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Bitkom-Studie: Nur ein Viertel der Unternehmen arbeitet DSGVO-konform

Bitkom-Studie  

Nur ein Viertel der Unternehmen arbeitet DSGVO-konform

27.09.2018, 14:32 Uhr | str, t-online.de

Das ändert sich mit der DSGVO für Nutzer (Screenshot: Imago)
Das ändert sich mit der DSGVO für Nutzer

DSGVO - seit 24.5.2016 ist sie in Kraft, doch erst heute endet die zweijährige Übergangsfrist. Ab jetzt gilt die Datenschutzgrundverordnung in jedem Mitgliedstaat der EU. Was bedeutet das für Nutzer? (Quelle: dpa)

Datenschutz in Europa: Das ändert sich mit der DSGVO für Nutzer in der EU. (Quelle: dpa)


Vier Monate nach Eintreten der neuen europäischen Datenschutzregeln halten sich viele deutsche Unternehmen mit der Umsetzung immer noch zurück. Gerade einmal ein Viertel arbeitet DSGVO-konform, zeigt eine Studie. Die niedersächsische Datenschutzbeauftragte warnt vor Nachlässigkeit.

Seit vier Monaten gelten beim Datenschutz europaweit einheitliche Standards. Doch nach wie vor tut sich die deutsche Wirtschaft schwer mit der Umsetzung der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Das zeigt eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 500 Unternehmen. 

Demnach hat gerade einmal ein Viertel der Unternehmen in Deutschland die neuen Vorgaben bis heute vollständig umgesetzt. Weitere 40 Prozent gaben an, die Regeln größtenteils umgesetzt zu haben, 30 Prozent fühlen sich wenigstens teilweise gerüstet. Fünf Prozent fangen gerade erst an, ihre Datenverarbeitungsprozesse an die DSGVO anzupassen. 

Die Ergebnisse der Studie wurden am Donnerstag im Rahmen der "Privacy Conference" in Berlin vorgestellt. Die Bitkom-Rechtsexpertin Susanne Dehmel bezeichnete die Bilanz als "ernüchternd". Offenbar hätten die Unternehmen in den vergangenen vier Monaten kaum Fortschritte in Sachen Datenschutz gemacht. Bei einer früheren Befragung im Mai hatte ebenfalls ein Viertel der Unternehmen angegeben, die neuen Vorgaben rechtzeitig zu erfüllen. 

Am 25. Mai endete die zweijährige Übergangsfrist, die der Gesetzgeber den Unternehmen zur Umsetzung der DSGVO einräumte. Seither müssen die Regeln befolgt werden, sonst drohen Bußgelder.  

"Kampf von David gegen Goliath"

Über die Gründe und Motive für die Versäumnisse in den Unternehmen konnte die Bitkom-Sprecherin Dehmel nur spekulieren. Womöglich hätten sich die Verantwortlichen zu spät mit dem Thema beschäftigt. "Bei der Umsetzung der DSGVO haben sich viele Unternehmen klar verschätzt", sagte Dehmel. "Für andere ist die komplette Umsetzung wohl kein zeitliches Problem, sondern ein Ideal, das gar nicht zu erreichen ist."

Die niedersächsische Datenschutzbeauftrage Barbara Thiel warnte Unternehmen davor, die nötigen Anpassungen weiter zu verschleppen. Allein in ihrer Behörde habe sich die Zahl der Beschwerden wegen möglicher Verstöße gegen die Datenschutzbestimmungen im zweiten Quartal auf über 500 verdoppelt. Die Landesdatenschutzbehörden sind verpflichtet, solchen Hinweisen nachzugehen. Bei diesen Untersuchungen werde garantiert "so einiges aufgedeckt werden", glaubt Thiel. Ihre Behörde ist befugt, bei festgestellten Verstößen Sanktionen zu verhängen. 

Allerdings gleiche der Auftrag an die Aufsichtsbehörden mehr denn je einem "Kampf von David gegen Goliath", sagte Thiel. Aufgrund der strengeren Vorgaben und des erhöhten Bewusstseins werden nicht nur mehr Fälle und Beratungsanfragen an die zuständigen Behörden herangetragen. Die DSGVO konfrontiere die wenigen Mitarbeiter in den Landesbehörden zudem auch mit neuen Rechtsbegriffen, Aufgaben und Pflichten. In Niedersachsen etwa seien 50 Mitarbeiter für 300.000 Unternehmen und 5.500 öffentliche Stellen zuständig. Ihrer Kontrollpflicht könne die Behörde so kaum nachkommen, so Thiel. 



Viele offene Fragen

Auch die Unternehmen fühlen sich mit der DSGVO offenbar zunehmend überfordert, zeigt die Bitkom-Studie. "Die Unternehmen sehen die DSGVO deutlich kritischer als vor einem Jahr", so Dehmel. Klagen über Mehrbelastung und Arbeitsaufwand durch neue Dokumentations- und Informationspflichten hätten deutlich zugenommen. Eine Mehrheit von 96 Prozent sprach sich in der Umfrage dafür aus, die DSGVO zu vereinfachen und zu überarbeiten. 

Zum Teil sei das zögerliche Verhalten der Unternehmen auf rechtliche Unsicherheiten zurückzuführen, sagt Dehmel. "Die Verordnung ist noch auslegungsbedürftig und es ist unklar, welche Rechtsauffassungen sich durchsetzen werden." Auch Aufsichtsbehörden hätten mit diesem Problem zu kämpfen, sagte Thiel. Sie erwarte allerdings keine schnelle Lösung, da solche Grundsatzentscheidungen auf nationaler oder europäischer Ebene getroffen werden müssen. 

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Den Vorwurf, die Unternehmen seien bei der Umsetzung der neuen Datenschutzrichtlinie allein gelassen worden, wies die Datenschutzbeauftragte Thiel zurück. Ihre Behörde habe zahlreiche Beratungsangebote gemacht. Diese seien aber erst kurz vor Ablauf der Übergangsfrist angenommen worden. "Im Januar, Februar und März schien die DSGVO noch in weiter Ferne zu sein", schilderte Thiel die Sicht der Aufsichtsbehörden. Rund um den 25. Mai sei die Zahl der DSGVO-Anfragen "förmlich explodiert". Es habe eine "regelrechte Panik" eingesetzt als den Unternehmen klar wurde, dass der Datenschutz nicht nur für Facebook gelte. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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