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Darknet: Razzia auf der dunklen Seite des Internets

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Polizei verhaftet Online-Kriminelle  

Razzia auf der dunklen Seite des Internets

29.02.2016, 16:43 Uhr | dpa

Darknet: Razzia auf der dunklen Seite des Internets. Im Darknet sind Nutzer weitestgehend anonym unterwegs. (Quelle: dpa/Symbolbild)

Im Darknet sind Nutzer weitestgehend anonym unterwegs. (Quelle: Symbolbild/dpa)

Unter dem Deckmantel der Anonymität des Internets treiben Kriminelle ihr Unwesen. Jetzt sind der Polizei bei einer Razzia etliche mutmaßliche Kriminelle ins Netz gegangen, die sich im sogenannten "Darknet" bewegten.

Bei einer großen Razzia gegen Betreiber und Nutzer illegaler Plattformen im Internet sind neun Verdächtige festgenommen worden. Außerdem wurden 69 Wohnungen und Firmenräume in Deutschland und im Ausland durchsucht, wie das Bundeskriminalamt und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) mitteilten.

Handel mit Waffen, Drogen und mehr

Die Ermittlungen richteten sich gegen den Handel mit Waffen, Drogen, Falschgeld und gefälschten Ausweisen. Außerdem werden den Verdächtigen das Ausspähen von Daten sowie kriminelle Dienstleistungen wie beispielsweise das Infizieren von Computern mit Schadprogrammen, das Anbieten illegaler Streaming-Dienste und Anleitungen zur Begehung von Straftaten vorgeworfen.

Der Hauptverdächtige ist Bosnier

Der Schwerpunkt der Ermittlungen liegt in Deutschland, wie der Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander Badle bestätigte. Die Razzia fand fast bundesweit in zwölf deutschen Bundesländern statt. Es wurde aber auch im Ausland ermittelt, nämlich in Bosnien-Herzegowina, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland. Acht der neun Festnahmen gab es in Deutschland. Mutmaßlicher Hauptbetreiber von insgesamt drei Untergrund-Foren ist jedoch ein 27-jähriger bosnischer Staatsangehöriger, der in Bosnien-Herzegowina festgenommen wurde.

Internationale Kooperation der Ermittler

An den Ermittlungen waren neben deutschen Fahndern auch Polizisten in Bosnien-Herzegowina, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland beteiligt. Die Fahnder stellten zahlreiche Computer, Speichermedien, Waffen und Bargeld sicher.

Was ist das "Darknet"?

Das Internet und das World Wide Web sind eigentlich als offene Dienste konzipiert, in dem jeder mit jedem Daten austauschen kann. Im "Darknet" (Dunkles Netz) werden wie in einer Art Paralleluniversum abgeschirmte Verbindungen hergestellt, auf die man von außen nicht ohne weiteres zugreifen kann. In der Regel benötigt man eine Einladung, um Zugang zu einem Darknet zu erhalten.

Wie hat sich das Darknet entwickelt?

Traditionell gibt es eine enge Verbindung zwischen illegalen Tauschbörsen und dem Darknet. Dort werden heute auch gestohlene Zugänge zu Videodiensten wie Netflix und Amazon, aber auch erbeutete Kreditkartennummern oder PayPal-Zugänge offeriert. Die aktuelle Razzia zeigt aber auch, dass es in dem abgelegen Winkel des Internet auch um gravierende Straftaten wie illegalen Drogen- oder Waffenhandel geht.

Wie funktioniert das technisch?

Für den Zugriff auf das "Netz der Finsternis" verwenden viele Anwender das "Tor"-Netz. "Tor" wird allerdings auch von denjenigen benutzt, die ein völlig legitimes Interesse an einer geschützten Kommunikation haben, etwa Menschenrechtsaktivisten oder User in Unrechtsstaaten.

"Tor" steht für "The Onion Router" und wird als freie offene Software angeboten, mit der man sich einen verschlungenen Weg durch Tausende Computer von Freiwilligen suchen kann. Die Daten werden von einer Verschlüsselung nach der anderen umhüllt und wieder befreit, daher der Namensvergleich mit der Zwiebel (Onion). Überwacher können kaum rekonstruieren, woher der Aufruf einer bestimmten Website stammte.

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