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Warnung: Eltern schauen zu viel aufs Handy – Kinder jammern


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Kinder leiden, wenn Eltern zu viel aufs Handy starren

Von dpa
20.06.2018Lesedauer: 2 Min.
Vater und Kind: Der Papa telefoniert während seine Tochter spielt – mittlerweile ein alltägliches Bild in Familien. (Symbolbild)
Vater und Kind: Der Papa telefoniert, während seine Tochter spielt – mittlerweile ein alltägliches Bild in Familien. (Symbolbild) (Quelle: Patrick Pleul/dpa-bilder)
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Mittlerweile ist der Blick aufs Smartphone für viele Eltern spannender, als dem Kind beim Spielen zuzuschauen. Doch was bedeutet das für den Nachwuchs? Die Eltern-Kind-Beziehung kann darunter leiden.

Die Kleinen backen Sandkuchen und klettern, die Großen gucken aufs Smartphone. Auf vielen Spielplätzen und auch daheim ist das inzwischen Alltag. Auf Dauer kann der Mangel an aktivem Miteinander ungünstige Folgen für die Eltern-Kind-Beziehung haben, warnen Experten. Eltern, die viel Zeit mit digitalen Medien oder vorm Fernseher verbringen, statt sich mit ihrem Nachwuchs zu beschäftigen, können einer Studie zufolge Verhaltensauffälligkeiten bei ihren Kindern fördern.

Missachtete Kinder seien eher frustriert, hyperaktiv, jammerten, schmollten oder reagierten mit Wutanfällen, berichten Forscher im Fachjournal "Pedriatic Research". Ein negativer Kreislauf entstehe, denn viele Eltern reagierten auf auffällige, als anstrengend empfundene Kinder mit noch mehr Medienkonsum. Nach innen gewandte Probleme wie Angst oder Rückzug der Kinder seien nicht ganz so häufig, erläutern Brandon McDaniel von der Illinois State University und Jenny Radesky von der University of Michigan Medical School.

Für die Studie hatten 181 Elternpaare mit Kindern unter fünf Jahren über sechs Monate hinweg online in Fragebögen Auskunft gegeben – zu ihrer eigenen Mediennutzung sowie zur Entwicklung ihrer Kinder und deren nach Außen oder Innen gewandtem Verhalten. Auch ihre eigenen Gefühle und Reaktionen gaben die zwischen 2014 und 2016 befragten Eltern zu Protokoll.

Auf emotionale Bedürfnisse eingehen

Das Ergebnis: In fast allen Fällen kam es pro Tag mindestens einmal dazu, dass digitale Geräte den Eltern-Kind-Austausch unterbrachen. Sowohl Mütter wie Väter gaben an, dass mit der Menge dieser Unterbrechungen auch Verhaltensauffälligkeiten der Kinder und elterliche Stressgefühle zunahmen.

Gelegenheit gibt es inzwischen viele für solche "Technoferenzen" – so nennen die Forscher es, wenn Smartphone und Co. den persönlichen Kontakt von Auge zu Auge stören. Anderen Studien zufolge verbringen US-Eltern neun Stunden pro Tag vor TV, Computer, Tablet oder Smartphone.

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"Wir glauben, dass spezifische Aspekte der Digitaltechnologie, inklusive verführerischer Designelemente, besonders für solche Eltern anziehend sind, die Schwierigkeiten mit der Selbstregulation haben oder die mit dem familiären Sozialleben unzufrieden sind", schreiben die Forscher. Manche lenkten sich dann durchs Digitale ab, während ihre Kinder immer intensiver nach Aufmerksamkeit heischten. Vor allem beim gemeinsamen Essen, beim Spielen oder beim Zubettbringen des Nachwuchses sei es wichtig, auf die emotionalen Bedürfnisse der Kinder ohne Ablenkungen eingehen zu können.

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An medienfreie Zeiten halten

Dem Tenor der Studie stimmen deutsche Expertinnen zu. "Dass Probleme zwischen Eltern und Kindern größer werden, wenn es weniger persönlichen Kontakt gibt und Probleme nicht ausgehandelt werden, ist nicht verwunderlich und schließt an vorliegende Studien an", betonen Susanne Eggert und Gisela Schubert vom JFF-Institut für Medienpädagogik in München.

Natürlich könnten Eltern das Smartphone auch nutzen, um sich bei konkreten Erziehungsproblemen Hilfe zu suchen. "In der Situation muss aber der direkte Kontakt und Austausch mit dem Kind zentral sein." Grundsätzlich sei es sinnvoll, in der Familie gemeinsam Regeln zur Nutzung mobiler Medien zu bestimmen, an die sich alle halten – inklusive medienfreier Zeiten.

Und was die Spielplatzbank angeht: Nach Erfahrungen aus der Erziehungsberatung scheine hier eine Zeitung Eltern weniger abzulenken als ein Smartphone, so der Tipp der Expertinnen.

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Verwendete Quellen
  • dpa
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