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Mubarak-Spam: Nigeria-Connection lockt mit Millionen des ägyptischen Autokraten

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Nigeria Connection lockt mit Mubarak-Millionen

16.02.2011, 13:30 Uhr | Sascha Plischke

Mubarak-Spam: Nigeria-Connection lockt mit Millionen des ägyptischen Autokraten. Angebliche Absenderin der E-Mail: Suzanne Mubarak, Frau des gestürzten ägyptischen Präsidenten.

Angebliche Absenderin der E-Mail: Suzanne Mubarak, Frau des gestürzten ägyptischen Präsidenten. (Quelle: dpa)

Einen Anteil an den Reichtümern des gestürzten ägyptischen Autokraten Husni Mubarak verspricht eine derzeit massenweise verschickte Spam-Mail. In der Nachricht bittet Mubarak-Gattin Suzanne angeblich um Hilfe dabei, die letzten 15 Millionen US-Dollar des umfangreichen Vermögens außer Landes zu schaffen. Der Adressat soll die Millionen auf seinem Konto zwischenparken, dafür winken zwanzig Prozent der Summe als Belohnung. Wer darauf eingeht, tappt in die Falle der Nigeria-Connection. Der Fall zeigt, wie schnell sich die gewitzten Betrüger aktuelle Ereignisse zu Nutze machen können.

Es gehe um die letzten 15 Millionen, die von dem vermuteten Milliardenvermögen des gestürzten ägyptischen Präsidenten übrig geblieben seien, schreibt die angebliche Suzanne Mubarak in der Nachricht, den letzten Sparstrumpf der Autokraten-Familie. Um das Geld vor dem Zugriff der ägyptischen Behörden zu sichern, solle der Adressat doch bitte sein Konto als Parkplatz für die Millionen zur Verfügung stellen. Mit dem Geld könne er dann ein Unternehmen in Europa gründen, dessen Führung einer der Mubarak-Söhne übernehmen werde. Zur Belohnung erhalte der Helfer am Ende ein Fünftel der Summe – immerhin stolze drei Millionen US-Dollar. Er müsse nur einen gewissen Imam Dodi kontaktieren, mit dem sich alles weitere in die Wege leiten ließe.

Neuer Trick der Nigeria-Connection

Das Ganze ist natürlich ein Trick und Teil der altbekannten Masche der Nigeria-Connection, Online-Betrügern aus Afrika, die seit Jahren solche E-Mail verschicken. Es sind abenteuerliche Geschichten, die Internet-Nutzer aufgetischt bekommen: Afrikanische Prinzen, Präsidentensöhne im Exil oder lange verlorene Verwandte bitten in ausführlichen, meist wohl formulierten Geschichten um Hilfe. Nur etwas Geld bräuchten sie für Bestechungen und Gebühren, dann könnten sie ihr Millionenvermögen außer Landes schaffen. Zur Belohnung würde der großzügige Helfer aus dem Westen mit einem satten Anteil der geretteten Summe belohnt. Auch bei den Mubarak-Millionen ist zu erwarten, dass der als Ansprechpartner genannte Imam Dodi von den Interessenten Geld verlangen würde – kleine Summen am Anfang, immer größere gegen Ende, bis das Opfer um sein Vermögen gebracht ist.

Milliardenprofite mit bewährter Masche

Das klappt öfter, als man angesichts des Alters der Masche denken könnte. Das niederländische Institut Ultrascan hat Anfang 2010 eine Schätzung des Einkommens dieser Banden veröffentlicht: 6,7 Milliarden Euro sollen die Betrüger mit ihrer Masche erbeutet haben. Die Dunkelziffer dürfte jedoch viel höher liegen. So verlor eine Salzburgerin Anfang 2009 ihre gesamten Ersparnisse an Betrüger aus Afrika – am Ende insgesamt 350.000 Euro. Um die Summe aufzubringen hatte die Salzburgerin eine Münzsammlung verkauft, Geld aus ihrem Unternehmen entnommen und sogar einen Bausparvertrag vorzeitig gekündigt.

Deutsche Gemeinde verliert 145.000 Euro

Noch spektakulärer war der Fall der Stadt Ennigerloh in Nordrhein-Westfalen. Die gewährte 2002 einem armen Rentner über drei Jahre hinweg rund 145.000 Euro als sozialhilferechtliches Darlehen, der Außenstände in Afrika eintreiben wollte. Der Rentner war jedoch Betrügern aus Nigeria auf den Leim gegangen – die hatten ihm im Namen der Bank of Nigeria 30 Millionen Dollar versprochen, wenn er ein Prozent der Summe als Sicherheit für die Transaktion hinterlegen würde. Am Ende war das Geld futsch und die Stadtverwaltung von Ennigerloh musste sich unangenehmen Fragen stellen. So hatte die deutsche Botschaft die Beamten der Stadt vor der Transaktion gewarnt, die Gelder waren über merkwürdige Umwege auf das Konto des Rentners gelangt. Den Bürgermeister kostete die Farce die Wiederwahl.

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