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Hacker können Bremsen von Autos manipulieren

Experimental Security Analysis of a Modern Automobile  

Auto-Hacker können Bremsen und Co. manipulieren

14.05.2010, 17:39 Uhr | pcwelt.de, PC-Welt

Hacker können Bremsen von Autos manipulieren. Hacker können Bremsen von Autos manipulieren. (Foto: t-online.de)

Hacker können Bremsen von Autos manipulieren. (Foto: t-online.de) (Quelle: t-online)

Wissenschaftler von zwei US-Universitäten haben neue Methoden entwickelt, in die Computer-Systeme moderner Autos einzudringen. Die Folgen wären fatal: Hacker könnten Bremsen und Tachoanzeigen manipulieren; Autofahrer wären einer enormen Gefahr ausgesetzt.

Ihre Studie unter dem Titel Experimental Security Analysis of a Modern Automobile wollen die Forscher auf einer Sicherheitskonferenz in Oakland (Kalifornien) vorstellen, die in der nächsten Woche stattfinden wird. An dem Projekt waren die University of California San Diego und die University of Washington beteiligt. Die Forscher nutzten für ihre Arbeit einen Standard-Port, über den Diagnosecomputer an aktuelle Automodelle angeschlossen werden. Über diesen Port ließe sich das gesamte Verhalten des Fahrzeugs manipulieren. Das reicht von einfachen und harmlosen Dingen, wie das Radio einschalten und Musik abspielen oder im Sommer heiße Luft aus der Klimaanlage pusten lassen. Auto-Hacker könnten aber auch die Bremsen abschalten, die Tachoanzeige manipulieren oder die Fahrzeug-Insassen einsperren.

Auto-Hacker entwickeln Selbstzerstörungsangriff

Erstaunt waren die Forscher, wie einfach sie sich in die Autos einhacken konnten. Sie mussten nur nach Schwachstellen im Controller Area Network (CAN)-System fahnden. Die Diagnose-Software kommt seit 2008 in allen US-Fahrzeugen zum Einsatz. Die Forscher entwickelten das Programm CarShark, das die von CAN gesendeten Daten empfängt und auswertet, und konnten darüber mit einer Technik namens fuzzing Daten an Komponenten schicken. Eine ihrer Attacken tauften die Forscher Selbstzerstörung: Auf dem Instrumentenbrett des Fahrzeugs wird ein 60-Sekunden-Countdown gestartet, den der Fahrer auch optisch verfolgen kann. Während die Sekunden heruntergezählt werden, hört der Fahrer ein Klicken. In den letzten Sekunden zählt auch die Autohupe mit runter. Wenn der Countdown abgelaufen ist, schaltet sich der Motor des Fahrzeugs aus und alle Türen werden abgeriegelt. Für diese Attacke benötigten die Forscher lediglich 200 Zeilen Code, wobei der meiste Code dafür verwendet wurde, um die Zeit für den Countdown zu protokollieren.

Auto-Industrie soll Sicherheit verbessern

Ziel der Forscher ist es die Automobil-Industrie dazu zu drängen, für mehr Sicherheit in ihren Computer-Systemen zu sorgen. Echte Gefahren für einen Angriff sehen die Forscher dagegen nicht. Immerhin müsste ein Angreifer nicht nur Zugriff auf den Diagnose-Port des Autos erhalten, sondern auch einen Computer daran anschließen, um Manipulationen vornehmen zu können. Eher besorgt sind die Forscher, dass die Auto-Industrie an Diagnose-Ports arbeitet, auf die auch kabellos oder über das Internet zugegriffen werden kann. Wenn dabei nicht für eine hohe Sicherheit gesorgt wird, könnten Angreifer enorme Schäden anrichten.

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