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Nigeria-Connection: E-Mail-Betrüger erbeuten 6,7 Milliarden Euro

Nigeria-Connection  

E-Mail-Betrüger erbeuten 6,7 Milliarden Euro

01.02.2010, 11:47 Uhr | Christian Fenselau

Nigeria-Connection: E-Mail-Betrüger erbeuten 6,7 Milliarden Euro.

Immer wieder zockt die Nigeria-Connection gutgläubige Menschen ab. (Foto: dpa)

Vorschussbetrüger sind erfolgreicher denn je: Die so genannten Nigeria-Scammer ergaunerten im vergangenen Jahr umgerechnet fast 6,7 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des niederländischen Instituts Ultrascan. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um fast 50 Prozent – trotz mehrfacher Warnungen von Sicherheitsexperten und der Polizei.

Früher versendeten die Betrüger ihre Massenmails, mit denen sie Geld erbetteln, nur nach Europa und in die USA. Mittlerweile gehen die E-Mails auch nach China, Südkorea, Vietnam oder Indien und finden immer mehr leichtgläubige Opfer. Das Untersuchungsergebnis, dass die Gauner dadurch etwa 6,7 Milliarden Euro erbeuteten, basiert auf 8503 konkreten Fällen. Der tatsächliche Schaden, der insgesamt entstanden ist, dürfte weit höher sein.

Auch in Deutschland immer mehr Opfer

Ultrascan schreibt in seinem Bericht, dass es in Deutschland 24 Betrugsringe mit 455 einzelnen Mitgliedern gab. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber 2008 (19 Betrugsringe mit insgesamt 395 Mitgliedern). Der entstandene Verlust durch die 419-Betrüger summierte sich 2009 auf insgesamt 376 Mio. Euro (2008: 211 Euro). Seit 1996 überwacht das niederländische Unternehmen die Aktivitäten der Vorkasse-Betrüger, die schon seit längerem nicht mehr nur aus Nigeria kommen.

Nigeria-Connection immer erfolgreicher

Die Betrugsmasche ist immer gleich, trotzdem wird sie immer erfolgreicher: Die Vorschussbetrüger, auch oft als Nigera-Connection oder 419 Scams (nach dem entsprechenden nigerianischen Paragraphen) bezeichnet, erfinden eine Geschichte, mit der sie von gutgläubigen Opfern zunächst kleine Beträge erbetteln. Dafür versprechen sie hohe Geldsummen. Die Täter sind angeblich Millionenerben, Lottogewinner oder Königskinder. Die erbettelte Summe soll dazu dienen, an das Vermögen zu kommen, von dem das Opfer einen großen Anteil bekommen soll. Immer neu erfundene plötzlich dazwischen gekommene Schwierigkeiten dienen dann dazu, immer höhere Beträge zu ergaunern. Auf diese Weise verlor eine Geschäftsfrau 350.000 Euro, eine Krankenschwester überwies insgesamt 400.000 Euro auf unbekannte afrikanische Konten.

Methoden werden ausgefeilter

Die grundlegende Idee, an das Geld der Opfer zu kommen, bleibt zwar nach wie vor gleich. Aber die Gauner haben ihre Strategien auf die jeweiligen Länder, in denen die Opfer leben, angepasst. So neigen die Menschen in China etwa dazu, angeblichen Lotterie-Gewinnen zum Opfer zu fallen, während in Indien eher falsche Arbeitsplatzversprechen Erfolg haben. Die Opfer seien jedoch nicht unschuldig, berichtet das Institut. Sie seien ebenso gierig wie die Täter. Immerhin spekulieren die Opfer darauf, die versprochenen hohen Geldsummen auch zu erhalten.

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