Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone >

Virenschutz: Wie Sie Ihr Android-Smartphone richtig schützen

Umsicht statt Virenscanner  

Wie Sie Ihr Android-Smartphone richtig schützen

30.03.2018, 15:13 Uhr | dpa-tmn

Virenschutz: Wie Sie Ihr Android-Smartphone richtig schützen. Android-Smartphone: Es gibt immer mehr Schadsoftware für das Google-Betriebssystem  (Quelle: dpa/tmn/Robert Günther)

Android-Smartphone: Ein Virenscanner schützt Handys mit dem Google-Betriebssystem nicht vor dem Befall mit Schadsoftware - ein vorsichtiger Nutzer hingegen schon. (Quelle: Robert Günther/dpa/tmn)

Obwohl im Netz viele Schadsoftware-Gefahren für Androiden lauern, sind Virenscanner auf Geräten mit dem Google-Betriebssystem nicht die Regel. Und das hat seine guten Gründe.

Auf dem PC sind Virenscanner nicht wegzudenken. Auf Smartphones und Tablets mit Googles mobilem Betriebssystem sieht das anders aus – obwohl Android im Gegensatz zu Apples iOS eine offene Plattform ist und damit theoretisch viele Einfallstore für schädliche Software bietet.

Bezugsquelle Nummer eins für Android-Apps ist Googles Play Store. Der Internetkonzern verspricht, dass jede App vor Veröffentlichung geprüft wird. "Anwender gehen auf Nummer sicher, wenn sie Apps nur über Play beziehen", sagt Ronald Eikenberg vom Fachmagazin c't. Mit Play Protect hat Google über seine Play-Dienste außerdem bereits einen Virenscanner zentral ins Android-Betriebssystem integriert, der alle installierten Apps regelmäßig prüft.

Ronald Eikenberg arbeitet beim Fachmagazin c't (Quelle: dpa/tmn/Melissa Ramson/Hese Medien)Ronald Eikenberg arbeitet beim Fachmagazin c't: Der Experte empfiehlt, Android-Apps nur über Google Play zu beziehen. (Quelle: Melissa Ramson/Hese Medien/dpa/tmn)

Allerdings kann es trotz Prüfung vorkommen, dass über den Play Store Apps mit schädlichen Inhalten ausgeliefert werden. Entwickler von Antivirus-Apps verweisen gerne auf solche Vorfälle. Unterm Strich sind sie jedoch selten und meist in kurzer Zeit behoben. Und auch bei Play Protect bleibt natürlich immer ein Restrisiko, dass ein Schädling nicht erkannt wird. Dieses kann durch Virenscanner minimiert werden, jedoch sind diese in ihrer Funktion eingeschränkt, da Android keine tiefen Einblicke in das System zulässt.


Die Virenscanner können nicht auf wichtige Funktionen zugreifen

Hintergrund ist ein Sicherheitsmechanismus, der Schädlinge von wichtigen Funktion fernhält, aber eben auch Virenscannern gründliche Analysen verwehrt, erklärt Eikenberg. Sie können das System also nicht proaktiv schützen, etwa durch die Suche nach typischen Merkmalen von Schadsoftware (Heuristik) oder Verhaltenserkennung. Die Antivirus-Apps vergleichen nur die installierten Apps mit Listen bekannter Schädlinge, erklärt Eikenberg. Ein Virenscanner für Android ist daher immer nur so gut wie die Datenbank, auf die er zugreift. Neue Schädlinge können die Scanner aber nicht entdecken.

Viele Entwickler werten ihre Apps daher mit weiteren Funktionen auf. Das geht vom Anti-Diebstahl-Feature mit Handy-Ortung und Möglichkeit zum Sperren aus der Ferne bis hin zum Blockieren unerwünschter Anrufer. Oft werden auch Energiesparmodi, Datenmüll-Bereinigungen oder Kindersperren angeboten. Bevor man aber im Zweifel die Wahl eines Virenscanners von einer Zusatzfunktion abhängig macht, sollte man aber zuerst prüfen, ob Android diese nicht vielleicht ohnehin schon an Bord hat.

Eine gewisse Vorsicht ist der beste Schutz

Bei der Installation von Anwendungen gilt es grundsätzlich, sich nicht blind auf Play Protect oder andere Virenscanner zu verlassen. "Eine umsichtige Nutzung des Smartphones ist wichtig, gerade dann, wenn die App nicht von Play, sondern einer alternativen Quelle stammt", erklärt Matteo Cagnazzo vom Institut für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Es sei ratsam, nie brandneue Apps ohne Bewertungen herunterzuladen, die vielleicht auch noch nicht auf ihre Sicherheit hin getestet worden sind.

Matteo Cagnazzo vom Institut für Internet-Sicherheit (Quelle: dpa/tmn/ Katharina Lührmann/Institut für Internet-Sicherheit)Matteo Cagnazzo vom Institut für Internet-Sicherheit: Cagnazzo rät dazu, nie Apps ohne Bewertungen herunterzuladen. (Quelle: Katharina Lührmann/Institut für Internet-Sicherheit/dpa/tmn)

Schädlinge verstecken sich gern in Plagiaten bekannter Apps. Im Play Store sollte man daher genau prüfen, ob die App vom richtigen Entwickler stammt. Auch hier können Kundenrezensionen helfen. Gemieden werden sollten auch Apps, die kostenpflichtige Inhalte gratis versprechen, oder solche, die angeblich neue Funktionen zu populären Apps hinzufügen können, die die Originale nicht bieten.

16,5 Millionen Schadprogramme für Android sind bekannt

Obwohl bei Android aus Sicherheitsgründen jede App als separater Prozess ausgeführt wird und keinen Zugriff auf Komponenten und Funktionen außerhalb dieses Prozesses hat (Sandboxing), gibt es dennoch erfolgreiche Android-Schädlinge. 2016 waren etwa 16,5 Millionen unterschiedliche Schadprogramme für Android bekannt, weiß Cagnazzo, und: "Jährlich kommen circa 3,5 Millionen hinzu – mit eher steigender Tendenz."

Am häufigsten versuchen Schad-Apps, den Nutzer auszuspionieren und an seine Daten zu kommen. Dazu fordern die Apps Zugriffsberechtigungen auf die Kontakte, das Telefonbuch, Mikrofon, Kamera oder die Standortdaten. Haben sie diese Berechtigungen erhalten, verschicken sie die Daten unbemerkt an Internet-Server.

Im Zweifel sollte man sich gegen eine App entscheiden

Bevor man einer App Berechtigungen erteilt, tut man also gut daran, zweimal hinzuschauen. Braucht ein Spiel wirklich Zugriff auf die Kamera? Oder muss die Foto-App wirklich ans Telefonbuch? Lieber einmal mehr verweigern, als eine folgenschwere Berechtigung zu erteilen, so die Faustregel. Ebenso wichtig wie wirksam: Updates umgehend installieren. Denn die bringen nicht nur neue Funktionen, sondern stopfen auch Sicherheitslücken.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mit 1 GB Datenvolumen im besten D-Netz surfen
das Sony Xperia XA2 bestellen bei congstar
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone > Handy & Smartphone

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018