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Acrobat Reader Abzockseite: 70.000 Nutzer geprellt

Internet-Abzocker prellen 70.000 Nutzer

24.10.2011, 17:45 Uhr | dpa, t-online.de, t-online.de, dpa

Acrobat Reader Abzockseite: 70.000 Nutzer geprellt. Abzocker kassiert für angebliches Download-Abo. (Quelle: t-online)

Abzocker kassiert für angebliches Download-Abo. (Quelle: t-online)

Mehr als 5,3 Millionen Euro sollen acht Internet-Abzocker mit Download-Fallen ergaunert haben. Der Hamburger Staatsanwaltschaft hat die Beschuldigten angeklagt, nachdem es ihr erstmals gelungen war, die Strukturen hinter den Abofallen aufzuhellen.

Mit Abofallen im Internet sollen mehrere Personen fast 70.000 Nutzer geprellt und mehr als 5,3 Millionen Euro ergaunert haben. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat die acht Beschuldigten – sieben Männer und eine Frau – wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs vor Gericht gestellt. Von Ende Oktober an müssen sie sich vor der Wirtschaftskammer des Landgerichts verantworten, wie Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers am Sonntag sagte. "Uns ist es erstmals gelungen, die komplizierten Strukturen hinter diesen Abofallen aufzuhellen."

Präparierte Download-Portale über mehrere Jahre online

Die Angeklagten – sie sind zwischen 24 und 36 Jahre alt – kommen aus Hamburg und Düsseldorf sowie aus Lüneburg und Umgebung. Einer der beiden mutmaßlichen Haupttäter sitzt in Untersuchungshaft, der andere hat ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, von Juli 2007 bis Februar 2010 mit diversen Scheinfirmen Download-Portale für kostenlose Software genutzt zu haben, um mehrere hunderttausend Menschen auf ihre eigenen Internetangebote zu lenken. "Hierzu nutzten sie ausgefeilte Techniken, um die Geschädigten, die nach einer kostenlosen Downloadmöglichkeit etwa für das Programm Adobe Reader suchten, auf von ihnen zuvor präparierte Webseiten zu leiten", erklärte Möllers.

Kosten erst im Nachhinein angegeben

Auf den Anmeldeseiten mussten die Nutzer ihre persönlichen Daten eingeben. Hier gab es laut Anklage keinerlei Hinweise darauf, dass der spätere Download etwas kostet. Nach der Registrierung wurde dann eine Bestätigungs-E-Mail über einen zwölfmonatigen Abo-Vertrag verschickt – eine Kostenfalle. In dieser Mail wiederum wurde aber auf eine Webseite verlinkt, auf der sich die Kunden angeblich angemeldet hatten, und auf der die Kosten tatsächlich standen. "Damit wurden die Geschädigten getäuscht", sagte Möllers.

Rechtsanwalt unterstützte Abzocker

Wenn die Nutzer nicht zahlten, schickten die Beschuldigten Mahnschreiben. "Um die Zahlungsquote zu erhöhen, beauftragten die Beschuldigten einen Hamburger Rechtsanwalt, der die unberechtigten Forderungen dann mit anwaltlichen Zahlungsaufforderungen eintrieb." Auf den Konten der Angeklagten haben die Ermittler bisher 1,3 Millionen Euro beschlagnahmt. Der Prozess soll am 31. Oktober beginnen. Bisher sind 20 Termine bis Ende Januar 2012 angesetzt. Den Beschuldigten drohen Geld- oder Haftstrafen.

Abofallen vermeiden

Seit einigen Jahren gehören Abofallen und fingierte Download-Portale dreistesten Abzockmaschen im Internet. Mehrere hunderttausend Deutsche dürften dem Online-Betrug bereits zum Opfer gefallen sein und müssen die unberechtigten Zahlungsforderungen abwehren. Dabei gilt: Bloß nicht einschüchtern lassen und zahlen! Opfer von Internet-Abofallen sollten Hilfe bei Verbraucherzentralen oder Anwälten suchen. Im ersten Schritt empfiehlt es sich, den Forderungen der Abzocker zu widersprechen. Denn versteckt der Anbieter die Kosten für seinen Dienst tief in den AGB oder kaum lesbar in winziger Schrift, kommt kein Vertrag zustande. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bietet einen Musterbrief zur Abwendung unberechtigter Forderungen als Download an. Um sich vor Abofallen zu schützen, empfiehlt sich die kostenlose Browser-Erweiterung WOT (Web of Trust), die deutlich vor unseriösen Internetseiten warnt.

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