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Internet-Betrüger attackieren Porno-Downloader

Gefälschte Abmahnungen gegen Porno-Downloader

15.06.2010, 10:45 Uhr | t-online.de

Internet-Betrüger attackieren Porno-Downloader. Mit gefälschten Abmahnungen wollen Online-Kriminelle bei Internetnutzern Kasse machen.

Eine Kamera zeichnet eine erotische Szene auf (Montage: t-online.de). (Quelle: t-online)

Mit gefälschten Abmahnungen versuchen Online-Kriminelle derzeit Menschen über den Tisch zu ziehen, die illegal pornografische Inhalte aus dem Internet heruntergeladen haben. Dabei setzen die Kriminellen auf die Scham der Angeschriebenen. Eine angeblich im Auftrag des Filmstudios Videorama GmbH arbeitende Anwaltskanzlei bietet den Angeschriebenen an, gegen die Zahlung einer geringen Vergleichssumme eine vorbereitete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wieder fallen zu lassen. Anderenfalls drohten peinliche Hausdurchsuchungen und Gerichtstermine.

Mit einer massenhaft verschickten E-Mail versuchen Online-Kriminelle Kasse zu machen, indem sie das schlechte Gewissen und die Angst vieler Porno-Piraten vor öffentlicher Bloßstellung ausnutzen. Dabei geben sie sich als Videorama GmbH aus, ein Porno-Filmstudio, dass in der Vergangenheit durch seine aggressive Abmahnpolitik gegen illegale Downloader aufgefallen ist. Das Unternehmen habe in Zusammenarbeit mit einem Anti-Piraterie-Dienstleister die IP-Adresse des Angeschriebenen mit illegalen Porno-Downloads in Verbindung bringen können.

E-Mail bietet dubiosen Vergleich an

In dem Schreiben heißt es weiter, die Anwaltskanzlei Knil – KUW Rechtsanwälte und Partner sei von Videorama beauftragt worden, in der Sache Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Die Kanzlei hatte in der Vergangenheit tatsächlich Abmahnungen im Auftrag von Videorama verschickt. Gegen die Zahlung von 50 Euro könne man die Vorwürfe jedoch fallen lassen. Dazu müsse der Beschuldigte nur eine so genannte Paysafe-Card im entsprechenden Wert an einem Kiosk oder eine Tankstelle erwerben und den darauf enthaltenen Code an eine E-Mail-Adresse schicken. Paysafe-Cards dienen dem unkomplizierten Zahlungsverkehr im Internet. Weil sie jedoch den anonymen Transfer von Geld ermöglichen, werden sie auch von Betrügern und Kriminellen als Zahlungsweg bevorzugt.

Geschickte Fälschung soll Adressaten verunsichern

Bei der E-Mail handelt es sich um eine geschickte Fälschung. So existiert die genannte Anwaltskanzlei seit 2008 nicht mehr. Ihr Rechtsnachfolger, die Kanzlei U+C Rechtsanwälte, ist zwar ebenfalls für Videorama tätig, distanziert sich jedoch ausdrücklich von den nun verschickten E-Mails. In einem eigenen Warnhinweis empfiehlt die Kanzlei allen Angeschriebenen, sich bei einer örtlichen Polizeidienststelle zu melden. Man habe selbst bereits Staatsanwaltschaft und Ermittlungsbehörden informiert. Außerdem fordere die Kanzlei niemals zur Zahlung per Paysafe-Card auf. Die E-Mails sollten deshalb am Besten direkt in den Papierkorb wandern.

Porno-Erpressung kommt in Mode

Es ist nicht das erste Mal, das Online-Kriminelle die Angst von Porno-Downloadern vor Entdeckung für Ihre Zwecke nutzen wollen. So verbreitete vor kurzem ein japanischer Hacker einen Trojaner über Erotikspiele, die in der in Japan sehr beliebten Tauschbörse WinNY zum Download angeboten wurden. Sobald eines der Opfer das Spiel heruntergeladen und installiert hatte, aktivierte sich der Trojaner und durchsuchte den Computer nach anderen Erotik- und Pornoinhalten. Wurde er fündig, etwa in den Lesezeichen oder dem Verlauf des Browsers, erpresste er den PC-Besitzer, die pikanten Daten im Internet bekannt zu machen – namentlich gekennzeichnet, mit dazugehörige E-Mail-Adresse, Anschrift und Telefonnummer. Inzwischen konnte die japanische Polizei den Erpresser aufspüren und verhaften. Erotik können Sie übrigens sicher und legal herunterladen auf www.erotic-lounge.com.

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