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AKW Gundremmingen: Trojaner-Alarm in Bayern ausgelöst

Trojaner-Alarm in Bayern  

Computervirus in Atomkraftwerk entdeckt

26.04.2016, 17:33 Uhr | dpa, rtr

AKW Gundremmingen: Trojaner-Alarm in Bayern ausgelöst. Atomkraftwerk Gundremmingen (Quelle: dpa)

Eine Schadsoftware gibt dem Betreiber des Atomkraftwerks Gundremmingen Rätsel auf. (Quelle: dpa)

Das bayerische Atomkraftwerk Gundremmingen ist bei einer Routine-Untersuchung auf eine Schadsoftware gestoßen. Eine Gefahr für Personal oder Bevölkerung habe laut dem Betreiber RWE nicht bestanden. 

Der Computervirus sei bei der Vorbereitung der Revision in Block B aufgefallen, teilte das Kraftwerk mit. Eine Gefährdung des Personals oder der Bevölkerung habe es nicht gegeben, da alle sensiblen Bereiche des Kraftwerks entkoppelt und nicht mit dem Internet verbunden seien. Dennoch seien die Aufsichtsbehörde und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert worden.

Wie kam der Virus ins Atomkraftwerk?

Spezialisten des Betreibers RWE sollen nun herausfinden, wie der Virus in das 2008 nachgerüstete Computersystem gelangte. Das System gehört den Angaben zufolge zur Brennelemente-Lademaschine, hat allerdings selbst keinen Einfluss auf die Steuerung der Anlage. Die entdeckte Software ziele darauf ab, ungewollte Verbindungen zum Internet herzustellen. Als Reaktion auf den Fund seien die Vorkehrungen zur IT-Sicherheit ausgeweitet worden.

Nach der Bekanntmachung des Vorfalls forderte eine regionale Initiative von Atomkraftgegnern unter anderem Aufklärung darüber, wie lange die Schadsoftware unentdeckt auf dem Rechner war.

Am Wochenende hatten rund 750 Menschen vor der Anlage im Landkreis Günzburg für eine baldige Stilllegung der beiden verbliebenen Blöcke demonstriert. Endgültig soll Gundremmingen 2021 abgeschaltet werden.

BSI warnt vor tödlichen Hackerangriffen

Das BSI hatte erst am Sonntag vor Hackerangriffen auf Autos oder Flugzeuge gewarnt. Der neue BSI-Präsident Arne Schönbohm verwies im Interview mit der "Welt am Sonntag", auf die Verwundbarkeit der IT-Systeme in Autos. Es sei nur noch ein kleiner Schritt, bis jemand versuche, Bremsen zu manipulieren. "Schwere Unfälle und Todesfälle wären dann möglich", sagte Schönbohm.

Schönbohm appellierte, die Gefahren durch den technischen Fortschritt ernst zu nehmen: "Wir dürfen nicht nur über Digitalisierung reden, sondern brauchen gleichzeitig auch ein Mindestmaß an Cybersicherheit", sagte der BSI-Chef. Es gebe das Szenario, bei dem es in Europa nach einem Stromausfall dunkel werde. "Dass sich Hacker Zugang zu Atomreaktoren verschaffen und die zum Explodieren bringen, halte ich allerdings für Quatsch", fügte Schönbohm hinzu.

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