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Amazon Kindle im Test: Wie gut ist der 79-Euro-eBook-Reader wirklich?

Lohnt sich der Amazon Kindle?

15.10.2012, 16:36 Uhr | Sascha Plischke

Amazon Kindle im Test: Wie gut ist der 79-Euro-eBook-Reader wirklich?. Die beiden neuen Kindle-Modelle bieten die Bedienung per Fingergesten. (Quelle: Hersteller)

Die beiden neuen Kindle-Modelle bieten die Bedienung per Fingergesten. (Quelle: Hersteller)

Amazon präsentiert sein Gerät Kindle als ideale Geschenkidee – nur weiß kaum jemand, ob sich der Kauf lohnt. Tausende Bücher soll man damit überall mit hin nehmen und lesen können. Doch werden Bücherfreunde damit wirklich glücklich? Wir klären, was der kleine eBook-Reader wirklich drauf hat und ob er unter den Weihnachtsbaum gehört.

Amazon hat mit seinem E-Book-Reader Kindle das digitale Lesen deutlich in Schwung gebracht. Auch wenn der Verkauf von E-Books in Deutschland noch kein Massenphänomen ist. Tablet-PC wie das iPad haben das ihre getan, um das Lesen per E-Book-Reader

Beim taschenbuchgroßen Kindle von Amazon handelt es sich um einen so genannten E-Book-Reader, der bis zu 1400 Bücher in elektronischer Form speichert und sie auf Knopfdruck anzeigen kann. Dabei wiegt der Kindle nur 170 Gramm und passt in jede Hosentasche. Das klingt nach dem perfekten Geschenk für jede Leseratte – doch kann der Kindle dem Leseerlebnis eines Buches Konkurrenz machen?

E-Ink-Display schont Auge und Akku

Tatsächlich liest es sich mit dem Kindle durchaus angenehm. Das liegt wesentlich am Bildschirm, der nicht mit einem typischen Computermonitor oder dem des iPad vergleichbar ist. Denn wie fast alle modernen E-Book-Reader setzt auch der Kindle auf "elektronische Tinte". Sein augenschonendes E-Ink-Display ahmt die Eigenschaften bedruckten Papiers nach. Das gelingt recht gut, wie unsere Fotos zeigen. Zwar kann das Display keine Farben darstellen, kommt aber ohne Hintergrundbeleuchtung aus und ist auch im Sonnenlicht problemlos ablesbar.

Die aktuellen Kindle-Modelle stellen bereits die fünfte E-Book-Reader-Generation von Amazon dar. Ihre Displays sind kontrastreicher als die bisheriger Modelle. Hier setzt sich der Kindle auch von zahlreichen anderen, günstigen E-Book-Readern ab. Die Displays von Konkurrenten mit einem Preis zwischen 60 und 100 Euro haben oft schlechtere Kontrastwerte und sind deutlich langsamer beim Umschalten der Seiten. Auch für den Akku ist die E-Ink-Technologie übrigens sehr schonend. Energie wird praktisch nur beim Umblättern verbraucht. Selbst bei ständigem Lesen und Blättern und eingeschaltetem WLAN hält eine Ladung nach Messungen der Stiftung Warentest vier Wochen.

Bücherkauf nur bei Amazon

Amazon will mit dem Kindle vor allem Bücher verkaufen. Deshalb bindet der Versandhändler den Kindle eng an den eigenen E-Book-Markt. Der direkte Download von elektronischen Büchern auf den Kindle ist nur aus dem Amazon Store erlaubt. Hier kosten die Bücher in der Regel etwas weniger als die gedruckten Ausgaben. Viele Klassiker, die mittlerweile urheberrechtsfrei sind, bietet Amazon umsonst zum Download an. Insgesamt umfasst der Amazon-Shop nach eigenen Angaben über 1 Million elektronische Buchtitel.

Der Kindle akzeptiert auch andere E-Book-Formate. Dateien in den Formaten PDF, TXT, HTML und MOBI lassen sich über den PC auf den E-Book-Reader laden und dort lesen. Das offene EPUB-Format, das in vielen anderen E-Book-Shops Verwendung findet, wird jedoch nicht unterstützt. Vergleichsweise liberal sind die Rechte, die Amazon E-Book-Käufern einräumt. Digitale Bücher können auf beliebig vielen eigenen Kindle gelesen werden, zudem lassen sie sich für einen Zeitraum von zwei Wochen an einen befreundeten Kindle-Besitzer verleihen.

Amazon bietet Kindle in drei Modellen an

Amazon verkauft den Kindle in Deutschland in drei Varianten. Die Einsteiger-Version heißt Kindle, kostet 79 Euro und wiegt 170 Gramm. Der Reader bietet Speicherplatz für bis zu 1400 Bücher, wird über ein Cursorpad bedient und hat einen Akku, der bis zu einem Monat durchhält. Der Kindle Keyboard 3G hat eine eingebaute Tastatur, wird in Deutschland jedoch nur mit englischer Benutzerführung und Tastatur angeboten. Er wiegt 274 Gramm, bietet Platz für rund 3500 Bücher und hat eine Akkulaufzeit von zwei Monaten. Er kostet 159 Euro. Das dritte Modell ist der Kindle Paperwhite mit integrierter Beleuchtung. Er ist in zwei Varianten erhältlich, ohne 3G für 129 Euro, mit 3G für 189 Euro. Je nach Modell wiegt er zwischen 213 und 222 Gramm, hat Platz für rund 1100 Bücher und ebenfalls einen Akku, der zwei Monate durchhalten soll. Der Bildschirm hat bei allen Versionen eine Diagonale von 6 Zoll, also 15,3 Zentimetern.

Alle Kindle-Modelle verbinden sich über WLAN mit dem PC. Hat man die Verbindung einmal eingerichtet, werden E-Books automatisch vom PC auf den Kindle übertragen. Beim Kindle Keyboard und beim Kindle Paperwhite 3G kann man Bücher auch über das Mobilfunknetz nachladen. Die 3G-Verbindung ist für den Nutzer gratis, Amazon übernimmt die Kosten.

Aus dem Rahmen fällt der Kindle Fire, der in Deutschland in zwei Varianten erhältlich ist. Dabei handelt es sich eher um einen klassischen Tablet-PC mit herkömmlichen Farb-LC-Display.

Konkurrenz zum Kindle

Kindle-Konkurrenten gibt es mittlerweile viele, in Deutschland etwa den Thalia Oyo 2 (69 Euro), den Libri Pocketbook Basic 613 und den Acer LumiRead mit UMTS (ab 142 Euro). Auch diese eBook-Reader sind an große Download-Shops geknüpft. Technisch unterscheiden sie sich ebenfalls kaum von der Kindle-Produktpalette. So ist der Thalia Oyo 2 mit Touchscreen ausgestattet und damit mit dem Kindle touch vergleichbar. Acer LumiRead hingegen, der für den deutschen Buchhändler Libri lizensierte eBook Reader, ist deutlich größer als der Kindle und damit auch etwas unhandlicher. In jedem Fall trennen die Konkurrenz Kleinigkeiten vom Amazon Kindle – welcher der feinen Unterschiede schließlich für die Kaufentscheidung ausschlaggebend ist, hängt vom Geschmack des Käufers ab.

Fazit: Kindle kaufen oder nicht kaufen?

Echte Leseratten können mit dem Kindle nicht viel falsch machen. Das gestochen scharfe E-Ink-.Display kommt einer gedruckten Buchseite ziemlich nah. Wer bislang elektronische Texte nur vom Computerbildschirm kannte, wird angenehm überrascht sein. Im Vergleich mit Konkurrenzgeräten liegt der kleinere Kindle ohne die Tastatur besser in der Hand als sein großer Bruder, wie auch die Tester der Stiftung Warentest kürzlich in einem Schnelltest bescheinigten. Allerdings bindet man sich mit dem Kauf praktisch an das eBook-Angebot von Amazon. Das muss kein Problem sein, da es aufgrund der Buchpreisbindung abgesehen von Sonderangeboten keine allzu großen Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Shops in Deutschland gibt. Wer jedoch gerne die Wahl hat, könnte darin ein Problem sehen. Für alle anderen ist der Kindle einen zweiten Blick wert.

Die Kindle-Modelle im Überblick

Amazon Kindle. (Quelle: Amazon)

Amazon Kindle Keyboard. (Quelle: Amazon)

Modell

Kindle

Kindle Keyboard 3G

Preis

EUR 79,00

EUR 159,00

Display

6 Zoll (15,3 cm) E-Ink

6 Zoll (15,3 cm) E-Ink

Display-Auflösung

600 × 800

600 × 800

Akku-Laufzeit

1 Monat

2 Monate

Speicher

2 GB (1400 Bücher)

4 GB (3000 Bücher)

Abmessungen

166 × 114 × 8,7 mm

190 × 123 × 8,5 mm

Gewicht

170 Gramm

247 Gramm

WLAN

802.11b/g/n

802.11b/g/n

Mobilfunk

nein

Gratis 3G

Bedienung

Cursorpad

Tastatur

Amazon Kindle Paperwhite (Quelle: Amazon)

Modell

Kindle Paperwhite / Paperwhite 3G

Preis

EUR 129,00 / EUR 189,00

Display

6 Zoll (15,3 cm) Paperwhite

Display-Auflösung

1024 × 768

Akku-Laufzeit

2 Monate

Speicher

2 GB (1100 Bücher)

Abmessungen

169 × 117 × 9,1 mm

Gewicht

213 Gramm / 222 Gramm

WLAN

802.11b/g/n

Mobilfunk

nein / Gratis 3G

Bedienung

Multi-Touch

Alle Angaben stammen vom Hersteller. Keine Gewähr.

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