beim Snippet zusammen mit einem YouTube-Video der Nationalhymne.

Nach der deutschen Kapitulation und auch nach Gründung der Bundesrepublik 1949 hatte Deutschland zunächst gar keine Hymne. Bundeskanzler Konrad Adenauer war aber nicht amüsiert, dass ihm bei offiziellen Anlässen "Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien" (den drei westlichen Besatzungszonen) und "Heidewitzka, Herr Kapitän" begegnete.

Eine vom damaligen Bundespräsident Theodor Heuss in Auftrag gegebene “Hymne an die Deutschen” konnte sich von 1950 an nicht durchsetzen.Auf Adenauers Drängen und unter Protest im Ausland wurde das "Lied der Deutschen" im Mai 1952 wieder Nationalhymne, offiziell gesungen werden sollte aber nur die dritte Strophe. Nach der Wiedervereinigung erklärte Bundespräsident Richard von Weizsäcker dann 1991 ausschließlich die dritte Strophe zur Nationalhymne.

Verwendete Quellen:

Ihre Meinung zählt!

Wir freuen uns auf angeregte und faire Diskussionen zu diesem Artikel.
Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Gefällt 0 Gefällt nicht0
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die DSL-Alternative mit LTE50, pausieren jederzeit möglich
den congstar Homespot 100 entdecken
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe