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Hacker veröffentlichen Daten der Bundespolizei

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Hacker veröffentlichen sensible Daten der Bundespolizei

08.07.2011, 09:02 Uhr | Andreas Lerg

Hacker veröffentlichen Daten der Bundespolizei. Die gestohlenen GPS-Daten zeigen den Standort von Personen, gegen die ermittelt wird. (Screenshot: No Name Crew)

Die gestohlenen GPS-Daten zeigen den Standort von Personen, gegen die ermittelt wird. (Screenshot: No Name Crew)

In der Nacht zum Freitag ist eine Hacker-Gruppe namens No-Name-Crew in Computersysteme der Bundespolizei eingedrungen und hat sensible Daten eines GPS-Fahndungssystems gestohlen und im Internet veröffentlicht. Die Hacker erklärten, dass sie mit der Aktion gegen den "Überwachungsstaat" und die von der Polizei begangene Verletzung der Grundrechte und Privatsphäre kämpfen wollen.

Es sind durchaus brisante Daten, welche die Hacker veröffentlichten. Zum einen handelt es sich um eine spezielle GPS-Software namens Patras, mit der der Aufenthaltsort verdächtiger Personen und Fahrzeuge überwacht wird. Zusätzlich machten die Hacker auch Datensätze dieser Software öffentlich, die den Standort von Personen enthalten, nach denen damit gefahndet wurde. Die Installationsdateien der Software sollen nach Angaben der Cyber-Kriminellen vollständig sein, sodass jeder diese installieren und mit den Datensätzen dann die Standortfahndungen nachvollziehen kann.

Zugangsdaten von Polizeibeamten

Die gestohlenen Daten enthalten neben diversen Dokumenten der Polizeibehörde auch mehrere Benutzernamen und Passwörter für diese GPS-Fahndungssoftware. Die veröffentlichten Bilder zeigen Datenbankauszüge von GPS-Überwachungen im Raum Osnabrück und Kaiserslautern. Andere Datenbankeinträge deuten auf Einsätze der Software in Nürnberg, Aachen und Karlsruhe hin. Passworte wie "Einsatz700" oder "Barbarossa" sind im Klartext zu lesen. Außerdem hat die No Name Crew nach eigener Aussage auch Verschlüsselungsalgorithmen der Software erbeutet, mit Hilfe derer geschützte Daten entschlüsselt werden können.

Hacken als politischer Protest

Auf ihrer Internetseite erklären die Cyberdiebe: "Wir möchten Grundrechte und die Privatsphäre erneut festigen. Nur so ist das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Freiheit möglich." Mit dem Veröffentlichen der GPS-Fahndungsdaten wollen die Hacker gegen den "Überwachungsstaat" vorgehen: "Aus dem immer mehr wachsenden Missbrauch von Rechten zur Überwachung der Bürger nehmen wir jetzt den Kampf gegen ein solches Vorgehen auf."

Hacker kündigen weitere Taten an

Die Hacker beschuldigen die Bundespolizei mit "dauerhafter Überwachung" Persönlichkeitsrechte und Datenschutzbestimmungen verletzt zu haben. Daher drohen die Hacker an: "Ihr habt die Aufmerksamkeit von uns auf euch gezogen. Aufmerksamkeit meint in diesem Fall entschiedene Taten gegen euer Handeln. Jede Lücke wird ab jetzt schamlos ausgenutzt, alles was wir in die Hände bekommen, werden wir leaken (veröffentlichen) um den Feinden der Freiheit den größtmöglichen Imageschaden zuzufügen."

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