Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Sicherheit >

Phishing, Abofallen, Scamming: So schützen Sie sich gegen jede Form von Online-Abzocke

Abgezockt im Netz  

Von Datenerpressung bis Abofalle: So können Sie sich wirksam schützen

04.09.2019, 14:00 Uhr | dpa-tmn

Phishing, Abofallen, Scamming: So schützen Sie sich gegen jede Form von Online-Abzocke. Anfragen unbekannter Damen oder Erbschaften von Prinzen sollten gleich gelöscht werden. (Quelle: dpa)

Anfragen unbekannter Damen oder Erbschaften von Prinzen sollten gleich gelöscht werden. (Quelle: dpa)

Internet-Betrüger lassen sich immer raffiniertere Methoden einfallen, um leichtsinnigen Nutzern das Konto leerzuräumen oder Daten zu stehlen. Mit entsprechender Vorsicht und hilfreichen Tipps können sich Nutzer wehren. 

Ob PhishingAbofallen oder falsche Zahlungsaufforderungen mit Malware im Gepäck: Internet-Betrüger finden immer neue und dreistere Methoden, Nutzer über den Tisch zu ziehen.

"Unsere Bank hat ein neues Sicherheitssystem – bitte geben Sie Ihre persönlichen Daten nochmals hierfür ein". So oder ähnlich steht es in vielen gefälschten Mails von vermeintlichen Banken, Zahlungsdienstleistern oder Onlinehändlern. "Die Betrüger wollen den Empfänger dazu bewegen, über eine gefälschte Webseite persönliche Daten wie Konto-, Kreditkarten- oder Log-in-Daten einzugeben, um später mit diesen Daten Konten leerzuräumen", erklärt Fabian Rack, Medienrechtler aus Freiburg.

Skeptisch sein und nicht bezahlen

Schutz vor dem sogenannten Phishing bieten hier in erster Linie Wachsamkeit und Skepsis: "Eine Bank wird ihre Kunden nicht per E-Mail darum bitten, über einen Link Banking-Zugangsdaten zu bestätigen", sagt Reck. "Bestehen Zweifel über die Vertrauenswürdigkeit des Absenders, wird sich die Sache durch einen Anruf beim entsprechenden Dienstleister klären lassen. Die Kontaktdaten recherchiert man dann aber selbst, um nicht am Ende den Betrüger an der Strippe zu haben."

Problematisch ist auch erpresserische Schadsoftware, sogenannte Ransomware. "Sie sperrt den Zugang zu einem Computer oder verschlüsselt bestimmte Daten auf einer Festplatte und zeigt dem Nutzer an, diese Sperre nur gegen eine Art Lösegeld beseitigen zu können", erklärt Rack und rät, nicht zu zahlen. Der beste Schutz: Seine Daten regelmäßig sichern.

Behördenpost kommt nicht per Mail

Auch fingierte oder unberechtigte Inkassoforderungen per Mail sind eine Masche dubioser Geldschneider. Man kann sie erst einmal ignorieren – natürlich auch und vor allem, wenn sie offensichtlich haltlos sind. "Ein Mahnbescheid und eine Klage kommen nur per Post und niemals per Mail", sagt Rack. "Das gilt auch für Behördenpost." Solche wirklich offiziellen Schreiben sollte man dagegen aber auf keinen Fall ignorieren.

Gleich in den Spamordner gehört wiederum Post, die millionenschwere Erbschaften von Prinzen oder anderes Kurioses verspricht – vor allem weil vom Empfänger einige Hundert Euro Vorschuss als Transfer- oder Anwaltkosten verlangt werden. Wer zahlt, erhält natürlich kein Erbe, sondern ist von der sogenannten Nigeria-Connection abgezockt worden. Die Sache lohne sich für die Hintermänner schon, wenn nur ein Bruchteil der Hundertausenden Empfänger der Spam zahlt, so Rack.

Abos müssen gekennzeichnet sein

Seiten mit Rezepten oder Downloads, bei denen man sich im Glauben an eine kostenlose Nutzung anmeldet und dann eine Rechnung für ein Abo erhält, gibt es nach wie vor. Doch ein ungewolltes Abo ist unwirksam, wenn nicht ersichtlich war, dass man überhaupt ein Abo abschließt, erklärt Rack – etwa bei einem in den AGB versteckten Abo-Hinweis.

"Zudem muss jede Bestellung mit einem Klick auf einen Button enden, der "Zahlungspflichtig bestellen", "Kaufen" oder ähnlich lautet – das gilt auch für Abos." Seit die Buttons gesetzlich vorgeschrieben sind, gebe es weniger Fallen. "Fordert Sie doch jemand zur Zahlung auf, kann man den Anbieter getrost auf die Rechtslage verweisen."

Gefahr durch Romance-Scamming

Nutzer von Singlebörsen, Chats oder Sozialen Netzwerken laufen Gefahr, Opfer des sogenannten Romance-Scamming zu werden. Dabei erstellen Betrüger ein Profil, bauen dann längere Zeit online eine Beziehung zu ihrem Opfer auf, um dann plötzlich um Geld zu bitten – unter einem Vorwand wie einer Operation oder anderen fingierten Notfällen, warnt das Landeskriminalamt Niedersachsen. Wird plötzlich nach Geld gefragt, sollte man also misstrauisch sein – auch bei alten Freunden, denn deren Profile könnten gefälscht oder gekapert sein.

Auch Onlineshops können sich als Falle entpuppen

Bei sogenannten Fake-Shops gibt es nur eine halbwegs professionell wirkende Webseite, Produktbilder und -informationen sind meist ebenso aus dem Netz kopiert wie Impressum oder AGB, warnt Miriam Rusch-Rodosthenous von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: "Gelockt werden Kunden, indem Designerware zu erschwinglichen Preisen angeboten wird oder seltene Produkte oder Ersatzteile im Sortiment enthalten sind." Der Haken: Es sind gar keine oder nur minderwertige Waren vorhanden. 


Die Shop-Betreiber sind nur darauf aus, ihre Opfer per Vorkasse abzukassieren, und hatten oft nie die Absicht, zu liefern. "Einige Fake-Shops verschwinden nach einiger Zeit wieder aus dem Internet, Briefe mit Rückzahlungsaufforderungen kommen als unzustellbar zurück oder bleiben unbeantwortet", erklärt die Verbraucherschützerin. Ihre Tipps: Niemals per Vorkasse überweisen und misstrauisch sein bei Preisen, die zu gut sind, um wahr zu sein. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • t-online.de Archiv

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Internet & Sicherheit > Sicherheit

shopping-portal