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Schutzgelderpressung bei eBay

Online-Kriminalität  

Digitale Schutzgelderpressung bei eBay & Co

04.06.2010, 11:21 Uhr | Andreas Lerg, PC-Welt

Schutzgelderpressung bei eBay . eBay-Logo mit Schattenriss.

Digitale Schutzgelderpressung bei eBay & Co. (Quelle: t-online)

Schutzgelderpressung ist die neueste Masche der Cyber-Mafia. Händler auf Plattformen wie eBay werden erpresst, indem die Hacker drohen, das Bewertungsprofil mit einer Flut negativer Bewertungen zu ruinieren. Möglicht wird das durch den Einsatz immer raffinierterer Botnetze, die mittlerweile sogar mühelos Schutzmechanismen gegen die Waffen der Hacker überwinden können.

Botnetze können immer mehr und mutieren zur Allzweckwaffe der Cyber-Gangster. Die neueste Masche ist die digitale Schutzgelderpressung, wie die PC-Welt berichtet. Auf Handelsplattformen wie eBay ist ein Händler auf ein möglichst positives Bewertungsprofil angewiesen. Das wissen auch Online-Verbrecher und bieten Händlern an, das Bewertungsprofil mit positiven Bewertungen zu optimieren. Sollte der Händler nicht einwilligen oder für die Dienstleitung nicht ausreichend zahlen, drehen die digitalen Mafiosi den Spieß um und drohen, das Bewertungsprofil mit negativen Bewertungen zu ruinieren.

Botnetze als Killerkommando für Bewertungen

Die Manipulation gelingt, da die Hacker über Botnetze unzählige Nutzer-Konten anlegen, über die diese Manipulationen dann erfolgen. Dabei überwinden die Angriffsmechnismen der Hacker mittlerweile auch problemlos Schutzmechanismen wie so genannte Captchas. Das sind als Grafik eingeblendete Zahlen- und Buchstabenfolgen, die von Hand ein ein Formularfeld eingetragen werden müssen. Das soll sicherstellen, dass ein Mensch eine Registrierung ausfüllt und kein Automatismus. Aber die Botnetze sind in der Lage die Captchas zu entziffern und simulieren zudem den Menschen, indem sie beim Ausfüllen langsames Tippen und Mausklicks nachahmen. In einem Fall wurden durch ein Botnet binnen 15 Stunden über 200.000 neue Konten registriert.

Botnetze als Spionagewerkzeug

Ein weiteres Einsatzfeld der Botnetze ist die Spionage. Die Botnetze durchforsten beispielsweise Online-Stellenbörsen und greifen interessante Unternehmensdaten ab. Die so gesammelten Daten verkaufen die Online-Kriminellen an Konkurrenten weiter oder an jemanden, der eine ähnlich funktionierende Plattform betreibt oder eröffnen will.

Botnetze so einfach wie ein Legobaukasten

Was diese kriminellen Machenschaften deutlich erleichtert ist die Tatsache, dass ein Online-Gangster heute kein Programmierprofi mehr sein muss. Für wenige hundert Euro kann heute Jedermann einen Botnetz-Baukasten kaufen und sich dann ein eigenes Botnetz schnell und einfach wie mit einem Legosteinbaukasten zusammenbauen. Alternativ wird einfach ein vorhandenes Botnetz auch stundenweise angemietet. Dadurch entsteht eine Art Schwarzmarkt auf dem die Entwickler von Botnetzen nicht mehr selber die Angriffe durchführen, sondern ihre Botnetze als Dienstleistungen für andere Kriminelle vermarkten. Die klassischen Felder wie Spam-Versand bleiben jedoch das Hauptgeschäft der Botnet-Betreiber.

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