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Paid4: Die fiese Masche der Adressjäger

Verbraucherschützer warnen vor Paid4-Masche

08.09.2010, 19:50 Uhr | Andreas Lerg

Paid4: Die fiese Masche der Adressjäger. Paid4-Anbieter zocken vor allem Adressen und persönliche Daten ab - von "lukrativen Nebeneinkünften" keine Spur. (Screenshot: t-online.de)

Paid4-Anbieter zocken vor allem Adressen und persönliche Daten ab - von "lukrativen Nebeneinkünften" keine Spur. (Screenshot: t-online.de)

E-Mails oder SMS lesen oder YouTube-Videos anschauen und dafür auch noch bezahlt werden? Das klingt zu gut, um wahr zu sein, und dennoch fallen mehr und mehr Nutzer auf derart dubiose Paid4-Angebote herein. In unserer Foto-Show sehen Sie die bekanntesten Paid4-Seiten.

Die Masche nennt sich Paid4. Das steht für das englische "paid for something", auf Deutsch "für etwas bezahlt werden". Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor den Anbietern solcher Internet-Dienste. Diese locken mit lukrativen Nebenverdiensten. Doch der Nutzer muss sensible Daten preisgeben, die weiter verkauft werden. Ganze Lawinen an unerwünschter Werbung sind die Folge. Zudem sind die Einkünfte eher lächerlich – bei manchen Anbietern sind mehrere hunderdtausend Klicks auf Werbebanner nötig, um etwa 100 Euro zu "erwirtschaften".

Scheinbar verlockendes Angebot

Das Angebot klingt verlockend. Für das Lesen von E-Mails oder SMS, das Betrachten von Internet-Seiten oder YouTube-Videos gibt es eine Art Honorar. Doch die Paid4-Anbieter bezahlen nur winzige Beträge, und bis dabei ein respektabler Betrag zusammen kommt, müssen zighunderte Klicks geleistet werden. Am häufigsten bieten diese Dienstleister die Paidmail an, also einen bezahlten Mailempfang. Die Konditionen sind dabei meist derbe. So muss nicht nur die in der Mail verlinkte Werbung angeklickt werden. Der Nutzer muss zudem meist mindestens eine halbe Minute auf der beworbenen Seite bleiben. Damit nicht genug, denn oft gibt es die wenigen Cent Honorar auch erst, wenn der Nutzer noch einen Fragebogen zur Werbung beantwortet.

Adressen werden weiter verkauft

Wer hier auf einen lukrativen Nebenverdienst hofft, hofft vergeblich. Um das bisschen Geld bei den Paid4-Aanbietern überhaupt zu bekommen, muss der Nutzer sich mit seiner Adresse und nicht selten einigen weiteren vertraulichen Daten registrieren. Da wird nicht nur nach der Handynummer gefragt, sondern auch mal nach Hobbys und Interessen. Die Betreiber der Dienste verkaufen diese wertvollen Daten dann an Dritte weiter. Immer mehr Werbung per E-Mail, SMS oder auch per Post sind die Folge.

Schneeballsystem

Die Anbieter nutzen hier oft auch ein Empfehlungssystem aus. Ein Nutzer wird geködert und soll nicht nur Mails gegen Bezahlung lesen, sondern weiter Interessenten werben. Melden sich die dann an, bekommt der ursprüngliche Nutzer eine zusätzliche Prämie, wenn die neuen Nutzer ebenfalls Mails lesen. Wie die Verbraucherzentrale NRW warnt, brechen diese sogenannten Schneeballsysteme meist nach kurzer Zeit zusammen und die Nutzer gehen leer aus. Durch den Verkauf der Nutzerdaten hat der windige Betreiber aber längst seinen Profit gemacht.

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