Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Sicherheit >

Anonymous hat Facebook nicht vernichtet

Anonymous versus Facebook  

Anonymous hat Facebook nicht vernichtet

05.11.2011, 16:02 Uhr | Andreas Lerg, dapd

Anonymous hat Facebook nicht vernichtet. Der Angriff von Anonymous auf Facebook fiel aus. (Quelle: imago images)

Der Angriff von Anonymous auf Facebook fiel aus. (Quelle: imago images)

Anonymous versprach Anfang August, dass die Hacker-Gemeinschaft Facebook - den "Feind der Freiheit" - am 5. November vernichten wird. Doch hier haben die Hacker den Mund wohl etwas zu voll genommen. Facebook sah diesem Tag gelassen entgegen und die Internetseite funktionierte den ganzen Tag ohne Störungen. Vor wenigen Tagen war aus dem Umfeld von Anonymous zudem zu vernehmen, dass Facebook doch nicht attackiert werden solle.

"Das Kommunikationsmedium, das ihr alle so von Herzen bewundert, wird zerstört! Bereitet euch auf einen bedeutenden Tag vor, der in die Geschichte eingehen wird." Mit dieser vollmundigen Versprechen hatte Anonymous Anfang August in einem YouTube-Video die Vernichtung des sozialen Netzwerkes angekündigt. Doch Sicherheitsexperten bezweifelten, dass Hacker Facebook ernsthaft gefährden oder den Betrieb der Seite behindern können. "Ich glaube nicht, dass es Hackern gelingen wird, die Internetseite von Facebook wesentlich zu stören", sagte Sicherheitsexperte Eddy Willems von der Internetfirma Data Security am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd in Brüssel.

Facebook bleibt gelassen

Vor wenigen Tagen bereits hatten Mitglieder von Anonymous über Twitter mitgeteilt, dass doch kein Angriff auf Facebook staffinden solle. Auch Sicherheitsexperte Willems vermutet, dass höchstens eine Splittergruppe des losen Hacker-Bündnisses versuchen könnte, das soziale Netzwerk zu sabotieren. Auch Facebook blieb angesichts der Drohungen gelassen. Eine Unternehmenssprecherin sagte in Hamburg: "Wir erwarten einen möglichen Angriff von Anonymous genauso, wie wir andere Angriffe an jedem anderen Tag erwarten." Aufgrund der Größe des Unternehmens drohten die gleichen Gefahren, wie sie überall im Internet zu finden sind. Für Anonymous ist das ganze kein Triumph. Vielleicht versuchten die Hacker-Gruppierung deshalb, mit der Siegesmeldung über das Drogenkartell Los Zetas wenigstens etwas Ruhm zu ernten.

Drohung kaum umsetzbar

Warum die Hacker kurz vor dem 5. November öffentlich einen Rückzieher machten, ist nicht genau bekannt. Vielleicht haben sie erkannt, das es technisch kaum möglich ist, Facebook tatsächlich zu "vernichten". Das Unternehmen lebt von der angebotenen Dienstleistung und den aus diesem Netz gewonnenen Daten. Daher weiß der Internet-Gigant auch sehr gut, wie diese Daten und zu schützen und die Stabilität des Systems zu gewährleisten sind. Die Server des sozialen Netzwerkes dürften zu den leistungsfähigsten der Welt gehören. Mit weltweit über 750 Millionen Nutzern müssen sie schon im Regelbetrieb eine Flut von Nutzeranfragen aushalten, die die meisten anderen Internetseiten sofort überlasten würde. Um Facebook wirklich zerstören zu können, müsste es den Angreifern gelingen, in das System einzudringen und es sozusagen von innen zu beschädigen. Auch dagegen wird sich Facebook zu schützen wissen.

Ein besonderes Datum für Anonymous

Warum jedoch sollte der Angriff auf Facebook ausgerechnet am 5. November erfolgen? Anonymous identifiziert sich mit einem politische Ereignis aus dem Jahr 1605. Am 5. November 1605 versuchte Guy Fawkes mit einem Sprengstoffattentat auf das englische Parlament, den englischen König zu ermorden. Im Anschluss wollte er politische Gefangene aus dem London Tower befreien. Fawkes wollte sich damit gegen die Unterdrückung der katholischen Kirche in England wehren. Das gescheiterte Attentat ging als Gunpowder Plot (Schießpulver-Verschwörung) in die Geschichte ein und wird noch heute gefeiert. Die Comic-Verfilmung V wie Vendetta griff das Ereignis 2005 auf und spann es weiter in den Kampf eines Einzelnen gegen ein übermächtiges, faschistisches Regime. Symbole aus dem Film wie die von Hauptdarsteller Hugo Weaving getragene Guy-Fawkes-Maske sind zum Markenzeichen der Anonymous-Aktivisten geworden.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenhappy-size.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Sicherheit

shopping-portal